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Tagebücher des QuintusBatiatus Die Pay6 -Tagebücher des Quintus: Morituri te salutant

Dieses Thema im Forum "Off Topic" wurde erstellt von QuintusBatiatus, 6. März 2019.

  1. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Kapitel 4 - FURIAE [ TEIL 2 - Megaira ]
    _______________________________________

    Prolog I

    ... und ihre eisernen Betten hatten sie im Eingang der Hölle stehen: sonst aber befanden sie sich selbst in der Unterwelt, wo sie die Verdammten quälten und unter anderen dergestalt mit ihren Schlangenpeitschen auf solche zuschlugen, dass man es weit und breit hören konnte...


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    Prolog II

    Vielleicht war ich ja schuld.
    Vielleicht habe ich dazu beigetragen, dass meine Freundin wurde, wie sie heute ist.
    Als ich damals in meinem Auto saß und überlegte, was ich tun könnte, machte ich mir selbst mehr Vorwürfe als ihr.
    Eventuell habe ich sie mit meinen Affären und Frauenbekanntschaften, mit meiner Rumfickerei im Pay6 in den Wahnsinn getrieben, andererseits war sie schon bei unserem Kennenlernen so.
    Aber ich habe es sicher begünstigt.
    Ich hätte die Reißleine ziehen können, nein - ich hätte sie kappen müssen, als ich merkte, welche Dämonen sie beherrschten.
    Geblendet von Liebe unter dem Deckmantel der Loyalität und Treue fügte ich mich in mein Schicksal, wissend, dass auch ich kein Engel war....


    *******************************************************************************************************************

    .... niedergeschlagen und mit einem wirren Knäul aus allen möglichen Gefühlsregungen sitze ich verkrampft in meinem Daimler und bin nahezu ahnungslos, was nun passieren soll.
    Als ich auf meine Uhr schaue, schlussfolgere ich, dass Tiza noch gar nicht zuhause sein kann und steige letztendlich wieder aus.
    Ich beschließe, bei einem Heissgetränk in meinem Büro die Zeit bis zu meiner Abfahrt zu überbrücken und kehre erneut an meine Wirkungsstätte fussläufig zurück.

    Im Personalraum gieße ich mir in aller Seelenruh einen Kaffee in meinen weißen Becher, auf dem ein blöder Spruch über das "Chef-Sein" gedruckt wurde, den ich damals von "Elli" geschenkt bekam.
    Zweifel bemächtigen sich meiner, ob jemals alles wieder so werden würde, wie es einst war.
    Es ist leider oft so, dass man Vieles erst richtig zu schätzen weiß und es für selbstverständlich hält, bis es nicht mehr da ist und allgegenwärtig bei einem selbst verweilt.

    Während ich mich an meiner lau-warmen Brühe festhalte, kommt Luisa in das Zimmer, setzt sich ungefragt zu mir und beginnt das Gespräch.

    "Darf ich dich mal was fragen...?" - eröffnet sie.
    "Nur zu."
    "Ich meine, es geht mich nichts an, aber die Kollegen tuscheln natürlich und ich würde es gern wissen." - fuhr sie sachte fort.

    Anmerkung: In unserer Firma arbeiteten noch mehr Personen, die aber in meinen Erzählungen keine tragende Rolle spielen und ich somit auf ihre namentliche Erwähnung verzichtet habe, da sie die Geschichten nicht weiter vorantreiben.

    "Was tuscheln sie denn?" - ich schmunzele sie leicht an.
    "Warum haben eigentlich alle so eine Angst vor deiner Freundin? Ich ... meine, ähm, versteh das bitte nicht falsch, aber sie ist doch "nur" eine Frau?"
    "Sie ist eine Frau mit vielen Plänen, so verschlungen, dass sie den Gordischen Knoten verblassen würde. Sie hat ein nahe grandioses Talent, andere zu beeinflussen und zu manipulieren. Bevor du es weißt, machst du was sie möchte, ohne das du das wirklich merkst." - versuche ich zu erklären.
    "Aber wie kannst du dann mit ihr glücklich sein?" - ihre Frage ist mehr ein Vorwurf.
    "Lui, sie hat auch andere Seiten, die aber niemand sieht, oder zumindest nicht mehr sehen will."
    "Ich hatte auch immer bisschen Bammel vor ihr, sie wirkte so ernst und hat mich so böse angeschaut."
    "Na das brauchst du nun nicht mehr haben, ich glaube nicht, dass sie hier noch mal herkommt."
    "Das mit Elli ist wirklich schlimm, auch wenn ich nicht weiß, was da so richtig los."
    "Umso weniger du weißt, umso besser. Ich bin erstmal ein Weilchen weg, halte die Stellung hier und lege alle Termine irgendwo auf Ende nächste Woche bitte."
    "Das mach ich."
    "Danke." - ich stehe auf und lasse meine Tasse stehen, was ich sonst nie getan habe und laufe gemächlichen Schrittes zum Wagen.

    Im Foyer treffe ich auf Klaus, der die Gabe hatte, anderen anzusehen, wenn etwas nicht stimmte.
    Er nahm mich an die Seite und sagte zu mir, was ich bis heute nicht vergessen habe:

    "Cheffchen, du bist tausendmal klüger als ich und ich bin nur ein alter, kleiner Hausmeister, der froh sein kann, wenn er von den meisten gegrüßt wird. Aber wir Menschen kochen alle nur mit Wasser.
    Lass dir eines gesagt sein:
    Alles, was der Mensch braucht ist Hoffnung und Kraft. Die Hoffnung dafür, dass alles wieder besser wird und die Kraft bis dahin durchzuhalten.
    Und du hast beides. Ich kenn dich ja nun schon ein paar Jahre. Und jetzt verschwinde, ich muss hier wischen, sonst kackt mich die Verwaltung wieder an wie ne´ Seemöwe."


    Er gibt mir einen kleinen Klaps auf den Hinterkopf und ich bedanke mich bei ihm für diesen weisen Ratschlag.
    Vielleicht war er zu diesem Moment der einzige Mitarbeiter, der noch gänzlich zu mir stand und mir keine bösen, eitrigen und giftigen Blicke zuwarf, welche mit Vorwürfen und Unbehagen getränkt waren.

    Ohne Umwege fuhr ich direkt zu Letizia und parkte in der Nebenstrasse, was sich wie immer recht schwierig gestaltete.
    Draussen schien inzwischen die Sonne, wie wenn ein schlimmer Schauer nach einem Wolkenbruch alles Schlechte weggewaschen hatte und nun eine neue Epoche aus dem Schatten ins Licht tritt.
    An mir vorüber zieht lachend Hand in Hand ein älteres Ehepaar mit ihrem kleinen schwarzen Hund und ich werde wehmütig der Gedanken, welch Zusammenhalt, Hingabe und Kameradschaft auch nach all den gemeinsamen Jahren dort noch bestehen müsse.

    Am Klingelschild treffe ich die Briefträgerin, die ich im Laufe der Zeit auch schon kennenlernen durfte.
    "Is nüscht für ihre Gute dabei." - sagt sie, wie immer fröhlich und wirft die anderen Briefe und Werbeprospekte in die dafür vorgesehenen Postschlitze.

    Wie immer trage ich keinen Schlüssel zu ihrer Wohnung bei mir und bin daher gezwungen zu läuten.
    "Ja?" - schallt es kurz darauf durch die Gegensprechanlage.
    "Ich bins."
    "Oh Schatz, warte..." - dann summt es kräftig, ich trete ins Treppenhaus und steige die Stufen nach oben.

    Die Wohnungstür empfängt mich verwaist, ich höre lediglich lautstarke Geräusche aus einem Hinterzimmer und mutmaße, dass sich Tiza wohl im Schlafzimmer befinden muss, was sich auch als richtig heraus stellte.
    Im Türrahmen stehend, sehe ich, wie sie sich über einen kleinen Berg aus bestellten Päckchen und Paketen hermacht, einen nach dem anderen aufschneidet und emsig und akribisch den Inhalt mit strenger Miene prüfend, ausgiebig mustert.

    Sie holt ein schwarzes Top aus einem der Kartons, es glitzert golden und funkelt wie ein Diamant, der seine volle Wirkung glänzend entfaltet.

    "Ist das nicht schön?" - fragt sie mich und präsentiert mir das Kleidungsstück an ihren Körper gehalten.
    "Letizia, HAST DU EINE VORSTELLUNG DAVON, was bei mir gerade im Büro los ist?"
    "Was meinst du Darling?" - sie kramt noch immer in einem Berg aus Klamotten, Folienstücken und Bestellzetteln.
    "Elli war bei mir."
    "Sieht sie nicht gut aus?" - sie schaut mich mit großen Augen an.
    "Valentina hat ihr die Haare, ... nun sagen wir abgeschnitten, nett formuliert. Abgerissen würde es wohl besser treffen."
    "Sie ist ab und an etwas grob. Wir arbeiten dran."
    "Die Frau hatte Haare bis zum Arsch und sieht jetzt aus wie ein Wischmopp." - meine Stimme wird ernster.
    "Hm, vielleicht Extensions. Ich kann ihr ja das Geld leihen."
    "Letizia, ich..."

    Mein Handy klingelt.
    Es ärgert mich, dass ich vergessen habe, den Ton auszustellen, aber da es nun einmal zu spät ist, schaue ich, wer mich anruft und entdecke Helmuts Namen auf dem Display. Ich entscheide mich PRO Abnehmen und gehe in die Küche, während meine Freundin weiter ihren Einkäufen fröhnt.

    "Helmut, hallo."
    "Hallo Quintus. Ich hab Elli heimgebracht."
    "Prima, danke für die Rückmeldung, ich bin gerade bei..." - er fällt mir in den Satz.
    "Ich bin grad in der Uni-Klinik, Silvia ( Helmuts Ex-Frau) ... sie... puh... die Schwester hat mich als Notfall-Kontakt angerufen, sie haben sie mit Überdosis Tabletten eingeliefert, sie muss bleiben wegen suizidalem Verdacht und Medikamentenmissbrauch. Sie haben den Magen ausgepumpt und keine Ahnung, was nun wird."
    "Oh scheisse, wann ist das passiert?" - frage ich.
    "Ich weiß nich´, kann nicht zu ihr."
    "Hälst du mich auf dem Laufenden bitte? Du bleibst ja sicher erstmal dort."
    "Ja und Ja. Oh, die Ärztin, ich leg..." - weg war er.

    Ich stecke mein Telefon ins Jacket und kehre zu Tiza zurück, die zwischenzeitlich fast alles abgetragen hat und nur noch ein kleines Päckchen in der Hand hält.

    "Wer war das?" - fragt sie mich ohne mich anzublicken.
    "Helmuts Exfrau, sie ist in der Klinik, Überdosis Tabletten."
    "Oh, prima."
    "Prima?"
    "Ja, ist doch super, wenn sich Probleme ohne große Anstregung lösen."
    "Was weißt DU darüber?" - ich packe sie am Handgelenk und setze sie auf das Bett. - "Letizia, wenn wir noch irgendwas retten wollen, dann müssen wir hier eine Grenze ziehen. Du hast völlig die Kontrolle verloren, du weißt nicht mehr, was du tust."

    "Ich war bei diesem Müllhaufen von Mensch, weil ich sie etwas motivieren wollte, mich zu unterstützen gegen ihren Ex-Mann. Aber sie ist wirklich so dumm, dass meine ich ernst ... - sie lächelt - ... so dumm, dass das nicht möglich war. Sie wollte nicht mitmachen, im Gegenteil, sie hat mir sogar gedroht und mich vollgeheult, wie labil eh grad alles ist und das sie ihre Ruhe haben möchte.
    Diese verkommene Hure ist immer durch die Straßen stolziert als wäre sie ein Filmstar. Ich habe ihr nur klargemacht, wie nichtsbedeutend ihr jämmerliches Dasein ist, wie nutzlos ihre Existenz. Das sie ein Nichts ist, ein sinnloser Mensch, eine Schande für alle, die sie kennen.
    Dann bin ich gefahren."

    "Letizia, ich... " - mir fehlen die Worte.
    "Du verstehst mich doch oder?" - ihre Augen spiegeln eine fast kindliche Unschuld.
    "Erinnerst du dich an meine Aussage, dass du aufpassen sollst, dass eines Tages vielleicht der Tag kommt, wo du mich störst?" - frage ich.
    "Was meinst du damit?"
    "Du hast in den letzten Tagen mehreren Menschen aus meinem privaten und beruflichen Umfeld großen Schaden zugefügt."
    "Ich liebe dich von ganzem Herzen." - wirft sie ein.
    "Und SO zeigst du es mir?"
    "Diese Missgeburt intrigiert gegen mich, will dich mir wegnehmen, denkst du, das lasse..." - ich unterbreche sie.
    "LETIZIA - du kommst wieder zur Vernunft, oder du wirst allein..." - nun werde ich unterbrochen, ich stehe auf und gehe Richtung Tür.
    "Denkst du, das es das war?" - faucht sie mich scharf an. - "Ich habe noch ein paar Überraschungen, jeder mag Überraschungen."
    "Ich werde jetzt gehen. Wenn dir an uns noch irgend etwas liegt, dann machst du ab jetzt NICHTS mehr!"

    Mir wird klar, dass sachliche Argumente jetzt auf keine offenen Ohren stoßen, sie würden nur in einer Zwischenwelt verhallen.
    Ein Ultimatium oder eine Drohung ist wohl das Einzige, was irgendwie noch Gehör und Beachtung finden könnte.
    Ich habe fast die Schwelle der Tür passiert, als neben mir an der Wand der kleine schwarze Radiowecker einschlägt und in seine Einzelteile zerfallen unten auf dem Boden landet.

    "Ich habe das ALLES NUR FÜR DICH GETAN!!" - schreit sie mich an, über ihre Wangen laufen Tränen.
    "Du machst alles nur kaputt."
    "Niemand nimmt mich dir weg!"
    "Ich gehe jetzt, du denkst darüber nach, was ich gesagt habe. Nicht eine Aktion mehr."
    Dann verlasse ich die Wohnung, was sich rückblickend natürlich als ein großer Fehler herausstellte.
    Ich hätte sie in diesem aufgewühlten und desolaten Zustand nicht alleine lassen dürfen, aber ich war der eigenen Gefühle und Gedanken übermächtigt und wollte der Situation einfach nur entfliehen.

    Als ich wieder frische Luft in den Lungen habe, entschließe ich mich, nicht feige wegzurennen, sondern die Konfrontation zu suchen und ihr meine Hilfe in Form einer Psychotherapie oder Ähnlichem anzubieten.
    Ich möchte trotz allem für sie da sein, egal was sie getan hatte, so paradox das heute und mit Abstand auf die Zeit auch klingen mag.
    In den nächsten Tagen sollte sich herausstellen, das man ihr für viele Dinge gar keinen Vorwurf machen konnte.

    Ich begab mich erneut nach oben, zum Glück hatte sich die Haustür bei meinem Austritt an die Wandverankerung verhangen und erleichterte mich um das Schellen an den erdgeschossigen Klingelschildern.
    Oben klopfte ich sanft an die Wohnungstür, welche auch zeitnah geöffnet wurde.
    Wortlos ließ sie mich in den Flur, in der Wohnung sah es aus, als wären die Hunnen dort eingefallen und hätten darin zwei Tage ein Gelage gefeiert.

    "Ich möchte dir helfen." - sage ich mit ruhiger Stimme, wissend, dass alles andere nur eskalieren könnte.
    "Ich brauche keine Hilfe."
    "Doch, das tust du. Du überspannst Situationen, weil du im Moment nicht einschätzen kannst, was du anrichtest."
    "Ich weiß genau was ich tue."
    "Das macht es nicht besser, Tiza."
    "Auf uns wird eine Menge Ärger zukommen."
    "Ich habe nichts gemacht, niemand kann mir was beweisen."

    In der Tat waren wieder einmal alle Pfade so geschlungen, dass sie sich auf dem Weg zu meiner Freundin irgendwann auflösten.
    Immer wenn man dachte, dass man ihrer habhaft werden könnte, folgte ein weiterer Knotenwink und entrückte ihre Person von den faktischen Beweisen.


    "Denkst du Vale ( Valentina ) wird weiter für dich lügen?" - frage ich. - "Wieso macht dieses verrückte Miststück das überhaupt alles für dich?"
    "Sie ist nur ein Werkzeug. Einer muss ja die Drecksarbeit machen."
    "Ja, aber warum tut sie das?"
    "Sie schuldet mir noch was. Ich pflege, meine Schulden einzutreiben."
    "Und was schuldet Elli dir?"
    Sie lacht. "Elli hat ihren Freund betrogen, das habe ich rausbekommen. Und die kleine Schlampe möchte ihren Freund gerne behalten, warum auch immer. Du solltest dir sorgfältiger auswählen, wen du beschäftigst."
    "Und darum hast du sie zu den "Streichen" angestiftet?"

    "Ja, ich hab sie immer angerufen und vollgequatscht, dass sie dachte, wir sind jetzt best Friends. Ich meine... komm schon Schatz... sie mich und sieh sie an... aber sie hats geschluckt und war auch gleich Feuer und Flamme am Anfang." - erklärt sie mir.
    "Wie hast du das Passwort gewusst auf Helmuts PC?" - frage ich.
    Sie lacht erneut. "Ganz ehrlich, der Name seines Sohnes... dann kann man auch das Passwort weglassen."
    "Sie wollte das Auto nicht zerkratzen."
    "Diese Karre wertet man mit Kratzern noch auf. Ich hab Vale nur gesagt sie soll sie bisschen motivieren. Sie ist dann grob geworden. Du darfst ihr aber nicht Böse sein, sie hat nichts anderes gelernt. Ist ihre Veranlagung, sie ist einfach etwas unbeherrscht."
    "Letizia, Elli wird dich nicht anzeigen, das hat sie... " - ich komme nicht weiter.
    "Nein, wird sie nicht. Wir stehen uns doch nah wie Schwestern."

    "Ich brauch erstmal Zeit, um alles zu sortieren. Für mich ist das auch alles zuviel grade." - sage ich.
    "Oh gar kein Problem Darling, ich nehm dir die Arbeit ab."
    "Du machst überhaupt nichts!"
    "Du kannst diesem Krüppel sagen, wenn er dich noch einmal gegen mich aufhetzt, werde ich ihn lebendig vergraben." - sie steht auf.
    "Tiza, du hast NICHTS verstanden, was ich gesagt habe. Ich kann dich nicht mehr schützen." - ich erhebe mich ebenfalls und gehe zur Tür.

    "QUINTUS - ich bin schwanger!" - ruft sie laut und läuft ins Bad, um mir das Ergebnis eines Tests mit einer verschwommenen Linie zu präsentieren.
    Wie im falschen Film stehe ich wortlos vor ihr.
    Ich, der sonst auf jede Situation rhetorisch reagieren kann, selbst wenn er im Angesicht der Hölle stünde, kriege keinen Ton heraus.

    "Es ist von dir, es GIBT NUR DICH. Vielleicht habe ich die fucking Pille einmal vergessen oder die hat sich nicht mit Sekt vertragen, keine Ahnung.
    Ich weiß, das ist nicht der beste Moment, dir das zu sagen." - ergänzt sie.
    "Das stimmt." - wie sehr ich mich auch bemühe, es wollen sich keine weiteren Worte in meinem Sprachzentrum zu einem funktionierenden Satz bilden.
    "Es ist, wie es ist.." - meinte sie kühl.
    "Ich, ich... muss erstmal alles sacken lassen."
    Dann gehe ich endgültig.
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    "Ich und Vater?" .... in dieser Situation? ... das ist so unwirklich wie eigentlich alles Erlebte in letzter Zeit.
    Eventuell hat sie sich nur einen positiven Schwangerschaftstest besorgt, um mich emotional an sich zu ketten.
    Was aber, wenn das Ganze echt ist?
    Mir wird recht schnell klar, dass ich niemanden mehr habe, der mich jetzt emotional auffangen kann und dem ich anvertrauen kann, was mich gerade belastet.
    Ein jeder wird mir da mit Missachtung und Unverständnis entgegen treten, ich werde nur Zweifel an der Echtheit hören und jeder wird mich beschimpfen und mir Vorwürfe machen, das ich doch selbst schuld sei, überhaupt mit so jemanden eine Beziehung zu führen und das mir letztendlich das Schicksal die gerechte "Strafe" zukommen ließe.

    Als sich wieder einige Gehirnzellen gefunden hatten, die sich bereit erklärten, ihre Arbeit wieder in Gänze aufzunehmen, wurde mir klar, dass ich eigentlich gar nichts gefragt hatte. Weder wusste ich über die Dauer der Schwangerschaft Bescheid, noch hatte ich gefragt, wie sie, die eigentlich gar keine Kinder will, überhaupt dazu steht und was man ihrer Meinung nach nun tun sollte.

    Ich entschied, alle Informationen vorerst für mich zu behalten und wählte Helmuts Nummer.
    Zu meiner Überraschung nahm er bereits nach dem zweiten Freizeichenton ab.

    "Ja?"
    "Ich bins." - meldete ich mich - "Wie gehts Silvia, gibts was Neues? Wie gehts dir?"
    "Naja, du weißt ja, dass ich mit ihr auch nicht gerade das beste Verhältnis habe, gelinde gesagt, aber schön ist das natürlich alles nicht. Sie ist aber über den Berg. Zum Glück hat sie ihre Freundin rechtzeitig gefunden."
    "Furchtbare Sache. Soll ich hinkommen?" - bot ich an.
    "Nein, die haben mich kaum reingelassen. Nur Familie."
    "Ja, natürlich, entschuldige."
    "Ich fahre jetzt gleich los, ich hab noch was zu erledigen und kann im Augenblick sowieso nichts machen. Ich meld mich. Machs gut."
    "Was hast...." - das Gespräch wurde bereits beendet.
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    Etwas zu erledigen....
    Ich maß diesen Worten keine große Bedeutung zu, zumindest nicht auf meine Person gemünzt.
    Mit Sicherheit hatte man nach so einer tragischen Sache noch eine Menge bürokratische Wege, musste Wechselsachen holen, Erledigungen tätigen.
    Ich fand es auch ungehörlich, das weiter zu hinterzufragen, sondern akzeptierte die Tatsache und steckte mein Handy wieder seinen gewohnten Platz.

    Wie ich 2 Stunden später genau und in Ausführlichkeit wusste, hatte die "Erledigung" etwas mit Letizia zu tun.
    Mein Freund hatte sich mir nicht anvertraut oder mich eingeweiht, sondern beschlossen, alleine und ohne mich zu handeln.
    Als ich gegangen bin, musste Tiza Helmut eine Nachricht geschrieben haben, mit der Bitte, sich zu treffen und die Angelegenheit auszusprechen.
    Helmut, der schlau, aber auch leider ein unverbesserlicher Optimist ist, der an das Gute im Menschen glaubt, hatte diesem Vorschlag zugestimmt, obwohl er doch in meiner Gegenwart immer so abscheulich und warnend von meiner Freundin gesprochen hatte.

    Da ich nicht dabei war, kann ich nur schildern, was mir 120 Minuten später von Klaus und der Beamtin der Polizei geschildert wurde.
    Helmut und Letizia hatten sich auf dem Firmenparkplatz hinter unserem Bürokomplex zu einem Gespräch verabredet.
    Den Inhalt und dessen Verlauf kann ich nur anhand dessen rekonstruieren, was mir Helmut Tage später bei einem Glas Wein schilderte.

    Er, der wirklich daran glaubte, jetzt Worte der Einsicht und Entschuldigung zu empfangen, stieß auf eine Wand aus Hass und wüsten Bedrohungen.
    Nachdem er merkte, dass alles Einlenkende nicht fruchtete, setzte er sich in einen Firmenwagen und wollte wie er selbst sagte,
    "fahren, um nicht etwas zu tun, was er später bitter bereue."

    Tiza, die nicht stehen gelassen werden wollte, näherte sich scheinbar versöhnlich und einlenkend der Fahrertür, woraufhin Helmut inne hielt und die Zündung wieder abstellte. Er öffnete das Fahrerfenster und wurde im selben Moment mit einer ihm nicht direkt definierbaren Flüssigkeit aus einer Wasserfalsche übergossen, der ein entzündetes Streichholz folgte.
    In seiner Panik der Annahme, das es Benzin oder eine leicht entflammbare Flüssigkeit wäre, erlitt er eine Schockstarre und konnte sich nicht rühren.

    Klaus, der alles mit ein wenig Entfernung angesehen hatte, rannte zu Helmut und wählte vorher den Notruf.

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  2. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Ich bekam von alledem NICHTS mit, da ich mich zuhause befand und schließlich telefonisch von Klaus über die herrschende Lage informiert wurde.
    In Windeseile rannte ich in mein Auto, ignorierte so ziemlich alle gängigen Regeln der Strassenverkehrsordnung und fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Büro.

    Tausende Gedanken schossen mir durch den Kopf und dennoch fühlte ich nicht viel mehr als eine klaffende Leere.

    In absoluter Rekordzeit und unter dem Hupen der anderen Verkehrsteilnehmer, was sich für mich wie bestätigender Applaus anhörte, erreichte ich den Parkplatz und stürmte aus dem Wagen und auf Klaus zu.

    "Was, wo...?" - ich packte ihn an seinem grauen Arbeiterkittel.
    "Beruhige dich. Es sind alle vorn."
    "Wer ist vorn?" - fragte ich ungeduldig.
    "Bleib am Besten hier."
    Ich konnte seinem Rat nicht folgen und riss mich los.

    Um die Ecke saß ein zitternder Helmut auf einem Mauervorsprung, der eine Sauerstoffzufuhr in der Nase hatte und von einem Mitarbeiter des Rettungsdienstes betreut wurde. Als ich mich ihm nähern wollte, hielt mich eine leicht gedrungene Dame, die ebenfalls zum Team gehörte, von meinem Vorhaben ab.

    "Sie können jetzt nicht mit ihm sprechen. Wer sind sie überhaupt?"
    "Das ist mein Geschäftspartner. Ich will nur kurz..." - weiter kam ich nicht.
    "Bitte beruhigen Sie sich. Herr Helmut hat einen psychischen Schock erlitten, in dessen Folge sich eine extreme Sauerstoffunterversorgung gebildet hat. Er ist desorientiert und hat eine erhöhte Herzfrequenz, wir nehmen ihn erstmal mit."
    "Wo fahren Sie hin?"

    "Das darf ich Ihnen eigentlich nicht sagen, aber schauen Sie einfach auf den RTW."

    Um die Rettungskräfte in ihrer Tätigkeit nicht behindern, wandte ich mich von Helmut ab und sah meine Freundin, die von 2 Beamtinnen aus dem Foyer geführt wurde.
    Ich wollte sofort zu ihr eilen, aber auch hier stieß ich auf massiven Widerstand.


    "Sie können jetzt nicht mit ihr reden."
    "Das... das ist meine Freundin."
    "Das tut nichts zur Sache. Wir haben noch einige Fragen an Sie."

    Plötzlich wendete sie sich Helmut zu und rief:
    "... und nie vergessen, am ENDE DER SCHLACHT WERDEN DIE LEICHEN GEZÄHLT."

    "Kommen Sie."- die Beamtin zog Letizia am Arm und verfrachtete sie auf die Rückbank des Streifenwagens.

    Kurz darauf kam die andere Dame zu mir.
    "Darf ich Ihren Ausweis sehen?" - ich reagierte nicht. -"Hallo? .. Ihren Ausweis bitte."
    "Ja, ... Verzeihung." - ich zog meine Brieftasche aus der Hose und kramte nach dem Dokument.
    "Sie sind also der Lebenspartner von Frau Letizia?"
    "Das ist schwierig zu definieren, aber ja."
    "Wir wurden alarmiert, dass hier eine Nötigung und versuchte Körperverletzung stattgefunden hat. Wir ermitteln auch wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung zum Nachteil Dritter. Ihre Partnerin hat sich sehr unkooperativ verhalten und wir nehmen sie zunächst mit. Da wir erhebliche Zweifel an ihrem seelischen Wohlbefinden haben befürworten wir die Verlegung in eine psychiatrische Klinik. Das muss aber ein Richter anweisen. Wir nehmen sie vorerst mit zur Dienststelle."
    "Kann ich mitkommen?" - fragte ich kurz.
    "Das geht nicht."
    "Wieso nicht?"
    "Sie können gern auf der Dienststelle vorbeikommen oder sich telefonisch erkundigen."
    "Denken Sie, ich warte jetzt hier, bis mir in 100 Jahren mal jemand was von euch sagt?" - ich war ziemlich aufgebracht.
    "Bitte erschweren Sie uns nicht unsere Arbeit, ich verstehe, wie Sie sich fühlen." - redete sie beruhigend auf mich ein.
    "Sie verstehen überhaupt nichts."
    "Bitte beruhigen Sie sich. Wir fahren jetzt, sie bekommen Post von uns."
    "Ich komme später nach."
    "Ich rate Ihnen, heimzufahren, sich zu beruhigen und morgen auf die Dienststelle zu kommen. Sie können jetzt nichts tun."


    Die Dame ließ mich stehen und stieg in der Beifahrerseite des Wagens ein.
    Ich sah Letizia in die Augen, unsere Blicke trafen sich und wir fixierten einander.

    Schließlich wurde auch Helmut mitgenommen, der mit seinen unzähligen Schläuchen und Armmanschetten aussah wie ein Schwerverletzter.
    Das er zu Fuß von selbst einstieg, beruhigte mich in diesem Moment ungemein, wenngleich man nicht in das Innere eines Menschen zu blicken vermag.

    Ich näherte mich wieder Klaus und bat um eine detaillierte Schilderung.
    "Klaus, was ist passiert?"
    Er erklärte mir das oben Beschriebene und fügte hinzu.

    "Ich musste anrufen, ich...."
    "Natürlich, mach dir keinen Kopf."
    "Aber warum war meine Freundin noch da?"

    "Sie ist hoch ins Büro, sie dachte bestimmt, du bist in deinem Zimmer. Die haben sich angeschrien wie die Seeleute, ich hatte Angst, das eskaliert und habe daher angerufen, ich wollte doch nur, dass alles glimpflich ausgeht. Ich bin zu Herrn Helmut, der hat gezittert wie Espenlaub und war besudelt mit irgendeiner Tunke, die furchtbar gestunken hat. Auf seinem Schoß lag ein noch räucherndes Streichholz."
    "Danke Klaus."
    "Wo willst du hin?"
    "Das kann ich dir nicht sagen."
    "Soll ich mitkommen? Die Fliesen können warten. Manchmal sollte ein Mensch nicht allein sein."
    "Nein, danke."

    Ich lief durch das Foyer zurück zu meinem Wagen, den ich, wie ich feststellte mit laufenden Motor hatte stehen lassen.

    ********************************************************************************************************************************************

    Für den Moment glaubte ich, das Schlimmste in meinem bisherigen Leben durchgemacht zu haben.

    Ich verspürte aber auch eine perverse, makabre Art der Erleichterung, da mir eine Entscheidung abgenommen wurde, die ich irgendwann zeitnah hätte selbst treffen müssen.

    Vielleicht war es Tiza´s vorerst letzter Liebesbeweis, so fragwürdig das auch anmuten mag, mir diese Entscheidung abzunehmen.

    Ich hatte gehofft, das alles irgendwie noch ein halbwegs gutes Ende nehmen könnte, wie verwunschen und verzogen diese Hoffnung auch klingen möge.

    "Am Ende der Schlacht werden die Leichen gezählt."

    Es passte nicht zu Tiza, sich zu einer so dummen, unüberlegten Handlung voller Gewalt und Klarheit hinzureißen, aus der es keinen Ausweg gab.
    Vielleicht war es der Teil eines groß angelegten Plans, oder es war nur die nicht mehr zu unterdrückende Wut einer zutiefst gekränkten und hasserfüllten Frau, die in ihren Handlungen kein Maß an Kontrolle mehr erwirken konnte.

    Leider war dies noch nicht das Ende,

    es war die zweite der drei Schwestern,.. Megaira, ... die Neidische, ... die Widerwillige und die Eifersüchtige ...

    Diesmal hatte sie keinen Boten geschickt, sondern war persönlich aus der Unterwelt erschienen um nach den Seelen der Sterblichen zu trachten ... die Eifersüchtige, ... die Widerwillige und die Neidische...

    Tisiphone, die Vergelterin,... die Rächerin und die schlimmste der Drei,... die, die kein Gewissen kennt und obweit ihrer dämonischen Schwestern von den Göttern selbst gefürchtet wurde, sollte die Beschwörung vollenden...

    ********************************************************************

    Epilog

    Nachdem ich wiederholt telefonisch abgewiesen wurde, beherzigte ich den Rat der Beamtin und wartete bis zum nächsten Morgen.
    Die Nacht verlief unruhig, ich fand keinen Schlaf und wälzte mich in meinem Bett von einer Seite auf die andere.
    Viel zu früh
    als nötig schälte ich mich aus dem Laken, verordnete mir eine heiße Duschung und rasierte mich.
    Ich zog mich an und begab mich noch im Halbdunkel zu Carmen, Tiza´s Schwester, die zwischendurch auch von alledem erfahren hatte.

    Bei Carmen, die sonst immer einen souveränen, reservierten und kühlen Eindruck mir gegenüber hatte, brachen alle Dämme.
    Ich nahm sie behutsam in den Arm und tröstete sie im Rahmen meiner Möglichkeiten.

    Zu meinem großen Glück hatte sie auch weiterreichende Informationen, die sie als Mitglied der Familie natürlich viel einfacher erhielt als ich,
    der weder eine eingetragene Partnerschaft mit Letizia hatte, geschweige denn mit ihr verheiratet war.

    "Sie haben sie ins Krankenhaus gebracht, in die psychiatrische Station." - sagt sie mit zitternder Stimme.
    "Können wir zu ihr?" - frage ich.
    "Das weiß ich nicht, ICH soll auf jeden Fall hinkommen, eine Schwester hat mich angerufen." - sie zeigt auf die Tasche - "Ich soll ihr auch ein paar Sachen und Hygieneartikel mitbringen."
    "Weiß eure Mama Bescheid?"
    "Nein, das würde sie umbringen."

    Wir fahren los.

    Während der Fahrt, die eine erhebliche Zeit in Anspruch nimmt, reden wir fast keinen Ton.
    Es ist so still, man könnte Flöhe husten hören.

    Irgendwann ertrage ich das Ganze nicht mehr und breche das Schweigen.

    "Carmen, ich... es tut mir leid. Ehrlich. Das schwöre ich dir. Ich weiß, dass du mich nicht sonderlich magst."
    "Hör auf, du hast keine Schuld."
    "Das ist nett von dir, aber du brauchst mich nicht schonen. Ich hätte viel früher eingreifen solle, ich hätte es müssen."
    "Sie hat ihren eigenen Kopf."
    "Das hat sie."
    "Liebst du sie?" - sie schaut mich an, ich blicke angestrengt auf die Straße, weiß aber, dass ich ihrem Blick nicht dauerhaft ausweichen kann.
    "Ja."
    "Wirst du für sie da sein?"
    "Das kann ich so nicht beantworten. Das hängt davon ab, ob sie das will."
    "Sie wird dich brauchen, mehr als je zuvor."
    Es herrscht wieder Stille.

    Mein Handy klingelt. Zu dieser frühen Stunde ruft mich normalerweise kein Mensch an.

    Ich fange an zu strahlen, meine Gesichtsmimik gehorcht mir nicht mehr.
    "HELMUT!!" - nehme ich ab.

    "Hab ich dich geweckt Dornröschen?" - fragt er, mir kommen fast die Tränen.
    "Wie gehts dir, alter Haudegen?"
    "Nachdem ich als lebendige Fackel getestet wurde blieb mir erstmal die Luft weg. Ich kann heute schon wieder raus."
    "Helmut, es tut mir leid. Wirklich. Ich habe versucht, ... ich wollte,... ich..." - er unterbricht mich.
    "Quintus, es ist alles in Ordnung zwischen uns."
    "Helmut, ich will ehrlich zu dir sein. Ich fahre gerade zu Letizia. Ich muss es einfach tun."

    Dann folgte ein Satz, der mich so bewegte, ... den ich meinem Geschäftspartner bis heute nicht vergessen habe:
    "Folge deinem Herz. Aber pass auf dich auf. Versuch ihr zu helfen, aber vergiss dich dabei nicht. Sonst trete ich dir in deinen Arsch."
    "Ich danke dir, Bruder. Ehrlich."
    "Meld dich."
    Ich legte auf.

    Wieder zugewandt zu Carmen klärte ich die Sache auf, da sie Helmut nicht kannte und mit dem Verlauf des Gesprächs somit nicht sonderlich viel anfangen konnte. Als ich zum Ende kam, entlockte es ihr ein kleines Lächeln und schließlich trafen wir an der Klinik ein und suchten einen freien Parkplatz, von denen es zu dieser unchristlichen Stunde noch eine Menge gab.
    Man hätte zwei Sattelzüge quer parken können, so verlassen war die Straße und erinnerte an den Beginn eines Horrorfilms.

    Ich trug die Tasche, Carmen hakte sie bei mir am Arm unter und übernahm die Führung zum passenden Gebäude, dessen Lageplan sie schon in der Nacht auf der Internetpräsenz gecheckt hatte.

    Wir fuhren mit dem Fahrstuhl in eine höher gelegene Etage und blickten auf eine zwei-flügelige, geschlossene Türe, die keine Sicht gewehrte und auf das große Hinweisschild, auf dem in Großbuchstaben die Aufforderung "BITTE KLINGELN" als Befehl verewigt wurde.

    Carmen schellte, Sekunden darauf öffnete eine kleine, junge Schwester, die sich unserem Begehr erkundigte.

    Nachdem wir uns vorgestellt hatten, wollte sie mir den Eintritt in die Station verweigern.
    "Hören Sie Schwester, in aller Höflichkeit, wenn sie mich jetzt hier nicht als Besucher reinlassen, bin ich in 5 Minuten als Patient hier." - sage ich leise.
    "Ich frage mal die Oberärztin..." - dann verschwand sie mit Carmen hinter der Tür.

    Das Warten dauerte eine gefühlte Ewigkeit, eh sich die Türe wieder öffnete und die Schwester mich herein bat.
    "Vielen Dank." - sagte ich zu ihr.
    "Warten Sie bitte kurz hier, ich hol sie gleich wieder ab und dann gehen wir in den Aufenthaltsraum."
    "Ich bedanke mich."
    Die Schwester läuft weg und hinter einer Biegung verliere ich sie aus den Augen.

    Während ich die Informationen am Patientenbord studiere, bemerke ich eine junge Dame im Adidas-Jogginganzug, die fröhlich pfeifend auf mich zusteuert.
    "Hallo." - sage ich.
    "Hallo." - entgegnet sie nett.
    "Kannst du mir sagen, wo der Aufenthaltsraum ist?" - frage ich.
    "Ja." - sagt sie und schaut auf ihre Uhr. - "Halb 9. Aber ich kann nicht bleiben, mein Raumschiff holt mich ab."
    "Okay." - stammele ich kurz und erst jetzt wird mir so wirklich klar, wo ich eigentlich gelandet bin.

    Weitere Minuten später erblicke ich meine Krankenschwester erneut und werde von ihr zum Folgen aufgefordert.

    Im Aufenthaltsraum sitzt Carmen mit einer in komplett weiß gekleideten Ärztin, die aufsteht, mir freundlich die Hand reicht und mir einen Platz am Tisch anbietet.

    "Also, es verhält sich Folgendermaßen..."

    *********************************************************************************************************************************

    Bald: Kapitel 4 mit Teil 3 und dem Finale "Tisiphone: Die Vergelterin" mit vielen überraschenden Ereignissen.

    Vielen Dank fürs Liken, Lesen, Mitfiebern und Mutmaßen! Es ist mir eine Ehre, euch lektüre - technisch ein wenig unterhalten zu dürfen!!
     
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  3. Rambozo

    Rambozo Jungsachse

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    Toll,liest sich bisschen wie Ian Flemming,Intrigen ein(e) Bösewicht(in) und ab und zu wird gescheit gevögelt.
    Bin gespannt wie es weiter geht.

    Für mich 10 von 10 Punkten
     
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  4. Rainman54

    Rainman54 Sachse

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    .... Mann, Mann Mann puhh.... ich brauch erstmal was zum Verdauen
     
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  5. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Danke Männer...
    Rambozo, ... entspricht meinem faktisch Erlebten. Die Gesprächs-Protokolle wurden anhand erhaltener Chat-Verläufe oder alter Emails rekonstruiert, ich habe auch damals schon angefangen, eine Art "Erlebnis-Buch" zu schreiben, stichpunkt-artig.
    Erstaunlich, an wieviele Details man sich noch erinnert, wenn man nur eine Notiz vor sich hat.
    Ich weiß auch heute noch OHNE Aufzeichnung die Namen fast aller Damen aus dem Gewerbe und das waren allein im Artemis Saunaclub hunderte.
    Ich schätze, ich bin erinnerungstechnisch besonders in Bezug auf Namen und Geschehnisse recht gut ausgestattet, dafür habe ich erhebliche Defizite im Merken von Geburtstagen und Zahlen.

    Ich bedanke mich ganz herzlich für die grandiose Punktzahl-Vergabe :)

    Rainman54, da geb ich mal ein Bier aus, sollten wir uns persönlich einmal treffen. Soll verdauungsfördernd sein :)
     
  6. Hausimausi

    Hausimausi Sachse

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    Spannend....
    weiter so!!!
    Ich freue mich schon auf das nächste Kapitel
     
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  7. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    @Hausimausi... Dankeschön!

    *********************************************************
    Morgen, "Teil 3" und somit das Finale von "Kapitel 4", später noch ein Zusatzteil, welcher ebenfalls zu Kapitel 4 gehört.
    Allen Kollegen einen schönen Donnerstag, die Woche ist bald wieder geschafft!!
    Danke an alle Liker und Leser. Ich freue mich sehr.
    *********************************************************
     
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  8. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Vorwort
    Zunächst erst einmal möchte ich mich bei euch ganz herzlich fürs „Durchhalten“ für die Pay6-freien Passagen und Abschnitte bedanken.
    Wie Geschlechtsverkehr, egal ob bezahlt oder unentgeltlich, funktioniert, wissen hier denke ich die meisten User.

    In meinen Tagebuch-Schilderungen ist es mir sehr wichtig, mich auch ein Stück weit als Privatmensch zu präsentieren, mit all meinen Stärken und Schwächen, in der realen und wahren facettenreichen Art und Weise.
    Ich möchte versuchen, Euch ein Eintauchen in meinen Erfahrungsschatz zu ermöglichen, der nicht nur aus sexuellen Ausschweifungen und Erlebnissen bestehend aus Spucke und Sperma daherkommt, sondern eben auch auf den Bereich Privatleben Bezug nimmt und sich so Stück für Stück ein Bild zeichnet, was die Person „Quintus“, also mich, verständlicher und nahbarer für alle Leser und Interessierte erscheinen lässt.


    Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß und bedanke mich schon im Voraus für die Sichtung meiner weiteren Kapitel. Euer Quintus.



    Kapitel 4 - FURIAE [ TEIL 3 - Tisiphone: Die Vergelterin ]
    _____________________________________________________

    Prolog

    ... und als die Schlimmste der drei Vetteln, ... mit ihrem Namen Tisiphone gerufen, auftauchte, ... in schreckender Gestalt mit pechschwarzer Haut unter ihrem grauen Gewand, da erlähmte es die Irdischen... Aus ihren durchdringenden Augen drangen giftiges Geifer und geronnenes Blut, ... bereit zu beenden, ... wo ihre Schwestern versagt hatten....


    ********************************************************************************************************************************

    Ich knüpfe gleich an die Geschehnisse im Aufenthaltsraum der Fachklinik an, verlege die Ereignisse aber im ersten Abschnitt um ca. 4 Tage nach vorn.

    96 Stunden später...

    Helmut hat mich zu einem kleinen Umtrunk gebeten, an einen neutralen Ort, der nicht mit Erinnerungen an die letzten Tage befleckt wurde.
    Wir verabredeten uns in einer kleinen, urigen Taverne in Dresden Loschwitz, einer dorf-ähnlichen Ansiedlung in Nähe des Fließgewässers mit einem besonderen Charme.

    Wir sitzen an einer gemütlichen Mauer aus hellen Backsteinen, Helmut trinkt einen 2004´er Barolo Farinetti Vigna Ronco, einen Wein, der der Empfehlung des freundlichen Gastwirtes nach unbedingt verköstigt werden müsste.
    Ich bin im Umgang mit der erlesenen Traube zugegebener Maßen sehr wenig geschult, so fällt meine Wahl schließlich auf einen alkoholfreien Cocktail im Stile des Tundra mit viel Limette und Zitrusfrucht-Anteil.

    "Sehr zum Wohle mein Freund." - Helmut erhebt das Glas.
    "Wir haben uns ein Gläschen in aller Ruhe bei Leibe mehr als verdient, Salute." - ergänze ich.
    "Quintus, ich habe eine Entscheidung getroffen."
    "Du wirst endlich zum Friseur gehen?"
    "Nein, ich... okay, ich sage es dir klar heraus."
    "Ja." - ich nehme noch einen Schluck, so, als ob ich mir mit dem jungfräulichen Cocktail Mut antrinken wolle.

    "Die letzte Zeit, das ging mir alles etwas nah, das ist ja verständlich. Ich habe daher entschieden, im Sommer für ein Jahr zurück nach Berlin zu gehen, in unser anderes Büro. Ich brauche einfach mal ein wenig Abstand zu allem hier. Mein Sohn freut sich, seine alten Freunde wiederzusehen und kann dort sein nächstes Schuljahr beenden, ich habe noch meine Ferienwohnung im Haus meiner Eltern."
    "Ich kann dich verstehen." - sage ich knapp.
    "Damit hätte ich nicht gerechnet. Es ändert sich ja nichts. Uns trennen 200 Kilometer, ... hm, das klingt etwas sentimental."
    "Ich dachte, die Ferienwohnung steht leer?" - frage ich.
    "Tut sie auch, ich muss mich neu einrichten, bisschen wenigstens."
    "Ich habe gehört, man verdient 50 Euro pro Samenspende." - schlage ich vor.
    "Ehrlich? Aus meiner wilden Singlezeit habe ich noch einen Lappen in der Schublade, der dürfte jetzt Zehntausend wert sein."
    "Du Vollidiot." - ich muss herzhaft lachen.
    "Quintus, sie hat gewonnen."
    "Sie gewinnt immer." - antworte ich knapp.
    "Nein, sie hat nicht auf diese Weise gewonnen. Sie hat 2 Freunde einander näher gebracht, eine Entfernung ändert daran nichts."
    "Das hat sie."
    "Kommst du klar, ohne mich?" - Helmut klingt etwas skeptisch.
    "Noch bist du ja da und muss ich ja wohl. Du fragst mich, als ob ich eine Wahl hätte."
    "Wir werden meine Stelle neu besetzen müssen, vielleicht mit einer Frau."
    "Na hoffentlich wird sie hübscher als du."

    Die Stunden verrinnen und aus einem Glas wird letztendlich die Flasche und wir genehmigen uns noch einige Häppchen würzig-salziger Edelsalami, gutem Käse aus einer angesehenen Käserei und einem leckeren Obst-Teller nebst frisch gebackenem Schwarzbrot aus dem hauseigenen Holzkohleofen.

    Erstaunlich "gelassen" vernehme ich die für mich eigentlich bahnbrechende Neuigkeit, wenngleich ich mit solch einer Reaktion insgeheim schon irgendwie gedanklich-mental handtiert hatte.
    Ich schlussfolgerte, dass ich meinen Geschäftspartner auch hätte ganz verlieren können, dennoch bricht für mich in wenigen Monaten eine neue Zeit an und der geschätzte Rat und die gewohnte Gesellschaft in vertrauter Runde werden einem Neubeginn mit ungewisser Zukunft weichen.
    ******************************************************************************************************************************************************************

    in den frühen Morgenstunden, ... Aufenthaltsraum Fachklinikum...

    "Wie verhält es sich denn nun?" frage ich mich innerlich, da die Oberärztin nach ihrem erwartungsweckenden Erstsatz eine lange Pause folgen lässt.
    Sie blättert in einer vielseitigen Akte und hält ihren Blick streng auf das Geschriebene gerichtet.

    Ungeduldig verkrampfe ich meine Finger ineinander und wippe meinen rechten Fuß in erhöhter Geschwindigkeit auf und ab.
    Das trostlose Ambiente mit den sterilen, grauen Tischen, welche am Boden fest verankert sind, legt sich wie ein erdrückender Schleier um mich und droht, mir die Luft zu nehmen.
    Ich kenne niemanden, der gerne in einem Krankenhaus verweilt und noch weniger kenne ich, die mit solch einer Fachrichtung schon einmal persönlichen Kontakt hatten oder gar selbst in eigener Person in Berührung kamen.
    Durch eine Glasscheibe entdecke ich ein kleinen, flurähnlichen Raum mit langen Anrichten, auf dem eine Kaffeemaschine neben einem Heisswasser-Spender für Tee steht und sich Kästen von Mineralwasserflaschen stapeln.

    Nachdem ich mit meinem Augenpaar wieder bei der Halbgöttin in Weiß gelandet bin, schaut diese endlich auf und findet ihre Sprache wieder.

    "Für eine Diagnose, geschweige denn Prognose ist es natürlich noch viel zu früh."
    "Was können Sie uns denn sagen?" - erwidere ich.
    "Und Sie sind sicher der Freund von Frau Letizia?"
    "Korrekt, das bin ich." - antworte ich.
    "Eigentlich dürften Sie gar nicht hier sitzen." - diese Antwort half mir in jenem Moment nicht weiter.
    "Das hat mir die Schwester schon gesagt, danke, dass ich hier sein darf. Wie geht es ihr denn?" - meine Ungeduld steigert sich.

    "Dürfen wir zu ihr?" - jetzt klinkt sich auch Carmen ein, die die ganze Zeit geschwiegen hatte.
    "Sie können dann kurz zu ihr. Sie leidet unter einer akuten Psychose. Sie muss mindestens für 3 Monate zunächst bei uns bleiben."
    "3 Monate?" - sagen wir fast gleichzeitig.
    "Ja, wir probieren es mit einer psychotherapeutischen Verhaltenstherapie, dazu unterstützen wir sie medikamentös, was Frau Letizia jedoch bis jetzt strikt verweigert." - fährt sie fort.
    "Das kann ich verstehen. Ich möchte auch nicht, dass sie so ein willenloser Zombie wird." - werfe ich ein.
    "Das missverstehen Sie Herr, ...?" - fragt sie.
    "Oh, entschuldigen Sie bitte, dass ich mich nicht vorgestellt habe, Herr Batiatus ist mein Name."
    "Frau Letizia zeigt stark soziopathische Züge, eventuell auch mit starken Begrenzungen in der Empathie-Ebene."

    Carmen schaut mich fragend an.
    "Das ist doch, wenn man keine Fähigkeit besitzt, sich in andere hineinzuversetzen." - versuche ich zu erläutern.
    "Ja, so in etwa. Das Krankheitsbild ist da sehr vielfältig, es kann zu extremen Schwankungen führen, von völligem Desinteresse für andere Menschen bis zur extrem überzogenen Spontanreaktion. Es kann sich erst im Laufe der Gespräche und Therapien eine umfänglichere Diagnose bilden.
    Wir brauchen da Geduld und Zeit. Die Psychiatrie ist keine schnell-lebige Fachrichtung."
    "Können wir irgend etwas für sie tun?" - frage ich weiter.
    "Nun, da sie vermehrt nach Ihnen gefragt hat dürften Sie einen Fixpunkt in ihrem Leben darstellen und es wäre natürlich schön, wenn Sie die Bereitschaft hätten, ihre Freundin und uns im Rahmen Ihrer Möglichkeiten zu unterstützen. Aber..."
    "Aber?" - echote ich.
    "Bitte haben Sie keine zu hohen Erwartungen, Rückschläge sind völlig normal. Innerhalb von Sekunden kann ein Zustand in jedes Extrem eskalieren."
    "Machen Sie sich da keine Gedanken Frau Doktor, das hatte ich draussen schon genauso."

    "Was können Sie mir von Frau Letizia berichten?" - fragt sie ganz allgemein.
    "Das sollten Sie sie schon selbst fragen." - antworte ich.
    "Sie verweigert bisher sämtliche Kooperation."
    "Ich möchte ihr helfen, aber ich werde keine vertraulichen Dinge äussern, die sie selbst nicht sagen möchte."
    "Sprechen Sie ihr gut zu, dass wir alle das Beste für sie wollen."
    "Wie oft darf ich sie denn besuchen?" - frage ich abschließend.
    "Ein bis zweimal die Woche."
    "Das ist ja wie im Gefängnis."
    "Herr Batiatus, auf dieser Station hier herrschen auch andere Bestimmungen als in den anderen Fachbereichen."
    "Natürlich, verzeihen Sie. Ich muss das auch alles erstmal für mich sortieren."
    "Wenn etwas ist, sprechen Sie mich oder jemand anderen gerne an. Die Stationsärztin, Frau Dr. Kleist ( Name geändert ) ist immer hier erreichbar."
    Die Oberärztin reicht mir ein kleines Blatt Papier mit verschiedenen Telefonnummern.

    "Ich danke Ihnen."
    "Warten Sie bitte hier. Die Schwester holt sie gleich. Ich verabschiede mich fürs Erste."
    Wir stehen alle drei auf, schütteln einander die Hände und die Medizinerin verschwindet durch die aschfahle Tür.

    "Oh scheisse." - ich richte meine Worte an Carmen. - "Sag doch auch mal was."
    "Ich kann grad nichts sagen."
    "Ich meinte es auch nicht böse Carmen. Wie machen wirs? Gehst du zuerst zu ihr?" - frage ich sie.
    "Vielleicht dürfen wir auch zusammen rein."
    "Glaub ich nicht."

    Diese Annahme bestätigte sich auch, die Schwester, welche uns schon etwas vertraut war, holte Carmen ab, da sie als Familienangehörige natürlich Vorzugsrechte hatte.
    An mich gewandt, sagte die Bedienstete:

    "Gehen Sie bitte ans Schwestern-Aquarium, Sie müssen noch ein paar Bögen Papier ausfüllen."
    "Mache ich - und ... Sie können mich gern duzen. Vermutlich werden wir uns öfters sehen.
    "Gern, ich bin Schwester Miriam. Also Miriam."
    "Quintus."
    Ich schaue zu Carmen, die sich die Nike-Sporttasche schnappt und hinter der Schwester herläuft.
    Ihre Körperspannung ist nahezu auf dem Nullpunkt, als sie Miriam nach draussen folgt.

    Ich sammle mich kurz, atme einmal tief durch und trete den Gang zum Personalbereich an.
    Was mich völlig irrtiert, wenn nicht sogar verstört, ist die Tatsache, dass Patienten mit vermeintlich "leichteren" Befunden völlig offen und frei mit Menschen, die sichtlich mit erheblicherer Diagnostik zu kämpfen haben, zusammen"leben".

    Ich sehe eine erwachsene Frau, die in absoluter Isolation um sich selbst mit einer kleinen Stoffpuppe wippend auf einem Stuhl sitzt, ein anderer Patient läuft an mir vorbei und schaut quasi durch mich hindurch, er nimmt mich in keinster Weise wahr.
    Eine weitere Dame schreit unentwegt aus ihrem Zimmer, bis schließlich eine kleine Schar von medizinischem Personal zu ihr hineingeht und das Geschrei nach kurzen Augenblicken verstummt.

    Am Schwestern-Aquarium angekommen, klopfe ich gegen die geöffnete Holz-Pforte und eine strahlend schöne Krankenschwester dreht ihren blondierten Kopf vom Computer-Monitur weg in meine Richtung.
    "Entschuldigung, ich wurde von Schwester Miriam geschickt, ich bin wegen Frau Letizia hier."
    "Kommen Sie rein. Ich bin Schwester Mia."
    "Darf ich Sie duzen?" - frage ich.
    "Natürlich. Und du bist?"
    "Quintus. Ich bin der Freund von Frau Letizia."
    "Bitte lies das in Ruhe alles durch, ich weiß, bisschen viel, wir sind eben in Deutschland. Der dritte Bogen ist für dich, ich brauche 3 Unterschriften und fülle das hier bitte noch aus. Ganz wichtig, die Telefonnummer für die Erreichbarkeit." - dazu legt sie mir einen blauen Kugelschreiber auf die Akten.

    "Das ist ja mehr als bei meiner Firmengründung." - sage ich.
    "Eigentlich erklärste dich nur bereit, nix über die anderen zu erzählen, die Privatsphäre zu achten und blablabla. Kannste auch direkt unterschreiben, vertrau mir."
    "Tue ich doch glatt." - und unterschreibe die verschieden - farbigen Bögen.
    "Warst du schon bei ihr?" - fragt Mia mich.
    Bevor ich antworten kann, kommt eine weitere Schwester in das Zimmer, mit gröberer Statur und stark maskulinen Zügen.
    Ihr Haar ist streng nach hinten gebunden und ihre Gesichtsmimik verrät bereits anstrengende Stunden.

    Schwester Mia stellt mich netterweise vor, bei der eben beschriebenen Dame handelt es sich um Oberschwester Agnes, welche mich auch direkt mit in Zimmer 2 nimmt.
    "Danke Schwester." - rufe ich zu Mia, die mir nur zuzwinkert.

    "Also, junger Mann, ich sage Ihnen jetzt, wie wir verfahren." - startet die Obere.
    "Okay."
    "Sie dürfen Ihr nichts mitbringen oder übergeben, haben Sie irgendwas in ihren Taschen?"
    "Mein Handy und meine Brieftasche."
    "Bitte geben Sie das Handy der Schwester von Frau Letizia. Sie können eine halbe Stunde bleiben. Ich hole Sie dann wieder."
    "Okay."

    Vor Zimmer 2 steht Carmen, aus ihren verweinten Augen kann ich lesen, dass die Begegnung auf jeden Fall emotional von Statten lief.
    Ohne etwas zu sagen, drücke ich ihr mein Telefon in die Hand und puste einmal kräftig durch.
    Wie heute erinnere ich mich an den Momet, an dem ich die silber glänzende Klinke nach unten drücke...

    **************************************************************************************************************************************

    Hinter mir schließe ich die Tür.
    Der kleine Flur gewährt noch keinen Blick auf meine Freundin.
    Ich gehe an einer kleinen Räumlichkeit vorbei, bei der es sich wohl um die Nasszelle handeln dürfte.
    Rechts an der Wand hängen ein Notfall-Rettungsplan mit eingezeichnetem Fluchtweg und ein Bild wie aus einem Apotheken-Kalender von einer Waldlichtung, bei der die Sonnenstrahlen am Morgen ihre Bahnen durchs Gehölz brechen.

    Auf dem großen Fensterbrett sitzend sehe ich Letizia, die gedankenversunken nach draussen schaut.
    Ihr dunkelbraunes, fast schwarzes, dichtes, langes Haar fällt leicht gewellt, aber natürlich, über ihre schneeweiße Strickjacke, die ihr wohl Carmen gerade mitgebracht hatte.
    Sie trägt eine graue Jogginghose und weiße Socken.
    Mein Herzschlag erhöhte sich, als ich mich ihr näherte.

    Wie soll man in so einer Lage reagieren? Was soll man nur sagen?...
    Ich begab mich zu ihr, sodass wir leicht versetzt voneinander parallel gegenüber jeweils an die Wand lehnend saßen.
    Wir schauten gemeinsam durch das Fenster, welches keinen inneren Griff hatte, in die Außenwelt, wo eine Amsel auf der saftigen Wiese landete,
    ein Weilchen zwischen den Gräsern hüpfte und sich wieder in die Lüfte erhob.

    Ich nahm ihre Hand, die auf ihrem Oberschenkel ruhte.
    Noch immer sprachen wir kein Wort miteinander.
    Sie dreht sich langsam zu mir.

    "Du bist endlich da."
    "Ich konnte nicht schneller kommen und bin froh, dass ich dich überhaupt sehen darf."
    "Gib mir einen Kuss."
    Wir küssen uns.
    Ihre Lippen schmecken nach Intensität und Leidenschaft.
    Wären die traurigen Mauern in dieser Anstalt nicht gewesen, hätte man sich genauso gut in diesem Augenblick an die Cote Azur träumen können.

    "Wie gehts dir?" - frage ich, während ich ihr eine Strähne aus dem hübschen Gesicht wische.
    Dieses Gesicht, dass wie eine Puppe anmutet und auch ohne Schminke oder kostspielige Kosmetika Venus vor Neid erblassen lassen könnte.
    Diese Augen mit der Tiefe des Pazifik und der Entschlossenheit eines sibirischen Tigers drangen in mich ein.

    "Die werden mich hier nicht kleinkriegen. Die werden mich hier nicht brechen." - antwortet sie mir.
    "Tiza, ich möchte dir helfen."
    "Ich brauche dich."
    "Wenn du das möchtest, dann bin ich für dich da." - ihr rollt eine Träne über ihre linke Wange, ich wische sie ihr weg.
    "Valentina und Aylin werden das für mich draussen beenden, glaub mir." - ich bin enttäuscht über diese Kehrtwende.

    "Wie kannst du nur in dieser Situation jetzt DARAN denken? Nur WIR sind noch wichtig, vergiss doch deinen ganzen Hass und stecke deine Stärke, die du hast, in uns und in dich. Du bist die stärkste Frau die ich kenne, bündel doch deine ganze Energie auf uns." - versuche ich zu ihr vorzudringen.
    "Ich habe mir das Beste für den Schluss-Akt aufgehoben."
    "Letizia, wenn du da weiter machen willst, wo du aufgehört hast, dann kann ich nichts mehr für dich tun.
    Schau mich an, das mein ich ernst. Und du weißt, nicht nur du stehst zu deinem Wort."


    Ich stehe auf und bin im Begriff zu gehen.

    "Warte." - ruft sie mir hinterher.-
    "Weißt du, wie das ist, ... jede Nacht im Bett zu liegen und zu wissen, dass der eigene Freund in den Armen irgendeiner Schlampe ist, oder, wenn es für mich gut läuft, mit einem Menschen, der sein Freund ist, zusammenhockt und sich anhört, wie furchtbar ich bin und was man doch tun könnte, um mich endlich loszuwerden? WEISST DU DAS??"

    "Letizia, ich..." - ich möchte etwas sagen.

    "LASS MICH AUSREDEN VERDAMMT. Ich habe dir nichts als Liebe geschenkt und du hast mich behandelt, als wäre ich der schlimmste Mensch auf diesem verfickten Planeten. Du hast mir mein Herz rausgerissen und verfüttert, bis ich nur noch Leere empfinden konnte und Hass.
    Ja ich hasse dich! Und ich liebe dich, verdammt. Ich hasse es, DICH zu lieben!" - ihr rinnen die Tränen runter, sie fährt fort.

    "Ich weiß, dass ich schwierig bin, aber das bist du auch. Du siehst auch nur dich und deine Karriere, du hast vielleicht eine andere Loyalität gegenüber deinen Bezugspersonen, aber du bist nicht anders als ich. Aber ich bin hier drin, in dieser verfickten Irrenanstalt. Ich werde mir nicht gefallen lassen, wenn man dich mir wegnehmen will. Ich werde nicht zuschauen, wenn man mir mein Herz zum 2. Mal rausreißen will!!
    Niemand außer du darfst das tun. Und wenn es doch jemand macht, dann werde ich ..."

    "Letizia,... ich habe dir nach unserem ersten Jahr gesagt, dass das für mich so nicht mehr geht. Sicher bin ich auch kein Heiliger, das habe ich auch nie behauptet. Aber ich kenne Grenzen und verwische sie nur manchmal, aber radiere sie nicht aus so wie du. Tausende Male habe ich mich schützend vor dich gestellt, ich habe unzählige Menschen verloren und enttäuscht - FÜR DICH. Ich habe dir nie versprochen, dass alles so weitergeht wie in unserer Anfangszeit, weil ich nicht mehr der Mensch bin, der ich wahr. Mich hat das auch verändert, DU hast mich verändert.
    Mag sein, das du was Besseres verdient hast als mich."


    "Ich möchte nur dich, egal was passiert ist." - reagiert sie.

    "Nach dieser Nacht komme ich zu dir, freue mich auf dich, hoffe dich in einem halbwegs gutem Zustand vorzufinden und das Erste, was du mir sagst, ist, dass du den Menschen, der wie ein Bruder für mich ist, zerstören möchtest. Das kann ich nicht mehr. Mach so weiter und du wirst irgendwann komplett allein sein. Es tut mir weh, dir das so zu sagen, aber ich werde dann nicht mehr da sein."

    "Du lässt mich also im Stich?"

    "Nein, du verlierst dich selber. Du verlierst mich, du verlierst deinen Job, deine Schwester und deine Mama.
    Denkst du, sie freut sich darüber, dass ihre kleine Principessa in der Klappse sitzt?
    Sie liebt dich von ganzem Herzen.
    Carmen hats nicht übers Herz gebracht, ihr das zu erzählen, weil es sie umbringen würde!
    Sie ist so stolz auf dich, sie weiß, dass du deinen Weg gehst. Du hast ihren Mut, ihre Entschlossenheit. Ihren Kampfeswillen.
    Carmen ist die Sensiblere von euch, DU bist stark, du könntest alles schaffen.
    Erinnerst du dich, wie du mir das immer gesagt hast, als ich gezweifelt habe?
    Therapiert hast du mich und zwar so lange, bis ich selbst dran geglaubt habe, bis alle Zweifel weg waren.
    Als ich von dir ging war ich so überzeugt, alles zu schaffen, dass ich in Höhen stieg, die die Sonne beschämten.
    Du brauchst jetzt jemanden, der dir den gleichen Gefallen tut - egal ob du das hören möchtest.
    Von mir aus verfolge deine Pläne weiter, spinn deine Intrigen, nutze die Menschen weiter aus, die du schon jahrelang manipulierst und die dir hörig sind - aber glaub mir Tiza, du wirst nichts dabei gewinnen.
    Du musst dich nur selbst besiegen und deinen Hass. Aber vermutlich bist du zu schwach dafür.
    Wir haben uns soweit voneinander entfernt, wie Punkte an fremden und fernen Küsten, uns trennen gerade Ozeane.
    Ich gehe jetzt.
    Ich kann das so einfach nicht. Ich möchte für dich kämpfen und da sein, aber ich werde nicht Schlachten gegen meine eigenen Leute schlagen."


    "Warte. Hast du was zu Schreiben und ein Stück Papier?" - fragt sie mich.

    "Was? Nein, die haben mir alles weggenommen bevor ich rein bin, doch, ich hab im Hemd noch einen Kuli."
    Letizia rennt ins Bad und kommt mit einem Stück Toilettenpapier zurück, auf das sie mit meinem Kugelschreiber hastig etwas kritzelt, zwei mal faltet und mir zusteckt.

    "Was soll das?" - frage ich sie nun wiederrum sie.
    "Bring das Vale, heute noch."
    "Das mach ich."

    Die Tür öffnet sich, Schwester Agnes steht ohne geklopft zu haben im Zimmer und mahnt an, dass die Zeit nun um sei.
    "Verabschieden Sie sich." - sagt sie knapp zu mir.

    Ich nehme Tiza fest in den Arm und flüstere ihr ins Ohr.
    "Sei tapfer Süße, niemand kriegt dich klein. Ich komme wieder, sobald ich kann."

    Wir küssen uns und sie drückt mir noch einmal nachdringend auf die rechte Tasche meines Jackets, wo das Toilettenpapier ruht, welches sie dahin befördert hatte.

    "Nun kommen Sie schon, Sie sehen Sie ja wieder." - die Obere drängt nun deutlicher.
    Ich verlasse das Zimmer, Letizia kehrt auf ihre Fensterbank zurück.

    Es ist derselbe Anblick wie beim Betreten, nur hatte sich irgend etwas geändert.
    Eine geheime Kraft, vielleicht auch unterstützend beflügelt von dem Klang meiner eindringlichen Worte, hatte sich ihrer bemächtigt und eventuell einen leichten Sinneswandel, zumindest für einen klaren und diesen Moment, herbeigeführt.
    Es konnte allerdings auch eine List sein, in der ich die Rolle des Boten spiele und sogar noch zum Vorantreiben ihrer intriganten Pläne beitrage.
    Ich entschloss mich, ihr zu vertrauen und NICHT auf das Papier zu schauen, ich fühlte, dass ich ihr diese Chance einfach geben musste.
    Sollte sich alles wider Erwarten ins Negative verkehren, so stand für mich fest, dass alle Rehabilitation verwirkt war.

    ********************************************************************************************************************

    Ich sammelte Carmen in der Cafeteria im Untergeschoss wieder ein, die von der Station "geflohen" war und an einem Stehtisch einen dunklen, dampfenden Kaffee trank. Freundlicherweise stand auch für mich einer bereit, den ich dankend annahm und sogleich verköstigte.
    Wir tauschten ein paar Worte, ohne einander zu fragen, was beim anderen im Zimmer geschehen war, sondern attestierten, das alles noch wesentlich schlimmer hätte ablaufen können und waren somit mit der Gesamtsituation auf eine eigenartige, fast befremdliche Weise, zufrieden.

    Ich setzte sie bei ihrer Wohnung ab.
    "Dein Geburstag wird wohl in 2 Tagen ausfallen oder?" - frage ich sie mit einem leichten Grinsen.
    "Ich ruf mal in der Station an, ob ich ein Stück Torte mit zu Tiza nehmen darf. Und Mama sage ich, dass Tizi auf Geschäftsreise ist und sie somit nicht feiern kann. Ich hasse es, zu lügen."
    "Das verstehe ich, aber in dieser Situation musst du das einfach tun."
    "Komm doch wenigstens auf ein Stück Kuchen vorbei. Onkel Massimo kommt auch. Ihr versteht euch doch so gut."
    "Das mach ich. Ja, er ist ein Unikat." - bestätige ich.
    "Danke für alles, Quintus. Vielleicht habe ich dich doch falsch eingeschätzt."
    "Nein, das hast du nicht. Ich bin wirklich ein Ekel." - wir lächeln uns beide an.

    Wir versichern einander, gegenseitig anzurufen, sollte sich irgend etwas Neues oder Elementares ergeben.
    Sie winkt mir noch zu, als ich schon beinahe auf der Straße bin und Valentina ansteuere.

    *******************************************************************************************************************
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. April 2019
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  9. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Valentina, von den meisten nur "Vale" genannt, ist die Tochter eines Geschäftsmannes, der in Berlin und Frankfurt am Main mehrere Pfandhäuser und Wettbüros betreibt und deren Charakter gelinde gesagt recht wechselhaft daherkommt.

    Sie gilt ihren Freunden gegenüber als sehr ehrlich und loyal, hat aber auch eine Menge Feinde und wenig Skrupel, ihren Wünschen und Forderungen notfalls auch mit Androhung oder Durchführung von Gewalt zu entsprechen.

    Da ich mit Tiza schon oft in ihrer Wohnung war, kenne ich die Route und bin nach ca. 20 Fahrtminuten auch am Objekt meines Zielortes.
    Ich parke auf einer Sperrlinie, da nichts anderes zu bekommen ist und betätige die Klingel.
    Ohne eine Gegenfrage wird mir geöffnet, was mich äusserst erstaunt.

    Vermutlich hatte Valentina jemand anderen erwartet, entsprechend war auch ihr Gesichtsausdruck, als sie meiner Person im 2. Stock an der Türe angesichtig wird.

    "Was machst du denn hier?" - fragt sie erstaunt.
    "Darf ich reinkommen?"
    "Klar. Weißt ja, wo das Wohnzimmer ist. Was trinken?" - ich bin über ihre Gastgebermanieren positiv überrascht.
    "Nein, danke. Setz dich bitte einen Moment."
    "Okay."
    Ich reiche ihr den Zettel von Letizia.

    "Was ist das?"
    "Lies das bitte. Ist von Tiza."
    "Woher hast du...?" - ich falle ihr ins Wort.
    "Vale, lies es bitte. Ich weiß nicht was drauf steht."
    Ihre Augen überfliegen die Zeilen.

    "Auf keinen Fall." - stösst sie aus.
    "Wie auf keinen Fall? Was meinst du?" - frage ich.
    "Es ist alles geplant. Ich mach doch nicht 2 Wochen Arbeit kaputt, nur weil sie jetzt sentimental wird da drin."
    "Woher weißt du das überhaupt, wo sie ist?"
    "Es spricht sich Vieles schnell rum." - ihre Freundlichkeit mir gegenüber ist gänzlich verflogen.
    "Vale, das ist weniger eine Bitte als eine Aufforderung."
    "Kannste vergessen."
    "Du wirst mir nicht sagen, was ihr vorhabt und ich wills auch gar nicht wissen. Aber ich rate dir sehr, zu tun, was da steht."
    "Tiza ist weg - und ich entscheide, dass wir das machen."
    "Nun, Letizia wird irgendwann wiederkommen und ich möchte nicht DU sein, wenn sie wieder da ist."
    "So eine Scheisse." - sie steht auf.
    "Valentina, ich verlass mich auf dich okay."

    Es klingelt.
    Jetzt ist scheinbar DER Besuch eingetroffen, der anstatt meiner wirklich geplant war.
    Es ist Aylin, eine von Valentinas und Letizias Freundinnen.

    "Wir vergessen das." - sagt Vale zu Aylin.
    "Was?" - reagiert diese.
    "Geh mal durch ins Wohnzimmer, Quintus ist da."
    Aylin betritt das Wohnzimmer. Sie ist Kickboxerin und ebenfalls in der Stadt sehr bekannt.

    Wir begrüßen uns mit Küsschen links und rechts, sie erkundigt sich nach Tizas Gesundheitszustand und macht auf mich einen recht sympathischen und bodenständigen Eindruck.
    Ich versuche, sie auf meine Seite zu ziehen und verdeutliche nochmal meinen Standpunkt.
    Sie willigt ein und schließlich verspricht mir auch Valentina in die Hand, den Anweisungen meiner Freundin zu folgen.

    Ob ich den beiden trauen kann, vermag ich nicht zu sagen, aber ich weiß, dass ihre Angst vor Letizia sicher größer ist als ihr Wille, allein und eigenverantwortlich irgendeine Dummheit zu begehen.

    Ich verabschiede mich und fahre zu Letizias Wohnung.
    Zum ersten Mal seit Langem habe ich auch ihren Schlüssel an meinem Bund, den ich am Morgen noch sicherheitshalber angefügt hatte.

    ***********************************************************************************************************************************************

    Ich ergattere einen Parkplatz fast vor der Haustür, grüße die Nachbarin mit ihren 2 Katzen, die wie so oft aus dem Schlafzimmer-Fenster im Erdgeschoss zu dritt aus dem Fenster schauen und drehe den Schlüssel im Schloss.

    So gut wie nie habe ich Tiza´s Wohnung alleine betreten und als ich diese verließ, befand sie sich in einem schlimmen Zustand.
    Innerlich richtete ich mich darauf ein, hier erstmal klar Schiff machen zu müssen, da Carmen sicher in ihrer Eile des Tasche-Packens nicht die Muse und Zeit hatte, da aufzuräumen.

    Wie vom Blitz getroffen stand ich in den makellosen Räumen, Letizia musste noch alles aufgeräumt haben, bevor sie sich zum Treffen mit Helmut aufmachte. All die Klamottenberge waren verschwunden und sämtliche Deko, die noch vor Kurzem quer überall herumlag, stand oder lag an ihrem zugewiesenen Platz.

    Was ich hier eigentlich wollte, wusste ich selbst nicht, vielleicht wollte ich einfach das vermeintliche Chaos richten, was ich vorzufinden dachte.

    Ich ging ins Schlafzimmer und mittig auf dem Bett stand unser gemeinsames Foto aus dem Venedig-Urlaub, gerahmt von Rosenblüten in Herzform um das Bildchen. Daneben lag ein Zettelchen auf dem "Ti amo" zu lesen war und weiter darunter

    "Du wirst Durst haben, im Kühlschrank steht dein Eistee."

    Sie wusste, dass ich kommen würde und ich ging mit einem Grinsen in die Küche.

    Als ich den Kühlschrank öffnete, erblickte ich sicher 10 Eistee-Flaschen mit meinen Lieblingsgeschmäckern "Peach" und "Lemon" und genehmigte mir direkt eine davon.
    Als ich die anderen musterte, entdeckte ich einen gelben Klebezettel, der mich in Richtung Wohnzimmer schickte.

    Der Schnitzeljagd folgend stand ich nun in der Stube und wusste nicht, nach was ich Ausschau halten sollte.
    Da ich nicht alle Schubladen und Schränkchen durchwühlen wollte, stand ich sicher 30 Minuten in der Mitte des Zimmers und dachte anstrengt nach.

    Immer wenn ich glaubte, einen Gedankenblitz zu haben, erwies sich diese Spur als falsch.

    So sehr ich auch grübelte, ich fand keine Lösung.

    Alles befand sich an seinem Fleckchen und als ich gerade gehen wollte, bemerkte ich doch eine Veränderung.

    In ihrem kleinen weißen Kästchen, indem sich sonst nur Schmuck und Geld befand, lugte ein kleiner Zettel hervor, der wie ein Los aus der Rummelbude gedreht war und aus der Öffnung herausschaute.

    Ich setzte mich auf die Couch-Landschaft und glättete behutsam das Zettelchen.

    "Sagen wir, ich habe dir vertraut okay. Und ich KANN DICH DOCH NOCH ÜBERRASCHEN. Kuss."

    Ich war sprachlos und eine Träne, der ich mich nicht schämte, lief mir aus dem Auge.

    Sie musste das geplant haben, ohne Option.

    Sie wusste, dass sie mit dieser Aktion am Parkplatz nicht durchkommen würde und hatte darauf vertraut, dass ich zu ihr stehe und sie zur Umkehr ihrer Pläne bewegen kann.

    Ferner, das ich die richtigen Worte finde und EINMAL, wenn ALLE gegen sie sind, NUR ZU IHR STEHE, egal, was die anderen davon halten.
    "Du verrücktes Miststück."
    - dachte ich laut und nahm das Zettelchen lächelnd an mich.

    Ich wählte Helmuts Nummer.
    "Ja?" - meldete er sich
    "Bruder, es ist vorbei."

    **********************************************************************************************************************************

    Epilog


    ...Tisiphone, die Schlimmste der drei Schwestern, die Vergelterin, stand vor Rache triefend über ihrem irdischen Opfer gebeugt,

    ... bereit,... alles verheerende Unheil über ihn zu stürzen und ihn in die Unterwelt zu entsenden, um jedes Zeichen seiner Menschlichkeit zu tilgen...

    ... doch ... trotz ihrer Macht von den Göttern verliehen, kann sie nicht das Gute besiegen, da das Gute immer über das Böse triumphieret....

    So ist sie gezwungen, rasend vor Wut, ... von ihren Plänen abzulassen und zurückzukehren, ... in die lodernden Gefilde des Tartarus und es bleibt ihr nichts als die Hoffnung, ... bis sie ward wieder Beschworen, ... die Schlimmste der drei Schwestern, die Vergelterin.

    ***********************************************************************************************************************************

    Liebe Freunde und Leser, da für mich als Betroffener das Schreiben dieses Kapitels auch Erinnerungen und Emotionen geweckt hat, habe ich mich entschlossen, den drei bereits bestehenden Teilen des Kapitels 4 „FURIAE“ einen Zusatzteil anzufügen, der den Titel

    Auch eine zitternde Hand kann zur Faust werden“ tragen wird, der in Kürze erscheint.

    Ansonsten geht es bald weiter mit Kapitel 5 mit meinem ersten Saunaclub " Artemis"-Besuch in Berlin, Angels-Stripclub-Besuchen, meine Rückkehr zu Mimi in die Terminwohnung in Pieschen, der Suche nach Ersatz für Helmut und sein Drama mit seiner Exfrau,
    meine Entwicklung mit Letizia, Carmen´s Geburtstag, mein unfreiwilliger Besuch mit Helmut im Swingerclub und vielem, vielem mehr.


    Wie immer gilt mein HERZLICHSTER DANK AN ALLE LESER, LIKER UND INTERESSIERTE!!
     
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  10. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Kapitel 4 - FURIAE [ Zusatzteil: Auch eine zitternde Hand kann zur Faust werden ]

    ... als ich die Wohnung von Letizia verlassen habe, überkommt mich das starke Bedürfnis, zu ihr zu gehen.

    Ich möchte bei ihr sein und sie wissen lassen, dass ich Stolz auf sie bin.
    Nicht stolz ob der Sachen, die sie getan hat, aber stolz darauf, dass sie auch für sich erkannt hat, dass Auge um Auge in der Regel nur Blinde hinterlässt und man beim vermeintlichen Gewinnen am Ende trotzdem verliert.

    Der nächste Morgen, eher der frühe Mittag...

    Heute ist ein schwieriger Tag für mich.
    Es jährt sich der Todestag meines geliebten Opa, der für mich ein Vaterersatz war und zugleich mein bester Freund, mit dem ich Stunden auf dem Bolzplatz verbrachte und der nicht müde wurde, mit mir Ewigkeiten durch die heimische Flora und Fauna zu wandern.
    Er erklärte mir alles, was man im Leben wissen sollte und trug erheblich zur Formung meines Charakters bei.
    Tat ich eine Sache gut, so sparte er nicht mit motivierendem Lob, aber scheute sich zeitgleich auch nicht, schlechtes Verhalten entsprechend konstruktiv zu kritisieren und notfalls auch zu strafen.

    Bis in seine letzten irdischen Tage war er für mich der wichtigste Ratgeber, der in jeder Situation die passenden Worte fand und er bestand förmlich darauf, trotz schwindender Gesundheit, stets meine Konzepte zu lesen und mit mir in regen Austausch über meinen beruflichen Werdegang zu treten.

    In seinen letzten Augenblicken war ich bei ihm und hielt seine Hand, wie er es so oft für mich getan hatte.
    Er hatte keine Angst vor Tod, sondern war davon überzeugt, dass wir uns im nächsten Leben wiedersehen, wo er geduldig auf mich warten würde,
    bis auch meine Zeit gekommen wäre.

    Ich war froh, zu dieser Zeit Letizia an meiner Seite zu haben, die mir Trost spendete und kompromisslos für mich da war und an meiner Seite stand.
    Sie half mir, die Lücke, die wie ein leeres Gefäß in mir thronte, wieder Stück für Stück mit Leben zu füllen.

    Noch kurz vor seinem Ableben hatte er mir drei Versprechen per Handschlag abgenommen, der für ihn mehr galt als jeder notariell beglaubigte Vertrag.
    Ich solle für meine Oma sorgen und meine beruflichen Pläne weiter vorantreiben.
    "Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg."
    - so klang eine seiner Weisheiten.
    Über das letzte Versprechen kann ich hier nichts schreiben, vermutlich werde ich das nie.

    Als er in seinem Sarg zur letzten Ruhe gebettet in der Trauerhalle liegt, bin ich der Letzte in der schier endlos langen Schlange der Familie, Freunde, ehemaligen Arbeitskollegen, Nachbarn und Bekannten, um ihm die letzte Ehre zu erweisen.
    Wie ich vor ihm stehe, spreche ich ein paar letzte, vertraute Worte und gebe ihm eine Münze in die Hand, den Obolus für den Fährmann, um seine Überfahrt antreten und bezahlen zu können.

    *********************************************************************************************************************************************
    .... Es ist Sonntag und ich rufe in der Klinik an, ob ich Letizia noch einmal besuchen dürfe.
    Nachdem ich mehrmals aussagelos weiterverbunden wurde, lande ich schließlich bei der Oberärztin Frau Dr. Kleist, die erstaut auf mich reagiert, da ich doch schließlich "erst" gestern dagewesen wäre.

    Sie empfängt mein Anliegen mit einem gewissen Unverständnis und es gelingt mir nur anhand meiner Überredungskünste und des kontinuierlichen Dränges meiner Person, ihr ein kleines Zeitfenster zu entlocken.
    Mahnend wird mir zugetragen, das dies nicht die Regel werden kann und ich mich wohl oder übel auf einen oder maximal zwei Besuche pro Kalenderwoche einpendeln muss.

    Vorfreudig fahre ich zum Krankenhaus und stelle meinen Wagen auf der Seitenstrasse ab.
    Den mir inzwischen bekannten Weg zum richtigen Gebäude lasse ich im Rekord-Tempo hinter mir und stehe in Windeseile im Fahrstuhl, um in die passende Station empor zu steigen.
    Auf mein Klingelzeichen reagiert eine mir bisher unbekannte, neue Schwester, bei der ich mich erst einmal komplett neu vorstellen und ausweisen muss, sie parkt mich weiter draussen, bis sie schlussendlich doch zurückkehrt und mich endlich hinein bittet.

    Heute findet keine Therapie statt, böse könnte man auch formulieren, dass an diesem Wochenende jeder Patient sich selbst überlassen ist.
    Nur wenige bekommen Besuch, was die unterschiedlichsten Ursachen haben könnte.
    Sehr erstaunt bin ich, dass Tiza nicht mehr im zugewiesenen Zimmer 2 verweilt, sondern sich seit heute eine Tür weiter in Richtung Schwesternzimmer befindet. Aufgelöst habe ich dieses "Rätsel" auch bei meinem Verlassen nicht.

    Nachdem ich "Grünes Licht" bekommen habe, gehe ich mit leeren Händen zu ihr, da mir weiter verboten ist, irgend etwas mitzubringen.
    Um meinen Besuch nicht zu gefährden, habe ich beschlossen, darüber zunächst Stillschweigen zu bewahren, wenngleich ich nicht verstehen kann, warum ein Strauß Blümchen oder eine kleine Praline nicht gestattet wurde.

    Leise öffne ich die Türe und nähere mich dem Bett.
    Wie Zimmer zwei ist auch diese Räumlichkeit für eine Person ausgerichtet, aber es befindet sich keine Menschenseele im Raum.
    Auch die Nasszelle, die ich prüfend mit einem Stoss gen Wand aufschlage erscheint mir gänzlich verwaist.
    So trete ich auf den Flur zurück, wo mich Oberschwester Agnes wieder erkennt und mich anspricht:

    "Guten Tag. Das war ja ein kurzer Besuch. Gabs Streit?" - fragte sie im rauen Seemannston.
    "Hallo. Nein, sie ist nicht da."
    "Sie ist nicht drinnen?"
    "Nein, sie ist wohl geflohen?" - ich versuchte, das Gespräch mit einem kleinen Scherz aufzulockern, der keinen Anklang fand.
    Als ob ich nicht die Wahrheit sagen würde, riss sie die Türe auf, versicherte sich selbst meiner Aussage, machte kehrt und kam zu mir zurück.

    "Sie ist nicht da."
    "Das sagte ich Ihnen bereits."
    "Vermutlich ist sie im Gruppenraum oder in der Lese-Ecke."
    Dann lies sie mich stehen.

    Ich schaute in den Gruppenraum, wo wie bei einer Sektenveranstaltung traurige Gestalten mit ihren Köpfen wippend an den Tischen saßen,
    2 Patienten versuchten sich in einer Art des "Halma-Spiels", allerdings zu ihren ganz eigenen Regeln, da sie vor jedem Zug neu würfelten.
    Auch das Mädchen, das ich bei meinem ersten Besuch gesehen habe, war wieder fussläufig unterwegs - ich stellte fest, dass ihr Raumschiff sie noch nicht abgeholt hatte, was sie aber sichtlich nicht zu stören schien.

    In der letzten Ecke entdeckte ich schließlich Letizia, die mit einem Buch in der Hand versunken unter einer Decke auf einem weißen Stuhl lungerte und eifrig Zeile um Zeile las.
    Sie war so in das Geschehen vertieft, das sie zunächst gar keine Notiz von mir nahm.

    Als sie mich entdeckte, blickte sie erschrocken auf, erhob sich sogleich und fiel mir leidenschaftlich um den Hals.
    Die schwere Lektüre fiel krachend zu Boden und eine Patientin erschrak sich so sehr darüber, das sie ihren ganzen Kaffee verschüttete, den sie gerade mühsam in ihre Schnabeltasse befördert hatte.
    Wutentbrannt kam sie auf uns zu und beschimpfte uns aufs Unflätigste, was wir aber in Gänze ignorierten.

    "Was machst du denn hier?" - fragte mich Tiza.
    "Vorläufig können wir uns wohl nur hier treffen." - meinte ich.
    "Ja, aber du darfst doch eigentlich gar nicht kommen?"
    "Nicht nur du kannst andere beeinflussen."
    "Lass uns in mein Zimmer gehen."
    "Ja, nennen wir es doch unser neues Liebesnest."

    Wir liefen den Gang zurück an den Halma-Spielern vorbei, die ihre Partie wohl beendet hatten und nun trostlos in die Luft schauten.
    Ich musste feststellen, dass für die Vielzahl an bedürftigen Menschen die Anzahl des pflegenden Personals gelinde gesagt in keinerlei gesundem Verhältnis stand.
    Es war für die Schwestern schlichtweg nicht möglich, Beistand auf emotionaler Ebene zu geben, ein offenes Ohr zu leihen oder einer kleinen Plauderei zu fröhnen.

    Im Zimmer angekommen, schloss ich hinter mir die Tür und setzte mich mit Tiza aufs Bett.
    "Warte." - sagte sie und lugte noch einmal aus der Pforte auf den Gang, um dann fortzufahren - "Die Schwester geht grad raus, die kommt so schnell nicht wieder."
    "Was meinst du?" - fragte ich.
    "Das wirst du gleich sehen." - und beginnt mir das Jacket auszuziehen.
    "Warte mal, woher willst du wissen, dass die nicht gleich wiederkommt?"
    "Hab ich schon gecheckt heute früh, wenn die rausgeht mit den Patientenakten, ist die immer ewig weg. Und schau sie dir an, sie wird nicht sprinten."
    "Das ist doch völlig verrückt." - sage ich, weigere mich aber auch nicht.

    Wir haben Sex im Missionar auf dem Patientenbett.
    Nun ist das kein leidenschaftlicher Beischlaf, wo man gänzlich nackend übereinander herfällt, es liegen im Prinzip nur die wichtigsten und notwendigsten Organe frei, sodass man doch bei ungeplantem "Besuch" möglichst schnell reagieren könnte.

    Natürlich wäre man trotzdem in flagranti voll erwischt worden und rückblickend betrachtet, hätte es mir vielleicht sogar ein Hausverbot mit den daraus resultierenden Konsequenzen einbringen können.

    Als ich ohne Kondom in ihr bin, schaue ich ihr mit einem gedanken-verzogenen Blick in die Augen.
    "Was ist?" - fragt sie.
    "Naja, wir... Schwanger?" - fällt mir plötzlich wieder ein, was ich aufgrund der ganzen Ereignisse bis gerade eben verdrängt hatte.
    "Das klären wir danach. Jetzt ficken wir."

    Mit wahrscheinlich sehr fragwürdigem Stolz darf ich bis zum heutigen Tage behaupten, dass eine Psychiatrie sicher der skurilste und ungewöhnlichste Ort für mich war, wo ich bisher Sex hatte.
    Die Verderbtheit des Verbotenen und die Gefahr, erwischt zu werden, verfehlten nicht ihren Reiz und wir kamen fast gemeinsam zum Höhepunkt.

    Mit einem kleinen Stück Stoff, was ich auf dem rollbaren Tischlein neben dem Bett zu greifen bekam, machte ich mich sauber.

    "Hey, spinnst du - das ist mein Waschlappen." - sagte Tiza zu mir.
    "Ich kann ja auch deine Haare für nehmen." - konterte ich und wir fielen uns umschlungen auf die Matratze.
    "Ich muss kurz ins Bad und dann reden wir. Mach bitte inzwischen das Bett." - dann verschwand sie.

    Ich richtete das zerwühlte Laken und schüttelte das Kopfkissen neu auf.
    Auf dem Betttuch waren seitlich einige verräterische Spuren geblieben, die mich per DNA-Test zweifelsfrei identifiziert hätten, sodass ich gezwungen war, das Laken mit aller Gewalt so tief als mölich unter die Matratze zu ziehen.

    Ich öffnete die Wasserflasche und füllte zwei bereitstehende Gläser.
    Tiza kehrte zurück, wir stießen damit an, als wäre es Champagner und wir säßen an der Champs-Elysee in der französischen Hauptstadt Paris.

    "Das hat ja nicht mal Sprudel."
    "Ich will auch keinen Sprudel." - antwortet sie mir.
    "Da kannste doch gleich aus der Leitung trinken, schmeckt doch nach überhaupt nix."
    "Ich kann ja den Zimmerservice rufen."
    "Tiza, hast du das mit der Schwangerschaft ernst gemeint?" - ich komme ohne Umwege auf das Thema zu sprechen.
    "Ja."
    "Okay."
    "Du hast mir wohl nicht geglaubt." - fragt sie mich scheinbar überrascht.
    "Ich habe dir in dem Moment alles zugetraut."
    "Aber doch nicht bei einer so persönlichen Sache." - erwidert sie mit besonders starker Stimme.
    "Meinen Geschäftspartner zu verbrennen ist wohl keine persönliche Sache?" - frage ich widerrum.
    "Ich habe ihn nicht verbrannt, nur etwas Angst gemacht."
    "Ja, ... zurück zu der Babysache. Was ist deine Meinung dazu?"
    "Ich möchte kein Baby, jedenfalls nicht im Moment. Ich habe der Ärztin schon Bescheid gesagt, nächste Woche kümmert sich jemand darum."
    "Was haben die dazu gesagt?"
    "Nichts. Ich hab denen erklärt, dass in unserer jetzigen Lage und so, ... das geht einfach nicht. Wie gehts dir damit?" - ich erhalte die Gegenfrage.
    "Schwierig. Es ist alles etwas viel auf einmal. Ich glaube, es ist die beste Entscheidung, die man mit klarem Kopf jetzt treffen kann."
    "Ja." - sagt sie nur kurz.

    Ich nehme ihre Hand.
    "Ist das wirklich so in Ordnung für dich?"
    "Ja."
    "Bist du sicher?"
    "Ja."
    "Kannst du vielleicht auch mehr als ein Wort dazu sagen?"
    "Na denkst du das ist schön für mich?"
    "Na also, jetzt reden wir ehrlich miteinander." - reagiere ich.
    "Aber es ist das Beste. Was soll aus dem Kind werden? Ein Serienkiller? Wir sind gerade in einem völlig desolaten Zustand."
    "Danke."
    "Du doch auch. Schau dich doch mal an." - sagt sie auf einmal.
    "Was ist denn mit mir?" - ich blicke auf mich herab.
    "Deine Augen, dein Gesicht - und dein Hemd passt nicht so zum Jacket wie sonst."
    "Entschuldige, ich bin hier im Krankenhaus und nicht auf dem Laufsteg. Wir haben wohl gerade ganz andere Sorgen - und eine weiße Strickjacke zur Jogginghose setzt auch nicht gerade neue Modemaßstäbe."

    "Ehrlich gesagt, gehts mir nicht besonders." - ihre Stimme zittert.
    "Das weiß ich. Wir schaffen das."

    "Ich habe nichts geschenkt bekommen. Damals, ... in Messina ( sie ist in ihrer Kindheit auf Sizilien aufgewachsen ), haben mich die anderen Kinder immer gehasst, weil unsere Mama nicht soviel Geld hatte und Putzen kein ehrbarer Verdienst war.
    Ich wurde geschlagen und ausgegrenzt und habe daran gedacht, mir das Leben zu nehmen.
    Ich war völlig isoliert und hatte keine Freunde.
    Zu meinem Geburtstag kam niemand und es hat mir auch niemand gratuliert außer meine Familie.
    Ich war schwach und habe mir soviel gefallen lassen.
    Umso weniger ich tat und umso mehr ich mich zurückzog, um schlimmer wurden die Hänseleien.
    Das Schlimmste war ein gebrochenes Handgelenk, weil mich eine Nachbarstochter ein paar kaputte Treppen nach unten schubste und ich mit der Handkante auf einen Stein aufschlug.
    Da habe ich beschlossen und mir geschworen, dass ich nie wieder schwach sein werde.
    Ich habe erkannt, dass auch eine zitternde Hand zu einer Faust werden kann und ich habe mich bitter an allen gerächt.
    Von da an war ich lieber die, die gehasst wird, als die, die immer einstecken musste."

    "Das hast du mir noch nie erzählt."
    "Es ist auch nicht sonderlich schön. Mir ist völlig gleich, ob mich deine Kollegen mögen oder nicht. Es interessiert mich nicht."
    "Das ist alles sehr traurig, aber du kannst doch nicht aufgrund dieser Erlebnisse nur noch aus Hass und Trotz bestehen."
    "Als ich dich kennengelernt habe, dachte ich, du bist der Mann, den ich einmal heiraten werde."
    "Und das denkst du jetzt nicht mehr?" - fragte ich.
    "Ich weiß es nicht, aber ich weiß, das wir uns gegenseitig nicht gut tun. Es ist besser, wenn du mich erstmal nicht mehr besuchen kommst."
    "Ist das dein Ernst?"
    "Ja. Ich brauche einfach Zeit für mich." - ihre Aussage war von solcher Klarheit, dass es mir schwer fiel, darauf zu reagieren.
    "Was bedeutet das für uns? ... und vor allem, warum schlafen wir grad miteinander?"
    "Wir sind eben anders als andere."

    Ich stehe auf und laufe ein paar Schritte.
    "Tiza, ich weiß nicht, ob ich damit klarkomme. Ich hatte das Gefühl, dass wir uns langsam wieder annähern können."
    "Wie stellst du dir das vor, wenn ich wieder draussen bin? Wir machen dort weiter, wo wir aufgehört haben?"
    "Nein, wir machen alles besser."
    "Dazu sind wir nicht gemacht."
    "Helmut geht für ein Jahr zurück nach Berlin. Er sagt, du hast gewonnen, aber das tut nichts zur Sache. Für mich zählt nur, dass über alles irgendwie wieder Gras wächst."
    "Warst du bei Valentina?" - unterbricht sie mich.
    "Ja."
    "Wie hat sie reagiert? Erzähl." - in ihrer Mimik zeichnet sich ein deutliches Lächeln ab.
    "Sie hat mich nicht mit Herzlichkeit überschüttet."
    "Kann ich mir vorstellen. Und dann?"
    "Hab ich sie mit dir bedroht. Ganz oldschool eben."
    "Du hast was??" - fragt sie erschrocken.
    "Sie wollte das auch ohne dich machen und meinte, du bist eh weg. Da habe ich ihr gesagt, dass du irgendwann wieder da bist und das ich dann nicht sie sein wöllte."
    "Willst du gar nicht wissen, was wir vorhatten? Hast du sie nicht gefragt?"
    "Nein - für mich ist das Vergangenheit."

    Es herrscht kurzzeitige Stille.
    Es liegt ein Knistern in der Luft, wie wenn zwei Raubkatzen umeinander schleichen und keine wagt, den nächsten Schritt zu machen.

    "Ich möchte, dass du mich wenigstens einen Monat nicht besuchen kommst." - Tiza beendet das Schweigen
    "Ich werde das respektieren, auch wenn ich denke, dass du völlig falsch liegst. Vielleicht bist du in deinen Emotionen grad zu sprunghaft und bereust deinen Entschluss schon morgen."
    "Das mag sein. Aber ich bin nicht verrückt." - sagt sie entschlossen.
    "Nun, das sehen hier mehrere Fachrichtungen anders."
    "Du bist wirklich ein unsensibles Ekel. Weißt du noch, wann ich dich zum ersten Mal so genannt habe Quintus?"
    "Ja, natürlich."
    "Wann?"
    "Verdammt."
    "Ich wusste es."
    "11. Februar, bei unserem ersten Date. Du hattest einen schwarzen Mantel an, darunter einen goldfarbenen Blazer über einem schwarzen V-förmigen Top, dazu eine enge, dunkle Jeans und schwarze Absatzschuhe. Du hattest einen Schal von Louis Vitton um und hast den demonstrativ auf den Tisch vor mich gelegt, wohl um zu zeigen, dass du finanziell unabhängig bist und deine Fingernägel waren schwarz lackiert."

    "Wow." - antwortet sie knapp.
    "Du bist auch nicht die Einzige, die noch überraschen kann. Du hast mir Fragen gestellt und ich habe sie dir ehrlich beantwortet, vielleicht zu ehrlich, weil ich nicht die Bereitschaft hatte, dich anzulügen. Ich habe auch nie gedacht, dass es ein zweites Date gibt."
    "Warum nicht?"
    "Weil ich mir null oder weniger Mühe gegeben habe, um mich in ein positives Licht zu rücken."
    "Vielleicht war das ja gerade das, was mich neugierig gemacht hat?" - erwidert sie.
    "Und heute sitzen wir hier. Das kann man nicht gerade einen kometenhaften Aufstieg nennen oder?" - stelle ich nicht als Frage gemeint in den Raum.

    "Wir haben viel zusammen erlebt. Weißt du noch, als ich Magenkrämpfe und Übelkeit vorgetäuscht habe, nur damit du schneller von diesem langweiligen Geschäftsmeeting konntest?" - fragt sie mich.
    "Du hast mir auf meinen Hugo-Boss-Anzug gespuckt, den ich mir vor 2 Tagen im Peek&Cloppenburg in der Stadt gekauft und umschneidern habe lassen."
    "Es musste doch echt wirken."
    "Weißt DU noch, wie wir im Zoo nicht mehr aus dem Nachttierhaus kamen und dachten, wir müssen dort übernachten?"
    "Ja, natürlich. Weil DU stundenlang den Erdferkeln zugesehen hast."
    "DU hast mir alle meine Krawatten zerschnitten, wo du grundlos sauer auf mich warst."
    "Die waren eh schlimm."
    "Du bist schlimm."
    "Du hast meinen Arbeitsaufsatz weggeschmissen."
    "Das war aber nicht mit Absicht!" - stelle ich fest.
    "Das sagst du heute."
    "Die Ausarbeitung für die Firma, die ich für dich schreiben sollte, die wirst du wohl erstmal nicht mehr brauchen."
    "Glaub ich auch nicht."

    "Weißt du noch, wo wir in Disneyland waren und du Donald Duck beschuldigt hast, deine Sonnenbrille geklaut zu haben?"
    "Es war NUR Donald dort und meine Sonnenbrille war WEG."
    "Der hatte nicht mal eine Tasche in seinem Kostüm. Unglaublich das du eine Comicfigur vor einer Gruppe Kindern angeschrien und beleidigt hast."
    "Aus den Kindern wäre sowieso nichts geworden. Der eine hat seine Pommes fallen lassen und danach noch gegessen."
    "Stimmt, das weiß ich auch noch. Du hast zu dem gesagt: Du bist so widerlich, ich schwörs dir. - Der war vielleicht fünf."
    "Kein Grund deswegen Dreck zu essen. Du bist NICHTS mitgefahren. Wir fliegen nach Disneyland und du fährst keine EINZIGE Achterbahn."
    "Hab ich dir vorher gesagt."
    "Hab ich dir vorher gesagt." - äfft sie mich stimmlich nach.
    "Das Hotelzimmer hat ein Vermögen gekostet, nur weil du was mit Ausblick wolltest. Und hast nicht einmal rausgeschaut."
    "Du hast doch genug."
    "Ja, genug von dir hatte ich."

    "Weißt du noch, wo wir im Urlaub waren und dich das Lama angespuckt hat?" - frage ich.
    "Ja, dieser Mistkerl hatte es von Anfang an auf mich abgesehen."
    "Da war eine Bergwanderung mit Lama geplant im tiefsten Winter und du bist mit Leggins dahingekommen. Und der Bergführer hat extra gesagt, man soll den Tieren NICHT vorher von der Belohnung geben. Du hast dem Lama die ganze Tüte verfüttert."
    "Es sah so hungrig aus." - analysiert sie.
    "Es hat sich satt und zufrieden keinen Millimeter mehr bewegt und mein Lama musste für uns beide tragen."
    "Weißt du noch, wo wir dachten, wir stürzen ab? Auf dem Flug nach Thailand?" - fragt sie mich.
    "Ja und du fragst mich, ob es unter uns Haie gibt."
    "Ich wollte nicht gefressen werden."
    "Du hättest den Aufprall sowieso nicht überlebt."
    "Vielleicht ja doch, ich bin was Besonderes."

    "Tiza, vielleicht können wir den Kapiteln noch weitere hinzufügen. Wenn wir uns nicht mehr sehen, werden wir das nicht herausfinden."
    "Bitte akzeptiere meine Entscheidung."
    "Das tue ich."
    "Lenk dich ab, geh deiner Arbeit nach. Wenn Helmut weg ist, machst du dann alles alleine?"
    "Vorerst ja, ein Weilchen ist er ja noch da. Ich weiß auch noch nicht, alles steht auf wackligen Beinen."
    "Versprichst du mir was?"
    "Was denn?"
    "Komm mich nicht besuchen, sonst lass ich dich sperren, dass ich dich nicht sehen will. Carmen ist deine Kontaktperson. Frag sie, wenn du was wissen möchtest. Wenn sie nächstes Mal kommt werde ich ihr das sagen. Habt ihr Kontakt?"
    "Ja, aber natürlich auf dich bezogen."
    "Gehst du zu ihrem Geburtstag?"
    "Ich weiß es nicht."
    "Geh. Onkel Massimo freut sich bestimmt schon auf all deine schlechten Witze und ihr könnt euch wieder duellieren, wer die dümmsten Sprüche rausschmeisst."
    "Ich weiß nicht, ob das gut ist. Auch wenn dus nicht glaubst, du bedeutest mir sehr viel."
    "Du bedeutest mir alles, aber gerade darum ist es die richtige Entscheidung. Und jetzt geh, eh ichs mir anders überlege."
    "Noch hat mich niemand gebeten zu gehen außer du."
    "Geh bitte."
    "Das willst du doch gar nicht."
    "Das ist keine Sache von wollen."
    "Gut, ich gehe. Geben wir uns einen Kuss?"
    "Nein."

    Ich gehe zu ihr und küsse sie.
    "Du bist immer noch ein Ekel." - sagt sie. - "Du nimmst auf nichts Rücksicht."
    "Vielleicht fragst du mich ja eines Tages, wann du mich zum zweiten Mal so genannt hast."
    "Quintus, ... "
    "Ja?"
    "Ich liebe dich, vergiss das nie, okay?"
    "Nein, werde ich nicht. Ich liebe dich auch."
    "Geh jetzt bitte."
    "Tue ich."
    "Du hast dich keinen Millimeter bewegt."
    "Gedanklich bin ich schon auf dem Parkplatz."

    Sie kommt zu mir und schiebt mich ein Stück weg.
    "Hey, nicht schubsen." - sage ich und umfasse sie an der Taille.
    "Ich schrei um Hilfe."
    "Mir glauben sie mehr."
    "Du bist mehr als ein Ekel."
    "Tiza, ich werd dich nicht vergessen, egal, was gerade ist."
    "Mich kann man auch nicht vergessen." - kontert sie.
    "Das stimmt. Hast du es dir inzwischen anders überlegt?"
    "Ja, jetzt sind es 2 Monate."
    "Tu uns das nicht an."
    "Interessant, dass ich erst ins Irrenhaus muss, dass mein Freund mir gegenüber mal seine Gefühle zeigt."
    "Red nicht so einen Quatsch."
    "Lass mich los."
    "Nein." - protestiere ich.
    "Machs nicht noch schwerer."
    "Komisch, das sag ich sonst immer zu dir."

    Jetzt öffnet sich wirklich die Tür und Oberschwester Agnes steht im Türrahmen.
    "Kommen Sie bitte Herr Batiatus... das war länger als geplant. Verabschieden Sie sich, ich warte draussen."

    "Sie hat doch gesagt, wir haben noch Zeit oder?" - sage ich und küsse sie noch einmal.
    "Geh bitte, nicht das du noch Ärger bekommst." - meint Letizia.
    "Vielleicht kriegst du kein Kompott deswegen."
    "Ich ess hier eh kaum was."
    Schließlich lasse ich sie aus meinem Griff los und spüre ein vorerst letztes Mal diese samtweiche, braune Haut auf meinen Fingern.

    "Tiza?"
    "Ja?"
    "Pass auf dich auf."
    "Mach ich. Mach dir lieber Sorgen um die anderen."
    "Ja, so wie immer. Darf ich dir wenigstens mal schreiben?"
    "Keine Ahnung, ob ich hier Post kriegen kann."
    "Wirst dus lesen?"
    "Vielleicht."
    "Ich warne dich jetzt schon mal, es wird einige sehr versaute Stellen geben."
    "Du Spinner." - sie gibt mir noch einen Kuss und die Tür geht erneut auf.

    "Kommen Sie nun bitte?" - mahnt eindringlich die Schwester.
    "Wir haben uns nur verabschiedet."
    "So lang?"
    "In einigen antiken Völkern dauerten Abschiedszeremonien mehrere Stunden."
    Ich entlockte der bärbeißigen Schwester ein kleines Zucken ihrer Mundwinkel.

    Ich erklärte ihr, dass wir uns erstmal ein Weilchen nicht sehen, nur damit sie nicht denkt, das ich mich einfach nicht mehr blicken lassen würde.
    An der Tür treffe ich Schwester Mia, die gerade ihre Schicht antritt und mit der ich ein paar Worte plaudere.
    Ich erzähle ihr nichts darüber, da sie ohnehin im Personalraum früher oder später davon erfahren wird.

    Als ich den Türöffner an der Wandseite betätige, klappt die doppelflüglige Tür aus den Angeln.
    Schwester Mia steht "Gewehr bei Fuß" am Ausgang, bis sich die Pforten wieder schließen.
    Bekanntlich sagt ein Sprichwort, dass man sich nicht noch einmal umdrehen soll, ich tat es trotzdem.
    Das Letzte, was ich sah
    , war eine im Flur stehende Letizia, bevor ich nur noch in milchtrübes Glas blickte.
    Es wäre nicht von Nöten gewesen, da sich das Bild des Abschieds sowieso in mein Gehirn gebrannt hatte.

    Mit unsicherem Gefühl und der noch nicht realisierten Tatsache, dass ich jetzt wenigstens 30 Tage nichts von Tiza hören oder sehen werde, maximal durch ihre Schwester, laufe ich zurück zu meinem Auto.
    Ich wurde so zugeparkt, dass ich nicht seitlich einsteigen konnte.
    Statt wie sonst angesichts der Lage aus der Haut zu fahren, ignorierte ich das Ganze, lief in die Cafeteria zurück und aß einen Teller Nudeln mit Tomatensauce.
    An meinen Tisch, an dem ich alleine saß, trat ein älterer Herr und fragte höflich, ob er sich dazugesellen dürfe.
    Selbstredend bot ich ihm einen Platz an.

    Wir kamen ins Plaudern und er berichtete mir von seiner Frau, die mehr als 4 Monate schon im Hospital liege und er jeden Tag pünktlich 5 Uhr in der Frühe zu ihrem Besuch aufbräche.
    Es tat mir gut
    , mich mit jemanden auszutauschen, da ich ungern allein sein wollte.
    Nach ungefähr einer Stunde war das Mahl beendet und wir verabschiedeten uns.
    Mein Daimler war in der Zeit wieder von der Fahrertür zugänglich und ich konnte ohne Probleme meine Fahrt antreten.

    ******************************************************************************************************************************************
     
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  11. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Im Büro traf ich überraschender Weise einen schreibenden Helmut, der trotz Sonntag in unserer Wirkungsstätte verweilte und wohl die selbe Idee auf etwas Ablenkung in Form von Arbeit hatte wie ich.
    Er erkundigte sich nach Letizias und meinem Befinden, ich brachte ihn auf den neuesten Stand und wir unterhielten uns eine ganze Weile angeregt miteinander.

    Wir surften gemeinsam im Internet und entdeckten erneut die Homepage des FKK Artemis, meinem zukünftigen Sauna-Stammclub in der Hauptstadt Berlin.
    Es galt, die Damen zu begutachten, die auf der alten Seite noch zahlreich via Fotomappe zu bestaunen waren.


    "Hälst du das für eine gute Idee, morgen in den Puff zu fahren?" - schaute er mich an. - "Ich meine, nach allem."
    "Die haben doch dort auch Pool und Sauna und sowas. Schauen können wir doch mal."
    "Aber Montag?"
    "Keine Ahnung, Wochenende wäre sicher besser, aber morgen ist grad günstig, wir haben keine Termine."
    "Na gut, wenn dich das bisschen ablenkt."
    "Tu mal nicht so auf Heilsarmee, du willst doch nur die nackten Frauen sehen." - sage ich.
    "Nicht nur sehen."
    "Bin gespannt, wie das dort abläuft."
    "Wann fahren wir da los?" - fragte er mich.
    "Ich hol dich um 8 ab. Wir fahren ja über 2 Stunden und um 11 ist Öffnung. 70 ist glaub ich Eintritt ( damals waren es noch 70 Euro)."
    "Ja 70." - bestätigt er mir, nachdem er sich nochmal auf der Website informiert hatte.

    "Ich bin grad froh über jede Ablenkung. Ich kann Dresden auch grad nicht mehr sehen."

    "Verstehe ich dich. Ich werde gleich in Berlin bleiben."
    "Wie meinst du das?"
    "Ich fang schon mal an, mich einzuarbeiten am Dienstag, du brauchst mich also nicht mit zurücknehmen."
    "Und was wird hier??" - frage ich erstaunt.
    "Na ist doch ganz einfach. Du wirst Imperator. Alleinherrscher. Gefällt dir doch."
    "Wie soll ich das alles alleine schaffen?"
    "Du hast freie Hand, du machst hier das Büro, ich in Berlin. Gibts Probleme, schließen wir uns kurz. Ich bin mindestens 2mal die Woche in Dresden."
    "Und ich soll dann wohl 2mal nach Berlin kommen?" - empöre ich mich fast.


    Aus dieser Regelung entstanden unsere vielen gemeinsamen Artemis-Besuche, die teilweise in ihrer Anfangszeit über Monate und Jahre
    2mal pro Woche ( oder mehr )
    stattfanden.
    Man konnte also das Geschäftliche mit dem Privaten verbinden und es stellte sich eine funktionierende Symbiose aus Betrieb und Bordell ein.

    Retrospektiv gesehen, war dies die Geburtsstunde meines "Stammgast"-Daseins in der Hauptstadt, die unzählige schöne Erlebnisse nach sich ziehen sollte und würde.

    Zum damaligen Zeitpunkt war mir natürlich nicht im Geringsten klar, welch Welle und Masse an Einkehrungen mitsamt den einhergehenden Zimmerbuchungen von Frauen aus aller Herren Länder dieses Arragement auslösen sollte.

    Die Saunaclub-Ära beschämte alle bisherigen Pay6-Erfahrungen, die ich in den Terminwohnungen oder Clubs in Dresden gesammelt hatte und stellte die Damen in diesen Etablissements in einen dunklen Schatten gegenüber den Lichtgestalten im Tempel der Jagdgöttin.

    Besuch um Besuch vermehrte sich schlagartig die Anzahl der gebuchten Frauen im Artemis, so dass ich mich nur mit Hilfe schriftlicher Notizen dem Verblassen der Erinnerungen an Name und Erlebnis mit allen von mir "betesteten" Dirnen trotz sehr guten Gedächtnis erwehren konnte.

    Heute bin ich dankbar für diesen Einfall, da ich von den Aufzeichnungen zehren kann und sie mir unbezahlbare Dienste in der gedankenlichen Auffrischung zur Fort, Aus - und Weiterführung meiner Tagebücher leisten.


    Wir arbeiteten noch bis gegen 21 Uhr, ehe wir die Lichter dimmten und nach Hause fuhren.

    Nachdem ich mich erfrischt hatte, aß ich noch eine Kleinigkeit und begab mich zeitig ins Bett, geschuldet der Anstrengungen und Abenteuer, die am nächsten Tag auf mich warten sollten.

    Mein Kopf mitsamt seinen Gedanken durchstrichen meine frühen Einschlafpläne und schickten mich auf verschlungene Pfade zu meiner derzeit für mich unerreichbaren Freundin und der für mich noch immer offenen Frage, was ich eigentlich wirklich wolle.

    Machte mich die Rumfickerei mit völlig fremden, aber hoch-attraktiven und leidenschaftlichen Frauen wirklich glücklich?

    Ganz ehrlich -damals ja.

    Hätte mich jemand gefragt, ob ich all das gegen eine gute und glückliche Beziehung mit Letizia eintauschen würde, so hätte ich vermutlich nicht eine Sekunde gezögert, aber es war zuviel zwischen uns vorgefallen und das Habhaftwerden vieler makelloser Schenkel tat sein Übriges dazu.

    Vermutlich fehlte mir zu diesem Zeitpunkt auch noch die nötige Reife, die irgendwann im Verrinnen der Zeit von allein kommt und einen mäßigt, sich selbst zu prüfen und nicht vor notwendigen Entscheidungen davon zu rennen.

    Erschöpft begab ich mich irgendwann ins Reich der Träume, ohne mein Einschlafen bewusst zu verspüren.
    Es war ein unruhiger Schlaf, der mich ständig in den Wachzustand zurückversetzte und der mich von einer Seite auf die andere drängte.

    Als ich endlich die Tiefschlafphase erreicht hatte, klingelte mein Wecker und signalisierte mir lautstark, dass es an der Zeit sei, aufzustehen und mich für unseren Berlin-Trip vorzubereiten. Diesem Verlangen ging ich nach.

    *****************************************************************************************************************************************

    Bald:
    Kapitel 5 "Imperator" mit insgesamt 9! Einzelteilen mit jeweils wie inzwischen gewohnt eigenem Titel, beginnend mit
    Teil 1 " Artemis: Im Tempel der Jagdgöttin" und meinen ersten ausführlichen Schilderungen zu meinem 1. Artemisbesuch und meinem ersten Zusammentreffen mit meinem langjährigen Clubfreund Walther, der inzwischen leider im Reich der Unterwelt umherwandelt.

    Dazu vieles, vieles mehr in einem von Pay6 , Lust & Laster nur so triefenden Kapitel, was dennoch auf emotionalen Tiefgang in Bezug auf die Entwicklung mit Letizia und so weiter nicht verzichtet.

    Und wie immer:

    Danke, Danke, Danke, ... an alle Liker, Leser und Interessierte und viele Grüße an alle mir bekannten oder noch unbekannten Forums-Kollegen.

    Ich wünsche euch einen schönen und erholsamen Sonntag!
     
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  12. daebennich

    daebennich Jungsachse

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    Den habe ich dank Deines genialen Kapitels:Danke:
     
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  13. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Ganz herzlichen Dank mein Lieber!
    Genieß den ( hoffentlich freien ) Tag!
    Grüße
    Quintus
     
  14. Ina-totouch

    Ina-totouch Anbieter/-in

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    hi Quintus,
    leider kann ich hier keine PN schreiben (ist mir als ... verwert)
    ich lese und habe einen wunsch, darf man dich mal (privat) kennenlernen?
    Danke Ina
     
  15. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Hallo Ina.
    Keine Ahnung, ob ich hier eine Email posten darf, aber ich habe mal eine eingerichtet:
    x xx xxx
    Sollte das nicht gestattet sein, dann an die Mods bitte löschen. ( Danke IM ;) )

    -----------------------------
    Privates, egal was auch immer, wird hier nicht veröffentlicht.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 7. April 2019
  16. Rainman54

    Rainman54 Sachse

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    :Klasse:... eine wohlige Erquickung des Geistes am Sonntag!:Klasse:
     
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  17. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Vorwort/ Wichtige Information:
    In meinen Artemis – Saunaclub – Berichten in den Tagebüchern des „Quintus“ werde ich vermehrt über französischen Verkehr ohne Kondom berichten.
    Zu der damaligen Zeit war dies noch nicht gesetzlich verboten und standartisierter Inhalt im Liebesspiel. Ich bitte dies höflich zu beachten.



    Kapitel 5 - IMPERATOR [ Teil 1 - Artemis: Im Tempel der Jagdgöttin ]

    ... Ich setze mir einen Kaffee auf und begebe mich ins Bad, um mich einem Säuberungsritual zu unterziehen, um an allen notwendigen Stellen frisch rasiert in Berlin zu erscheinen.


    Als ich wieder aus dem Badezimmer trete, habe ich bereits eine vorfreudige SMS von Helmut auf dem Handy, der die Abfahrt kaum erwarten kann.

    Eigentlich müsste ich mich auf der Suche nach einem Ersatz für seine Person in unserer Firma befinden, aber ich beschloss, dieses mühselige Unterfangen mitsamt Recherche und intensiven Bewerbungsgesprächen auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen.
    Bis dahin würde ich quasi als Alleinregent die Geschicke im Dresdner Büro leiten und eigenverantwortlich die Expansion unserer Gesellschaft im Rahmen meiner Hände Arbeit bestmöglich vorantreiben.

    Ich kleidete mich mit einer dunklen Jeans, weißem Hemd und schwarzer Weste, darüber ein dunkles Sportsakko.
    Meine Füße wurden mit dunklen Bugatti - Herrenanzugsschuhen besohlt und ich schnappte mir noch einen kleinen Kulturbeutel, wo ich Parfüm und einige wenige Hygieneartikel verpackte, da ich noch nicht wusste, was mich in diesem Gentlemans-Club erwartete.

    Ich verabschiedete mich von meiner Mieze "Sarai", die gemeinsam mit mir ein leichtes Löffelfrühstück in Form von ein paar Cornflakes und einer halben Dose Katzenfutter mit Hühnchengeschmack für sie einnahm und lief zu meiner Einfahrt.

    "Wo bleibst du denn?!" - las ich auf meinem Display, Helmut schien schon seit Stunden wie ein Wachsoldat an seinem Tor zu warten.
    Ich fuhr einige Sekunden, als mein Handy erneut ein Signal gab und Carmen anrief.
    Es war ca. 7. 15 Uhr in der Frühe, also nicht unbedingt eine Uhrzeit, um grundlos jemanden zu kontaktieren.

    "Hallo?" - nahm ich ab.
    "Hab ich dich geweckt?" - fragte sie.
    "Nein, ich bin fast immer zu der Zeit wach. Was gibt es?"
    "Ist mit Tiza und dir alles okay?"
    "Ja, du wirst es ja sicher schon wissen."
    "Nein, sie hat mir nur gestern bei meinem Besuch gesagt, das ihr euch erstmal nicht mehr sehen wollt."
    "Ach du warst noch bei ihr gestern?"
    "Ja."
    "Das ist so nicht richtig, sie möchte das gern und ich respektiere das. Ich versuchs zumindest."
    "Ist eure Sache, ich wollt nur wissen, wies dir geht." - sagte sie ungewöhnlich nett.
    "Ich wachse dir wohl langsam ans Herz Carmen."
    "Nein, keine Sorge. Ich halte dich immer noch für den Teufel. Aber du hast auch andere Seiten, das hab ich gemerkt."
    "Also rufst du mich an, um zu beleidigen. Nett von dir."
    "Nein, ich wollte wissen, in welcher Verfassung du grad bist."
    "Ich lenk mich ab. Ich komme klar, aber ich werde ihr schreiben, vielleicht reagiert sie ja."
    "Kommst du am Mittwoch zum Geburstag?"
    "Ich bin nicht sicher. Carmen, Moment."

    Vor mir ein Unfall auf der Straße.
    Leider hat es meinen Nachbarn erwischt, Achim, der wohl in einem unachtsamen Moment dem Vorderfahrer auf das Heck auffuhr und mich mit betröppelter Miene grüßt, als ich im Schritt-Tempo vorbeifahre.
    Auf mein "Alles okay?" geht sein rechter Daumen nach oben und deutet mir, dass es sich wohl "nur" um einen Blechschaden handelt.

    "Carmen, bist du noch da?"
    "Ja, was war denn?"
    "Verkehrsunfall, musste mal das Handy senken."
    "Okay, also ... wegen meinem Geburtstag, komm doch bitte. Massimo kanns kaum erwarten."
    "Ja, hat mir Tiza auch schon gesagt. Ich sag dir morgen Bescheid."
    "Gut, danke."
    "Fährst du heute zu Tiza?"
    "Nein, ich darf erst Ende der Woche wiederkommen."
    "Alles klar. Wenn was ist, ruf mich an."
    "Du auch."
    "Ciao."
    "Ciao."

    Gerade als ich aufgelegt habe, klingelt es erneut.

    "Hallo?"
    "Bist du schon im Puff?" - fragt mich ein wütender Helmut.
    "Wie bitte?" - frage ich.
    "WO bleibst du denn menschenskind?"
    "Sage mal, hast du ne´ Packung Viagra genommen, bleib mal ganz ruhig, ich bin gleich da."
    Dann lege ich auf.

    Minuten später lese ich meinen Geschäftspartner auf und bin verwundert, dass er nicht durchs offene Seitenfenster auf seinen Platz springt wie ein Leopard. Wir begeben uns zur Autobahnauffahrt am Elbepark in Dresden und steuern die deutsche Hauptstadt auf direktem Wege an.

    Helmut hat sich anhand der Bilder auf der Artemis-Homepage schon stichpunkt-artig eine To-Do-Liste erstellt und kann unsere Ankunft kaum erwarten.

    "Mensch Quintus, wir fahren fast im Leerlauf." - beschwert er sich.
    "Ich fahr doch schon über Limit."
    "Hier sind 130, du fährst 150 und wirst trotzdem von jedem überholt."
    "Ich brauch meinen Führerschein noch, entspann dich mal, du kommst schon noch an."
    "Wie machen wirs dann da drin?"
    "Was meinst du?"
    "Teilen wir uns auf oder bleiben wir zu zweit?"
    "Na das werden wir doch sehen. Plan das doch nicht alles so genau."
    "Ich möchte gerne einen Blackie auf Zimmer haben." - führt er plötzlich fort.
    "Gönn ich dir."
    "Und eine Rothaarige. Je rostiger das Dach, desto feuchter der Keller."
    "Wirste bestimmt eine finden."
    "Was bist du denn so maul-faul heute? Lass mich raten..."
    "Genau."
    "Nun hab mal bisschen Spass hier bei unserem Road-Trip."
    "Ich habe doch Spass."
    "Sag das mal deinem Gesicht." - meint er entschlossen.

    Mit einem Mal zückt er eine CD und schiebt diese in das Radio.
    Kurz darauf ertönt irgendwelches Heavy-Metal-Geschrei, zu dem Helmut kurzerhand mit engelsgleicher Tonstufe einstimmt.

    "Ist das dein Ernst? Das hör ich mir keine 200 Kilometer an. Das ja Körperverletzung."
    "Du weißt nur nicht was gut ist." - und dreht die Lautstärke etwas leiser.

    Wir haben noch keinen Saunaclub dieser Größe besucht und waren extrem neugierig, wie sich das alles entwickeln würde.
    Je näher wir kamen, desto aufgeregter wurden wir.
    Aufgeregt natürlich nicht im Sinne von einsetzender Nervosität,
    da wir uns ja schon seit einiger Zeit im Pay6 bewegten, aber vorfreudig angespannt auf die Heerschaften von nackten Damen, die wie die Fleckenhyänen lauernd, auf uns niederstürzen würden.

    Als wir den Spreewald und Lübbenau erreicht hatten, meldete sich Helmuts Magen.
    "Kriegen wir dort Frühstück?" - fragte er mit knurrendem Organ.
    "Ja, steht zumindest auf der Seite."
    "Ich könnt nen indisches Bergrind inhalieren."
    "Ist ja nur noch eine knappe Stunde, hättest mal was vorher gegessen."
    "Ich hab nur Licht im Kühlschrank." - äussert er zu seiner Verteidigung.

    Als wir das Kreuz Spreewald passiert haben, befinden wir uns schon auf direkter Autobahn Richtung Berlin.
    Der Berufsverkehr, den wir befürchtet hatten, hielt sich erstaunlicherweise in Grenzen, ich musste so gut wie nie das Bremslicht betätigen.
    Schließlich erreichten wir das Schönefelder Kreuz und waren nun bereits im Einzugsgebiet der Hauptstadt, bis es uns letztendlich auf die Stadtautobahn spülte und wir Abfahrt um Abfahrt hinter uns ließen.

    Vorbei an Adlershof, Tempelhof und vielen anderen Stadtteilen, an der Abfahrt Wexxstrasse hatte es nach der Unterführung einen Unfall gegeben, der eine Spur blockierte, was den Verkehrsfluss aber nur wenig beeinträchtigte.
    Als wir den Hohenzollerndamm erreichten, waren wir unserem Ziel schon sehr nahe.
    Leider machten wir den großen Fehler, nicht am Kurfürstendamm abzufahren, sondern vertrauten dem Navigationssystem und wollten beim ICC-Center abbiegen.
    Dies gestaltet sich aber denkbar ungünstig, da die zwei weiteren Spuren, die zusätzlich von der "normalen" Strasse kamen, uns die Auffahrt auf den Artemisparkplatz verwehrten und wir somit gezwungen waren, eine Ehrenrunde zu drehen.

    Für die Zukunft und bis heute nahmen wir und nehme ich ausschließlich nur die Abfahrt Ku-Damm, folge dann rechterhand der Schwarzbacher Strasse bis zur Araltankstelle und bin nach einmal links und einmal rechts abbiegen auf der sicheren Spur in Richtung Freudentempel.

    Letztendlich erreichten wir das Großbordell und bogen beim Reifenhändler, der sich damals noch mit auf dem Gelände befand, auf den
    Saunaclub - Parkplatz, der gemessen der imposanten Größe des Clubs doch wahrlich winzig erschien.
    Für Kollegen, die erst gegen Abend eintrafen, dürfte es an die Unmöglichkeit grenzen, da ein Plätzchen für sein treues Gefährt zu finden.
    Heute ist der Reifenhändler gänzlich verschwunden und das Areal für die Autos wurde großzügig vergrößert, wenngleich das Problem mit den Abendstunden und freien Flächen immer noch konstant vorhanden ist.
    *************************************************************************************************************************

    Es war gegen 11. 15 Uhr, das Artemis hatte also bereits eine viertel Stunde geöffnet.
    Wir waren erstaunt, dass an einem Wochentag und zu dieser frühen Uhrzeit bereits ein reger Zulauf an fussläufigen Gästen und vielen Taxen vorherrschte, die im Halbkreis an uns vorbeifuhren, direkt vor der Türe hielten und Dame um Dame in die Außenwelt entließen, die flinken Schrittes die Glastür nach innen drückte.

    Nun war der Zeitpunkt gekommen, dass unsere Sohlen bald die geweihte Erde der Jagdgöttin betreten sollten.
    Artemis, die Hüterin der Wälder und des Mondes, vornehmlich aber in ihren Attributen mit Pfeil und Bogen der Jagd zugehörig,
    die Tochter des Göttervaters Zeus und der Leto.
    Etymologisch
    gesehen, wurde ihr nachgesagt, dass sie die Irdischen mit Pfeilen träfe, die Elend und Verderben über diese bringen sollten.
    Wir hofften daher sehr, dass uns Artemis wohlgesonnen war und wollten sie daher mit einigen Opfern in Form von lasterhaftem Liebesspiel gnädig stimmen um uns ihrer Milde zu vergewissern.

    Von außen wirkte der Saunaclub wie eine Hotelanlage, auch als wir eintraten und zur Rezeption schritten, hatte ich das Gefühl, gleich an einer Tagung über Umweltschutz oder Versicherungsaktien teilzunehmen.
    Wir reihten uns in die kleine Schlange an Gästen ein, die geduldig vor uns wartete.
    Bereits hier zeigte sich, dass das Publikum sehr gemischt war, ich entdeckte ein Trio Chinesen, zwei Männer vermutlich türkischer oder arabischer Abstammung, einen Inder und zwei ältere, deutsche Gäste.

    Hinter uns trat eine blonde Schönheit in das Foyer, mit der ich kurz ins Gespräch kam.

    "Möchtest du vor?"
    "Das wär nett."
    "Dann nur zu."
    "Bist du schon mal hier gewesen?" - fragte sie.
    "Nein. Premiere."
    "Oh, okay. Such mich dann, oder nein - ich finde dich." ... Leider sollte ich die Dame an diesem Tage nicht mehr wiedersehen.
    Dann stahl sie sich an allen vorbei zum Tresen, wo ihr direkt ein Schlüssel gereicht wurde und verschwand ein paar Treppchen aufwärts links in einer Tür, die wie ich annahm, der Bereich für die Damen wäre.

    Als wir dran waren, wurden wir freundlich begrüßt und bestätigten erneut unsere erste Einkehr an diesem Platze.

    "Also für 70 Euro alles dabei, Softdrinks, Kaffee- und Teespezialitäten, Frühstücksbuffet, Abendessen, Pool, Sauna, 2 Sexkinos." -
    ratterte es wie vom automatischen Fließband herunter.

    "Klingt super." - sagte Helmut.
    "Dann krieg ich jetzt bitte 140 Euro." - die, auch kurz darauf, überreicht wurden.

    Wir bekamen ein blaues Gummiband mit Schlüssel und ein farbiges Plastikbändchen umsHandgelenk, dazu jeweils einen Bademantel,
    der wohl anhand unserer äusseren Erscheinung von der Empfangsfrau in Bezug auf die passende Größe geschätzt wurde.

    "Alles andere ist drin, viel Spass!"

    Ich betrat zum ersten Mal die Treppe und wandte mich linkerhand zu den Wertschließfächern, die heute automatisch aufploppen, damals aber noch per Schlüsseldreh von Hand geöffnet werden mussten.
    Wir verstauten darin unsere Telefone, Brieftasche, die Uhren und die Schlüssel, ehe wir kehrt machten und uns in die Umkleide begaben.

    Dort warteten Regale voller Handtücher und Badeschlappen in allen erdenklichen Größen auf ihre zukünftigen Besitzer.
    Schon jetzt und hier klackerten einige komplett im Adamskostüm "gekleidete" Damen in hohen Absätzen an uns vorbei und wussten mit einem Lächeln oder einer netten Begrüßung ihre Reize zur Schau zu stellen.

    "Die sind ja nackt." - Helmut steht mit fast offenem Mund da.
    "Ach wirklich? Lauf doch erstmal weiter."
    "Hast du die Große gesehen?"
    "Ja."
    "Leck mich am Rucksack, die wird die Mutter meines 2. Sohnes."
    "Was hast du für ne Größe?"
    "Für die wirds reichen."
    "Ich meine die Badeschlappen du Lappen."
    "Achso, 43."

    Am Waschbecken traf ich auch zum aller ersten Mal Birgit, die fleissige Reinigungsdame, mit der ich mich im Laufe der Monate etwas anfreundete,
    die Verwandtschaft in Nähe von Dresden hatte und mit der man stets ein paar freundliche und witzige Sätze wechseln konnte.
    Leider weilt sie inzwischen nicht mehr unter uns. Birgit, du bist nicht vergessen.

    Als wir unsere passenden Umkleideschränke gefunden hatten, schälten wir uns aus dem Räuberzivil.
    "Hast du einen Bügel bei dir drin?" - fragte mich Helmut.
    "Ja, warum?"
    "Ich hab keinen."
    "Da hauste deinen Kik-Pullover eben auf den Boden."
    "Ne, warte mal, hier drüben ist einer."
    Stand heute kann man nur noch sein eigenes Klamottenfach öffnen, damals bedienten wir uns aus den noch nicht vergebenen Spinden stets mit passenden Kleiderbügeln, die teilweise wie heisse Ware gehandelt wurden.

    Im Bademantel, der sehr flauschig war galt der nächste Weg den Toiletten und einer Säuberung in Form einer Duschung.
    Alles fanden wir im selben Sektor sauber und in ordentlichem Zustand vor.
    Es war inzwischen fast 12 Uhr, als ich ein erstes Mal aus der Umkleide in Richtung Geländer und Clubraum schielte, als mich ein älterer Herr ansprach.

    "Du traust dir wohl nich`, iss alles halb so schlimm."
    "Doch, doch. Ich warte nur auf meinen Kollegen."
    Dann trat ich ein paar Schritte zu ihm und lernte so Walther kennen, die Gäste-Legende des Artemis, der für mich ein wichtiger Clubfreund und ein geschätzte Bezugsperson im Laufe der Jahre werden sollte und dessen Gesellschaft ich immer gerne um mich hatte.
    Wir plauderten ein Weilchen und er teilte mir mit, dass er stets an Donnerstagen, Sonntagen und Montagen anwesend war.

    Der Donnerstag wurde dann auch mein Stammstamm, da in der Regel der Gästeansturm etwas ruhiger war als einem Wochenendtag, aber die Artenvielfalt an weiblichen Schönheiten fast in gleicher Präsenz zugegen war wie an einem Freitag oder Samstag.
    Für Walther war zudem günstig, das er anhand des Rentner-Rabatts am Sonn- und Montag somit einen Eintritt sparen konnte.

    Während ich Walthers interessanten Erläuterungen zum Club lausche, sehe ich im peripheren Blickwinkel, wie Helmut, der gerade aus der Umkleide trat, von einer Dame mit blond-braun gelocktem Haupthaar angesprochen wurde.
    Sekunden später hakte sich diese bei ihm unter und beide stiegen die Treppen empor.
    Bei dieser Lady handelte es sich um Chanel, die wieder einmal einen Newbie erlegt hatte und meinen Geschäftspartner Helmut in die Etage für die Liebesbuchungen entführte.

    "Da hoch nur mit nem Mädel." - mahnte Walther, der mir freundlicherweise die Führung anbot.
    "Hast du schon gefrühstückt?"- frage ich ihn.
    "Ja, bin seit 11 hier."
    "Oh, da haben wir dich wohl verpasst in der Umkleide."
    "Ich hab euch schon reden hören. Aber komm ma´ mit in Clubraum."

    Ich dackelte hinterher und betrat zur Premiere die obere Lounge und war kurzerhand erschlagen der Reize und Eindrücke, die soviele nackte und wunderschöne Frauen aus allen Teilen der Kontinente auf mich erwirkten.
    Wir liefen zur Bar, wo eine nette Thekenfrau einen Kaffee bereitstellte, auch Walther labte sich an einem Heissgetränk.
    Wenig später flanierte eine kleine schwarzhaarige Dame im neon-grünen Unterteil an mir vorrüber, die plötzlich Inne hielt, ihren Kurs wechselte und auf mich zusteuerte.
    Walther trollte sich augenblicklich, wahrscheinlich aus Höflichkeit, um uns alleine zu lassen.

    Die Dame stellte sich als Shiva vor, eine schwarzhaarige, schlanke Dame aus Tschechien mit sehr guten Deutschkenntnissen und einem nett anzuschauenden Körper.
    Etwas überrumpelt, aber doch aus freiwilligen Stücken, willigte ich dem Zimmergang nach einem gemeinsamen Getränk ein.

    Da ich vom Haus noch nix gesehen hatte, schlug Shiva die untere Etage und das Sexkino vor, wohin ich ihr auch folgte.
    Auf dem Weg dahin kam mir eine braungebrannte Südländerin mit einem strahlenden Lächeln entgegen, sodass ich fast die Treppen nach unten gestürzt wäre.
    Das Erotikkino besteht aus sich immer erhöhenden Sofa-Etagen, erbaut wie die Ränge im Amphie-Theater vor einer mit einem Beamer bestrahlten großen Leinwand, auf der non-stop Pornofilmchen zu bestauen sind.
    Hinzu kommen 4 Kammern, die seitlich vom Gang abklappen und wo man mit der Dame seiner Auswahl vor neugierigen Blicken geschützt war.

    Wir bezogen Stellung auf dem letzten und höchsten schwarzen Leder-Sofa, ich nahm Platz, Shiva kniete sich vor mich und öffnete meinen Bademantel.
    Ohne großes Drumherum hatte sie meinen Schwanz blank in ihrem Mund aufgenommen und lutschte was das Zeug hielt.
    Mit ihren Händen stützte sie sich auf meinen Knien ab und blies komplett freihändig.
    Ich umfasste ihre Brüste und strich ihr die schwarzen Haare aus dem Gesicht, um einen besseren Blick auf das Geschehen zu haben.

    Nach einem Weilchen dieser schönen Bearbeitung erhob sie sich, schnappte sich ein Gummi und platzierte es mit geübten Händen über mein knüppelharten Gemächt. Sie setzte sich in Reitermanier auf mich und stöhnte heftig auf.
    Mit einer Hand auf meiner Brust abgestützt ritt sich mich mit lautstarker Akustik wie zum Western-Rodeo, während wir dabei knutschten wie verliebte Teenager auf dem Schulhof.

    Plötzlich erblickte ich rechts neben mir auf dem Gang die kleine Schar Asiaten, die einfach stehen blieben und ohne Scheu unserer Performance zusahen.
    Ich darf hiermit verkünden, dass sich zu diesem Zeitpunkt für meine Wenigkeit drei Premieren gleichzeitig zutrugen.

    1. Meine erste Dame im FKK- Saunaclub Artemis
    2. Meine erste Erfahrung im Pay6 in einem Sex bzw. Erotik-Kino und
    3. Meine erste öffentliche Action im Bezahlsex vor zuschauenden Männern.


    Ich bin nicht mit sonderlich viel Scham beschlagen, so störten mich die Augenpaare, die uns musterten, nicht im Geringsten.
    Auch Shiva störte sich daran nicht.
    Schließlich stieg sie ab, kniete sich vor mich mit Kopf Richtung Wand und ich nahm sie zum finalen Endspurt kräftig in der Doggy-Postion.
    Unsere Zuschauer waren inzwischen ein Stück Richtung Leinwand gewandert, um unseren Nahkampf besser betrachten zu können.

    Ich stieß heftig zu und Shiva stöhnte in mehreren Oktaven.
    Es kam, was kommen musste und ich ergoß mich in zuckenden Schüben in den durchsichtigen Gummi.
    Noch in ihr, streichelte ich ihr den Rücken und wischte ihr die klebenden Haare, die sich am Nacken gesammelt hatten, nach vorn.

    Sie stöpselte mich aus, entsorgte das Gummi und reichte mir ein Stück von der Papierrolle, die neben dem Sofa stand.
    Routiniert band sie sich schnell ein Handtuch um die Hüften und gab mir das Zeichen, ihr zu folgen.

    Rechts von mir erblickte ich das Fitness-Studio, was an das Sex-Kino grenzt und stand schlussendlich mit Shiva vor den Wertfächern, wo 60 Euro den Besitzer wechselten. Mit 2 Küsschen und einem "Dankeschön" verabschiedete sie sich und wünschte mir noch viel Spass.

    Gerade habe ich eine schöne Frau beschlafen, die mir nach dem Akt keinen moralischen Vortrag über meine Gefühle hielt, sondern mir gegenteilig noch viel Spass mit weiteren hübschen Frauen wünschte.
    Es muss das fleischgewordene Paradies sein, attestierte ich für mich, als ich in den Dusche trottete, wo Helmut bereits seinen Leib trocknete.

    "Wenn wir so weiter machen, sind wir 14 Uhr pleite." - lachte er mich an.
    "Wie wars bei dir?" - fragte ich neugierig.
    "Die Dame hieß Chanel, deutsch und sehr freundlich. Ich war zufrieden. Und bei dir?"
    "Shiva, Tschechien, schöner Einstand im Kino unten mit Zuschauern."
    "Mit Zuschauern?" - wiederholte er.
    "Ja, die kleinen Chinesen vom Anfang, die haben zugeschaut."
    "Diese perversen Hunde." - sagte er humorig.
    "Ich dusche mich, dann gehen wir frühstücken."
    "So soll es sein." - bestätigte Helmut, der schon nach den neuen Damen ausspähte, die nach und nach eintrudelten.

    Es stand also 1 : 1 , ehe wir durch die "Höhle der Löwinnen", dem Clubraum, gen Restaurant liefen.
    Von fast jeder Ecke ereilte uns eine charmante Anmache, teils so liebenswert, dass es schwer fiel, dem eigentlichen Plan zu folgen.
    Dort entdeckte ich auch die hübsche Südländerin wieder, die ich im Treppenhaus bemerkte.

    "Gehen wir...? ... Hallo?" - Helmut drehte sich zu mir um.
    Ich konnte nicht widerstehen und musste wenigstens erfahren, welchen Namen diese makellose Schönheit hatte.

    Sie stellte sich als Berna vor, fließend deutsch sprechende Türkin aus Bremen mit hypnotisierenden Augen, langen, bis über den Po reichenden schwarzen Haaren, zu dieser Zeit noch komplett tattoo-los und schönen, weichen Brüsten.
    Sie entsprach meinem Idealtyp einer Frau zu nahezu 100 Prozent.

    Ich musste sie auf etwas später vertrösten.
    "Kein Problem Schatz, komm zu mir." - dabei streichelte sie mich über den Arm, was seine Wirkung nicht verfehlte.

    Ich ging in den Frühstücksbereich, wo Helmut schon alleine am Tisch saß.
    "Danke das du auf mich wartest." - sage ich zu ihm.
    "Dachte du verschwindest eh gleich wieder mit deiner Prinzessin."
    "Aber hast du sie gesehen? Ein Traum oder?" - nun schwärmte ich.
    "Wie heisst sie?" - fragte er neugierig.
    "Berna, aus der Türkei. Absolut charmant."
    "Bringst du mir was vom Rührei mit?"
    "Sie ist wahnsinnig hübsch."
    "Das Rührei."
    "Ja Mensch."

    Neben uns frühstückten noch ca. 10 andere Gäste, dabei auch ein Tisch, wo etwa 4 Damen saßen und sich erkräftigten.
    Damals war das Buffet noch am Eingang links aufgebaut, heute steht es an der Stirnseite Richtung Parkplatz.

    Ich erinnere mich noch an unseren Stammtisch mit Walther, der da zugegen war, wo heute die Kaffee und Tee - Anrichte ihren Platz gefunden hat.

    Die Auswahl war in Ordnung, es reichte völlig, um nicht zu verhungern.
    Ich aß 2 Brötchen mit Salami und Schinken, dazu Käse, Rührei mit Speck und einen Bananenjoghurt.
    Helmut hatte sich für ein Nutellahörnchen entschieden und schälte gerade einen Apfel, als Walther hereinkam und mit Anstand fragte, er ob er sich dazu gesellen dürfe.
    Selbstverständlich boten wir ihm einen Platz an.

    "Nach dem ersten leichten Frühstück jetzt noch etwas Nahrhaftes." - meinte er und zog den Stuhl unter dem Tisch hervor.
    Er hatte eine Schüssel mit Haferflocken gefüllt, hinein kamen noch zwei Bauer-Joghurts unterschiedlicher Geschmacksrichtungen, hinzu eine geschälte Banane und noch anderes Obst, welches gerade im Angebot bereit lag.
    Zufrieden und schmunzelnd löffelte er seinen Kleister, nicht ohne interessiert unseren ersten Eindrücken und Erlebnissen zu lauschen.

    "Walther, ich habe da eine Türkin kennengelernt, Berna..." - weiter kam ich nicht.
    "Ohh, Berna. Ein Topschuss. Das ist ganz große Klasse."
    "Sie sieht fantastisch aus."
    "Ja, keine Einwände."
    "Hast du schon mit ihr?"
    "Nein, sieht geht nur mit jüngeren Männern."
    "Kannst du uns noch was ans Herz legen?" - fragte jetzt Helmut.
    "Ja, aber wir reden unten, in der Biosauna."

    Nachdem alle aufgegessen hatten, räumten wir unsere Teller in die Küche - für uns drei ein Gebot der Höflichkeit, nicht wie andere, die die Tische hinterlassen wie ein Kriegsgebiet und trollten uns ins Erdgeschoss.

    Hier befindet sich der Wellnessbereich, bestehend aus einem Innenpool, der in zeitlichen Abständen versetzt automatisch zu sprudeln beginnt, mit einigen inner-wasserliegenden Sitzbänken und einer kleinen Insel, auf der eine griechisch-römische Statue neben einigen Bepflanzungen Wache über das Clubtreiben hält.

    Für Freunde des Schwitzens finden wir ein Hamam-Bad vor, was nach türkischen Wurzeln zu einer Behandlung von kompetenter Fachhand einlädt, weiter eine mildere Biosauna mit Infrarot-Licht, damals noch 2 platzierten Abkühlbecken und einer kleinen Dusche.
    Neben dieser befindet sich die Finnische Sauna, welche stets gut erhitzt daher kommt und in fast völliger Dunkelheit unter dem Zwitschern von Vögeln auf einem flimmernden Bildschirm anmutete.

    Heute wich ein Abkühlbecken einer größeren Dusch-Strasse, was die absolut richtige Entscheidung war.
    In die Finnen-Stube wurde ein Fenster installiert, weil einige Herren, so wenig verständlich das auch sein möge, wohl ihre gute Kinderstube beiseite legten und in der Dunkelheit auf die Bänke urinierten oder noch anderweitigen Entledigungen fröhnten.

    Gerade rüber befinden sich auch die Massagebänke der Masseure, welche für einen Obolus ihre Kunstfertigkeit im Muskellockern feil bieten,
    final noch abschließend die untere Bar mit vielen gemütlichen Sofa-Landschaften am Ende der Räumlichkeiten.

    Generell bleibt anzumerken, dass es in diesem Stockwerk deutlich weniger Animation gibt und das Zeitgeschehen in Gänze etwas mehr Müßiggang bereit hält.

    Wir gingen mit Walther in die Biosauna, wo er Platz nahm und sich wohlig ausstreckte.
    "Oben können soviele mithören." - sagte er schließlich, wurde aber durch die sich öffnende Saunatür unterbrochen.

    Ein Gast blickte herein und sagte zu Walther:
    "Entschuldigung, sind sie hier der Hausmeister?"
    "Wenn ich der Hausmeister wäre, würd ich doch nicht nackisch in der Sauna hocken." - konterte er.

    Der ungebetene Störenfried wich und wir mussten über diesen Satz herzlich lachen.

    Es stellte sich bald heraus, dass unser Guide ein sehr bekannter Gast unter Frau und Freier war und ständig Hände schütteln und Arme zum Gruße heben musste.

    Helmut ging bald nach draussen und ich unterhielt mich noch eine ganze Weile mit meiner neuen Bekanntschaft.
    Wir stellten viele Gemeinsamkeiten in Form von Verhalten, moralischen Werten und Weiterem fest und ich sog die Tipps und Informationen,
    die ich dankenswerter Weise von ihm in so vielreichender Art und Weise erhielt, in mich auf.
     
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  18. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Walther lief zu den Duschen, ich folgte Helmut in die Finnische Sauna, die bereits jetzt fast 100 Grad anzeigte.
    Mein Kollege goss mehrere Kellen auf den modernen Saunaofen und wirbelte die heisse Luft nach oben.
    Innerhalb weniger Momente waren wir klitschnass geschwitzt und es überkamen uns wohlige Schauer der durchdringenden Wärme.
    Wir lockerten die Gelenke und streckten alle Gliedmaßen von uns, da wir das Glück hatten, die Sauna ganz für uns zu haben.

    Immer wieder lugten wir durch die Glastür und sahen auf unserer Liege und Sitz-Höhe die vorbeiwackelnden Po-Backen der reichlich vorhandenen Damen. Nach etwas 15 Minuten forderte die Hitze ihren Tribut und wir entstiegen dem Krater des Vulcanus.

    Kurz kühl abgebraust, dann aalten wir uns schon im Pool und zogen ein paar wenige Bahnen um die Mittelinsel.

    Nach dem Genuss eines Heissluft-Bades ist die Temperatur ideal, als reiner Whirlpool mit Wohlgefühl und längerer Aufenthalsdauer mag das sicher manchem Kollegen ein wenig zu kalt daher kommen.

    Nachdem wir trocken waren fanden wir Walther an der unteren Bar wieder, wo er grünen Tee trank und auf einem Barhocker sitzend auf uns wartete.

    Wir orderten ebenfalls ein Getränk zur Bekämpfung des Flüssigkeitsverlustes und waren recht schnell von Damen umzingelt, die wie Haie um einen Schiffbrüchigen kreisten.

    Mir stellte sich Airish vor, eine Dame mit Brustwarzen von der Größe eines Traktorventils von den Philippinnen, die gebrochen gutes Deutsch sprach und einen sehr freundlichen Eindruck machte.
    Sie bot mir eine Ganzkörpermassage an, die ich angesichts meiner ohnehin vorhandenen Rückenschmerzen auch gerne annahm.
    Nun lernte ich auch zum ersten Mal die oberste Etage kennen, wo Airish vom Schlüsselbord einen Schlüssel ergriff und mich in eines der hinteren Zimmer führte.

    Zum Love-Room gibt es nicht viel zu sagen, sauber, angenehm und passend zum Niveau und der Ausstattung dieses Hauses.

    Es wurden 2 Handtücher ausgebreitet, ich durfte bauchlägig Platz nehmen und kam in den Genuss gelernter Hände.
    Nicht das ich ihr etwas unterstellen möchte, aber es konnte ja auch ein Trick sein, mich erstmal unter die Dachschrägen zu bekommen,
    aber die Dame verstand ihr Handwerk und knetete, drückte und trat mit geübten Griffen und Bewegungen an meiner Muskulator herum.
    Zwar war dies Jahre später von Tammy oder Pinkie nochmal eine Stufe besser, zu diesem Zeitpunkt aber entspannte ich komplett unter ihren wohltuenden Lockerungen.

    Da es nicht nur eine Massage werden sollte, drehte ich mich herum und bekam sogleich diese natürlichen Brüste mit den langen Brustwarzen ins Gesicht gedrückt.
    Ich arbeitete mich an diesen oral ab und mein Schwanz wurde bereits zärtlich nach oben gewichst.
    Sie glitt nach unten, nahm mich ganz in ihrem Mund auf und leckte mir abwechselnd die Eier und blies mein Gladius.
    Auch sie begab sich von allein in die Hündchenstellung und ich lochte, nachdem ich ihm Knien ein Kondom aufgezogen bekam, ein.
    Ich penetrierte sie kolbend von hinten, sie quiekte dabei.

    Optisch war das nicht ganz mein Beuteschema, aber ich ich hatte keinerlei Probleme, die 2. Nummer des Tages per Abspritzen in das Gummi zu vollenden.
    Erneut war der After Sex Talk sehr nett, es kam nie Stress auf und ich wurde dieses Mal von ihrer Hand gesäubert.
    Gern reichte ich ihr am Spind die 60 Sesterzen und begab mich zur neuerlichen Duschung.

    Helmut war inzwischen auch wieder auf Zimmer, zumindest wurde ich seiner nicht mehr angesichtig.

    In der Lounge traf ich Berna, mit der ich mir ein Sofa teilte.
    Obwohl ich gerade von der Action kam, konnte und wollte ich nicht noch einmal eine Verschiebung vornehmen und bat sie umgehend auf Zimmer.

    Mit der Frische der Jugend stellte das keine Problem dar und wir fielen knutschend übereinander her.
    Dieses Geschenk der Venus bot genau das, was ich mir optisch unter dem Prädikat "hervorragend" vorstellte.

    An der Bettkante stehend wurde ich blank geblasen, Berna kniete auf der Spielwiese vor mir.
    Ihre langen, glatten Haare hingen links von ihrem Gesicht herab und fielen auf das Laken.
    Ich sah in dieses leicht orientalisch angehauchte Gesicht, was meinen Schwanz zwischen den Lippen hatte und meine Eichel umspielte.
    Jetzt kam mir mein vorheriger Zimmergang sehr zu Gute, da ich wohl bei diesem Anblick Gefahr gelaufen wäre, mich meiner Nachkommen verfrüht zu entledigen.

    Sie spreizte einladend ihre Beine und ich kam über sie, um sie am Hals abwärts zu küssen, ihre sich aufrichtenden Knospen zu liebkosen und manuell ihre Feuchtigkeit voranzutreiben. Wir küssen uns immer wieder und ich wollte mit ihr verschmelzen.

    Das Gummi drüber und schon war ich in ihr.
    Berna fühlte sich herausragend an, sie vernebelte mir alle Sinne.
    Wir vögelten wild und leidenschaftlich und trugen uns durch mehrere Stellungen, bis ich im Doggy ankam und sie sich an der Bettkante festhielt.
    "Fick mich."
    - rief sie und ich konnte und wollte ihrem Wunsch in aller Männlichkeit entsprechen.
    Ich nahm sie hart
    und konnte wegen der Kürze der ersten Absamung lange durchhalten, bis ich letztendlich aber doch schreiend in ihr kam und mich an ihren Hüften festkrallte.

    "Du hast es mir gut gegeben." - sagte sie lachend.
    "Danke." - mehr fiel mir in diesem Moment nicht ein.
    "Rauchen wir noch eine?"
    "Gern, aber wenn dann du, ich rauche nicht."
    "Das ist gut, fang bloss nicht an. Bei mir ist schon wegen Job."

    Wir erzählten einander ein paar private Details, die ich natürlich nicht wiedergeben kann und werde.
    Zwischen Berna und mir
    entwickelte sich in den nächsten Monaten und Jahren eine intime Club-Beziehung, die bis heute gehalten hat.

    Auch sie erhielt selbstverständlich ihren Liebeslohn und wie schon beim ersten Mal traf ich Helmut unter dem Duschkopf, der ein weniger schönes Erlebnis mit einer Polin hatte, deren Namen er aber nicht erfragt hatte.
    Nicht, dass man hätte abbrechen müssen, aber scheinbar passte die so viel zitierte Chemie nicht und es war einfach eine Standartnummer ohne große Erwähnung.

    "Sag mal, warst du grad 2 mal?" - fragt er mich erstaunt.
    "Ich konnte nicht wiederstehen."
    "Erst mit der Dame mit den Schmiernippeln und jetzt?"
    "Mit der hübschen Türkin."
    "Ich verstehe. Brauch wohl nicht fragen was?"
    "Nein, Bombe sag ich dir."

    So verlebten wir noch viele Clubstunden mit einem Paket aus Wellnessanwendungen via Sauna und Pool, unzähligen Getränken und heiteren Momenten miteinander im Gespräch untereinander oder auch mit vielen anderen Gästen, die damals fast alle das nötige Niveau mitbrachten, um auf einer Ebene zu verkehren.

    Als ich von der Toilette kam, hielt mich eine heiße Samba-Lady am Ärmel fest und zog mich quasi wie ein Überfallkommando des SEK ins Sexkino hinein und in die linke erste Kabine.

    Sie stellte sich als Tiana aus Brasilien vor und ließ keine Widerrede gelten.
    Ich möchte erwähnen
    , dass bei ihrer kakao-braunen Zuckerhut-Haut und ihrer schwarzen, wallenden Mähne und dem wunderschönen Fahrgestell mit wippenden Brüsten und einem kleinen festen Knackarsch der Widerstand auch äusserst gering ausgefallen wäre.

    Auf dem Lotterlaken gab es Girlfriendsex vom Allerfeinsten, nasse, tiefe Zungenküsse, ein exzellentes Französisch unter Einbezug aller dort ansässiger Körperstellen, Haarewühlen, kleine Bisse in die Brust und leidenschaftlichem, wilden Sex.

    Das Anal, was sie gerne gemacht hätte, musste ich jedoch ablehnen, da ich für das erste Mal mit dieser Dame das "Normalprogramm" wählen wollte.
    Sie ritt mich zum Höhepunkt und schrie den halben Laden zusammen.

    Angesichts der Tatsache, das die Kabinen nach oben hin zum Sexkino offen sind, dürfte das zugleich auch eine sehr gute Werbemaßnahme für meine Sambamaus gewesen sein, die mit ihrer Vaginalmuskulator meinen Schwanz im Schraubstock würgte wie eine Anakonda.
    Ich knetete ihre Brüste, während ich das Gummi füllte, sie noch immer auf mir.

    Inzwischen schon wie ein alter Hase erfolgte das gleiche Finanz-Prozedere wie vorher, es war fast Abend und die Pärchen an den Spinden wurden nun zunehmend zahlreicher.

    Je später es wurde, desto ausgelassener wurde auch die Stimmung.
    Die Lautstärke der Musik nahm deutlich zu und einige Mädels tanzten und sangen die Lieder mit.
    22 Uhr begann auch der Tabledance von 2 Damen, die wohl nicht buchbar waren, aber mit ihren grazilen Tänzen deutlich Appetit auf mehr machten.

    Ich muss hier zugeben, das wir angesichts unserer Erlebnisse und Eindrücke nur ein kurzes Abendesssen zu uns nahmen, nämlich Leberkäse und nicht darauf achteten, welche anderen Auswahlspeisen noch auf dem Menü standen.

    Zwischendurch verloren wir auch einander und Walther aus den Augen, weil jeder an verschiedenen Stellen animiert wurde und man sich seiner Haut nach Kräften erwehren musste.

    Als die Spätschicht eintraf, wie Walther mir erklärt hatte, befand sich ein Überangebot aus betörenden und attraktiven Damen vor Ort und man fühlte sich wie ein kleiner Junge im Süßigkeitenladen.

    Egal wo ich hinsah, erblickte ich heisse Kurven und reizvolle Körper, lange Haarmähnen, orientalische Gesichter, stehende Brüste und wippende Hinterteile.

    Ständig wurde ich angesprochen, ob man mir doch Gesellschaft leisten dürfe und das eigene Wesen der Dirnen mit seinen Vorzügen wurde so angepriesen, dass es extrem schwer fiel, manche Lady wieder wegzuschicken.

    Wir befanden uns in vielen Gefechten und ich erlag noch Simina, einer rumänischen Naturschönheit mit den schönsten Naturbrüsten, die ich bis dahin im Pay6 gesehen hatte.

    Sie war schlank, hatte wunderschönes, braunes Haar und ein derart unverbrauchtes Gesicht, wie es im Millieu nur selten vorkommt.

    Ihr Deutsch war leider sehr schlecht, aber mit Englisch und Körpersprache konnte schnell Abhilfe geleistet werden und so war auch dieser Mattengang unverhinderlich.

    Im Altarzimmer oben genoss ich erneut ein Rundum-Sorglos-Paket in bester Girlfriend-Manier, so, als hätte ich Simina gerade erst kennengelernt und aus einer Cocktail -Bar mit nach Hause genommen.

    Wir küssten uns mit Hingabe
    , berührten einander wie frisch Verliebte und ich genoss ihre weichen, sinnlichen Lippen um meinen Penis.

    Ich drang im Missionar in sie ein und wir liebten einander sehr gefühlvoll.

    Die wilde Rammelei hätte in keinster Weise zu dieser Dame zu diesem Moment gepasst, es wäre nicht stimmig gewesen und hätte die Emotion aus diesem Erlebnis gezogen.

    Das Schöne an meiner Saunaclub-Karriere war und ist die absolute Vielfältigkeit, das Porno-Gerammel, der leidenschaftliche Akt, der Quickie mit Aufnahme im Kino usw. - jedes Zimmer war und ist mit jeder Frau immer wieder wie das Betreten eines noch unbekannten Erdteils, man setzt seine Füße auf noch unbekanntes Terrain und wusste und weiß nicht, was einen dort erwarten würde und wird...

    Simina war eine der schönsten Damen, die ich in meiner Artemis-Zeit beglücken durfte.

    Nach und nach lernte ich noch ihre rumänische Clique im Club kennen und zimmerte mich durch die dakischen Reihen.
    Festgekrallt in ihrem Nacken brachte ich Orgasmus Nummer 5 "hinter mich" und entlohnte meine Gespielin eine Etage weiter unten.


    Als ich auf die Uhr schaute, zeigte diese bereits 2 Uhr an und es wurde Zeit, wieder nach Dresden aufzubrechen.
    Von Walther verabschiedete ich mich nicht, wir haben uns im Gewühl und im Bad der Menge einfach nicht noch einmal erwischt.

    Ich sammelte Helmut ein, der grinsend im Clubtreiben saß und alles auf sich wirken ließ.
    Ein letzter Espresso, ehe wir einander zunickten und wieder in die Umkleide traten, um den Bademantel des Paradieses gegen die irdische Kleidung der Außenwelt zu tauschen.

    Die Frage, ob alles zu unserer Zufriedenheit verlaufen war, konnten wir nur bestätigen und versicherten, das wir nicht zum letzten Male hier gewesen seien. Auf dem Parkplatz tobte die Hölle, Reihen von Taxis standen bis zur Strasse und ich hatte einige Mühe, meinen Daimler durch das Gewirr an Karosserie zu bugsieren, da teilweise nur wenige Zentimeter Platz waren.

    Auf der Rückfahrt schlief Helmut selig und hing an meiner Seitenscheibe wie ein Karpfen am Aquarium, während ich der Musik von Rihanna lauschte.

    Nach ungefähr 2 Stunden weckte ich ihn, da wir seine Hauseinfahrt erreicht hatten.

    "Ich hau mich 2 Stunden hin, um 8 fahren wir wieder los oder?" - waren seine ersten Worte.

    "Gute Nacht. Versuch um 12 im Büro zu sein."

    "Mach ich. Komm gut heim."

    Nach kurzer Zeit lag auch ich in meinen Kissen und war innerhalb weniger Wimpernschläge unter der körperlichen und geistigen Erschöpfung eingeschlafen.

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    Artemis -Statistik

    Anzahl Damen: 5
    Nationalitäten: Tschechien, Philippinen, Türkei, Brasilien, Rumänien

    ____________________________________________________________________________________

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    Der nächste Morgen...

    Wie durch den Wolf gezogen erwachte ich gegen 9. 30 Uhr und fühlte mich völlig gerädert.

    Ich torkelte an mein Waschbecken und schleuderte mir einen Schwall kalten Wassers ins Gesicht, ehe ich meine Kaffeemaschine zur Aufnahme ihres Dienstes betätigte.

    Ich schaute auf mein Handy, was ich seit einem halben Tag nicht mehr beachtet hatte und entdeckte mehrere Nachrichten und verpasste Anrufe.

    Ich scrollte mich durch die Text-Mails, bis ich eine Nummer entdeckte, die mir gänzlich unbekannt war.

    Ich öffnete diese und las vom Display

    "Komm. Egal wie. Kuss. Tiza."

    Ich rieb mir verwundert die Augen.

    Spielt sie etwa mit mir?

    Sie wollte doch, dass wir unseren Kontakt für die Begrenzung von wenigstens 4 Wochen eindämmen und hatte damit doch ihr eigenes Wort gebrochen.

    Und wie konnte sie mir überhaupt schreiben?

    Mir wurde schnell klar, dass sie meine Mobilfunknummer auswendig kannte und für sie wäre es kein Hexenwerk, irgendwie jemanden ein Handy,

    der gerade zu Besuch war oder Sonstiges war, für das Entsenden einer SMS zu entlocken.

    Unsicher, was das bedeuten könne, wählte ich Carmen´s Nummer, aber die Mailbox sprang an und ich hinterließ keine Nachricht.

    Selbst wenn ich gewollt hätte, die Schwester hätte mich doch niemals wieder zu ihr gelassen und ich konnte schließlich nicht sagen, dass ich annehme, das etwas passiert sein könne oder sogar, das sie unerlaubt Kontakt mit mir aufnahm.

    Dennoch fasste ich einen Plan, dessen Umsetzung für mich weitreichende Konsequenzen hatte...

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    Bald:

    Kapitel 5 "IMPERATOR" mit dem neuen Teil 2 "Die zehn Plagen".

    Ganz herzlichen Dank fürs Liken, Lesen und Begeistern lassen.

    Im neuen Teil wieder viel Pay6, aber auch private neue Entwicklungen.

    Ich wünsche einen guten Start in die neue Woche!!
     
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  19. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Da der berechtigte Hinweis kam - es gibt eben einige sehr aufmerksame Leser, was mich persönlich sehr freut, dass Helmut ja eigentlich in Berlin bleiben wollte.
    Korrekt! ... Das hat sich im Laufe des Clubaufenthalts allerdings geändert und ich wollte im nächsten Teil mit einem kleinen Flashback auf die Situation zu sprechen kommen, aber das könnt ihr ja nicht wissen - und sah daher nicht die Notwendigkeit das extra nochmal zu betonen, aber um der Vollständigkeit halber, sei dies gern nochmal erwähnt :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. April 2019
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  20. Rainman54

    Rainman54 Sachse

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    ... immer wieder eine neues Element der Spannung auf den nächsten Teil!
     
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  21. nakedtiger

    nakedtiger Sachsenlegende

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    Das erste mal Artemis hast Du total gut beschrieben. Ich dachte auch, dass ich in einer Art Paradies angekommen bin ;)
    Ist schon geil da.
    Weiter so ;)
     
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  22. Hausimausi

    Hausimausi Sachse

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    Sehr gut geschrieben, aber ich habe eine Frage:
    Hast du jemals erfahren, was auf dem Zettel von tiza für vale stand? Und dem Abschluss des Plans?
    Ich hätte geschau was da steht... wäre viel zu neugierig!

    Lg
     
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  23. Kinvaras

    Kinvaras Melonenphysiker & Wurmlochforscher

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    Eine Sehr gute Frage !!!
    Muss sagen, dass ich daran selbst noch gar nicht gedacht habe! Und auch gar nicht nachgefragt hab.
    Aber mir scheint, als ob das Thema noch nicht ganz vorbei ist! Wir sollten uns Überraschen lassen!
    Da wird sicher noch was kommen!
     
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  24. Ina-totouch

    Ina-totouch Anbieter/-in

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    Danke Quintus, aber du siehts ja...die AGBs!
    Wenn du evtl. wirklich an einem Gedankenaustausch interessiert bist, :Smilie G 005: einfach, da findest du :Smileys Telefon 3:...ok. :Danke:

    VG Ina
     
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  25. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    So ist es, danke für das Feedback mein Lieber.

    Danke - und schön, dass wir einer Meinung sind.
    So ging und geht es vermutlich vielen weiteren Kollegen auch ;)
    Ich geb mir Mühe.

    Dankeschön.

    Ja. ;)

    Ob man mir es glaubt oder nicht, ich wollte es einfach in dem Moment nicht wissen.

    Der Kollege Kinvaras hat den Finger genau auf die Wunde gelegt. :) Da kommt noch Einiges ;)

    Nix zu danken, ja - die gilt es zu beachten. Ich meld mich ;)

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    Und mal by the way für alle: Der neue Teil am Freitag ;)
    Schöne Woche wünsche ich euch!!
     

Sextreffen-sofort

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