Goldentime

  1. Das Team vom Sachsenforum wünscht allen Mitgliedern ein sinnliches Osterfest, ein paar entspannende freie Tage, und einen fleissigen Hasen, der im besten Fall nicht nur für das Verstecken der Eierchen sein Interesse bekundet.

    Und nicht vergessen, die Kleinen mögen es sehr, an harten, leckeren Möhrchen zu knabbern.

Tagebücher des QuintusBatiatus Die Pay6 -Tagebücher des Quintus: Morituri te salutant

Dieses Thema im Forum "Off Topic" wurde erstellt von QuintusBatiatus, 6. März 2019.

  1. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Salve meine lieben Foren-Freunde, werte Mitleser, stille Betrachter und fleißige Tipper,
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    da ich in den hiesigen Foren vermehrt darauf angesprochen bzw. angeschrieben wurde, doch vielleicht mal darüber nachzudenken, nicht nur aktuelle Berichte aus dem Pay6 zu tippen, sondern mal die Schatzkiste in Form eines Rotlicht-Tagebuchs bzw. Blogs zu überdenken, habe ich mich tatsächlich mal daran gewagt und möchte euch ein erstes kleines Kapitel aus meiner Anfangszeit im Rotlicht zur Leseprobe anbieten.

    Ich möchte zunächst deutlich darauf hinweisen, das ich zum Schutz der Privatsphäre bei den Damen im Pay6 nur und ausschließlich die Künstlernamen verwende, mit welchen sie aktiv waren oder heute noch aktiv ihrer Berufung nachgehen.
    Auch bei der eigenen Kenntnis der Realnamen verzichte ich auf die Nennung dieser.

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    Es soll nicht nur darum gehen, welche Frauen ich wann, wie und wie oft gevögelt habe, sondern soll sich auch mit persönlichen Empfindungen, Erlebnissen und einschneidenden Geschehnissen aus dem Privatleben bezugnehmend auf die Welt des Rotlichts befassen.

    Wie fing alles an? Wie hat einen der Pay6 selbst verändert und welche Parallelen verschmelzen irgendwann zwischen Realität und Fiktion?


    Gibt es wahre Freundschaften unter den Männern, die man im Saunaclub oder generell im Rotlicht kennenlernt und halten diese, intensivieren sich?


    Was sind das für Frauen, die mit fremden Männern schlafen und wie ticken sie? Was für Damen habe ich selbst kennenlernen dürfen und in wie weit haben sie mich hinter ihre Masken blicken lassen?


    Wie kann man es mit sich selbst vereinbaren, emotional so abzustumpfen, dass einem eine Frau als feste Partnerin irgendwann nicht mehr genügen kann, da man quasi per Fingerzeig 50 nackte Schönheiten im Club hofieren kann, die nur darauf warten, einem alle sexuellen Wünsche zu erfüllen? Wie verändert das das eigene Frauenbild und nimmt auch erheblichen Einfluss auf das eigene Wesen? Wie behält man einen klaren Blick, ohne dass diese Welten irgendwann miteinander verschwimmen oder man regelrecht auf eine Seite gesogen wird?
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    Wahre Geschichten und Anekdoten über Höhenflüge und tiefen Fall, emotionale Ausgrenzungen, Gewissenskonflikte, berauschende Partys, sexuelle Ausschweifungen bis zur Selbstaufgabe aus über 11 Jahren Erfahrung im Pay6 und Privatleben meiner Person.

    Aber auch der stetige Kontrast zwischen wahrer Liebe und gespielter Lust, ehrlichen Gefühlen und gekaufter Illusion, falscher Bestätigung und gipfelnder Ekstase.



    Wer der Meinung ist, dass dies zu weit aus holt und nicht den reinen Berichtezweck des Forums erfüllt, der kann das bitte gern ignorieren.
    Ich bedanke mich aber nochmal ausdrücklich bei allen über die stetig netten Worte und das zuvorkommende Lob bei meinen früheren Berichten und bedanke mich ferner für die Mühe und die Zeit, welche für das Lesen geopfert werden. Über eine kleine Resonanz freue ich mich natürlich, vor allem, ob weitere Texte gewünscht sind. Vielen Dank.


    Da wünsche ich nunmehr viel Spass und verbleibe herzlich mit Grüßen

    Euer Quintus
     
    nakedtiger, Ina-totouch und Kinvaras gefällt das.

  2. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Quintus Lentulus Batiatus

    MORITURI TE SALUTANT
    - Die Todgeweihten grüßen dich
    Zum Grund der Auswahl dieses Titels werde ich im Laufe der Texte noch Stellung nehmen.

    Kapitel 1 - Angel und Teufel


    Tabledance Bar Angels, im Frühjahr anno 2008, ca. 22 Uhr...

    Gedankenversunken lehne ich mit meinem leeren Glas in der Hand am Gemäuer unterhalb des DJ-Pultes an der Stirnseite der kleinen Bar, als mich das Geräusch eines durch den Aufschlag an der Wand zerberstenden Eiswürfels jäh in die Realität zurückholt.


    „...ob du noch was trinken willst, hab ich dich gefragt?“ - Die hübsche Thekenfrau Katja, welche eben noch in präziser Wurftechnik meine Träumerei so abrupt beendet hatte, schnappt sich mein Glas, noch ohne meine Antwort abzuwarten.

    „Ich nehm ein Bier bitte.“ - entgegne ich zielsicher.



    Das fleissige Bienchen stülpt meinen Becher zweimal über die Wasserfontäne im Abwaschbecken, öffnet eine frische Cola-Flasche und kippt die dunkle Flüssigkeit mit einer Hand hinab ins Glas.



    „Bier kriech´ste nich. Hier.“ - Katja stellt mir das Kaltgetränk auf den Tresen.
    „Gutes Personal ist schwer zu finden was?“ - kontere ich meinen ignorierten Getränkewunsch.



    Ich muss hinzufügen, dass ich trotz Flatrate auch für Hochprozentiges in all den Jahren Angels nie auch nur einen Tropfen Alkohol zu mir genommen habe.

    Mein bester Freund, der rechts neben mir steht, schaut mich an, lacht und sagt:

    „Bier kriegen wa hier nie mehr, selbst wenn wir wirklich mal eins wollen.“

    Im selben Moment huscht Barlady Kathrin in der Schnelligkeit eines afrikanischen Geparden vorbei hinter die Bar, ohne uns auch nur ansatzweise wahrzunehmen.

    „Die grüßt auch nicht jeden.“ - richte ich an meinen Kumpel, der nur verschmitzt die Achseln zuckt.

    Plötzlich fährt Katja, welche noch immer da ist ein: „Die grüßt nur dich nicht. Verständlich.“
    Während ihres kleines Seitenhiebes trocknet sie weiteres Geschirr ab und wirft sich das Wischtuch lasziv über die linke Schulter.

    „Schöner Hausfrauen-Move.“ - halte ich ihr entgegen, worauf hin sie nur ein
    „Ruhe auf den billigen Plätzen“ erwidert.

    Mit dem Ende ihres Satzes schallt es vom DJ-Podest
    „Und topless please.“

    Wir sind inzwischen in der 3. Tanzrunde der 2 Damen angelangt, welche gleichzeitig die Entkleidung des Oberteils beinhaltet. Auf diese haben auch die gaffenden Männerhorden gewartet, Strip-Dollar-winkend ködern sie die beiden Mädchen zu sich, um die interne Clubwährung schließlich im oder am Tanga der Tänzerin abzugeben.

    Auf dem Dance-Walk befinden sich gerade die schwarzhaarige Michelle und die blondierte Vivien. Beide Frauen gehören zur optischen Spitzenklasse des Tanz-Kaders und beide wissen, wie man die Gäste gewinnbringend bezirzen kann.

    DJ Joop, welcher im Laufe der Jahre zu einem Freund geworden ist, steigt die 3 kleinen Treppchen hinab und lehnt sich zufrieden auf die Bar.
    Er schaut mich an und sagt:

    „Was ist los mit dich? Kannst der Tante Joop ruhig erzählen.“
    Ansatzlos kippt er irgendeine dunkle Brühe runter, die unter der Bar wohl auf ihn gewartet hatte.

    „Isses wechen der Frau?“
    „Ja, irgendwie schon.“
    „Nun mach dir mal heute keinen Kopf mein Jung.“

    Bevor ich ihm antworten kann, steigt er wieder auf seine kleine Empore und fordert vom Publikum den verdienten Applaus, da sich der Song dem Ende neigte und die beiden Hupfdohlen ihre Performance gefinished hatten. Mehr oder weniger rhythmisch klatschen die Gäste in die Hände, jeder, wie er in seinem Zustand dazu noch in der Lage ist.

    Fast fließend werden zwei neue Mädchen auf die Tanzfläche gebeten, Caro und Jessy nehmen ihre Plätze ein, während die beiden Vorgängerinnen auf ihre „Dollar-Runde“ durch den Club flanieren.
    Die hauseigene Währung ist der Angels-Dollar, im Kurs 1 zu 1 in Euro und meist im Zehnerbündel an der Bar oder am Empfang käuflich zu erwerben. Es tut dringend Not, diese bei sich zu haben, ist es doch irgendwie selbstverständlich, den Damen, welche sich die Knochen verbiegen, auch einen kleinen Obolus als Wertschätzung ihrer Künste zuzustecken.

    Schließlich grasen Michelle und Vivien auch uns ab, gern opfern wir ein paar Scheinchen und „beschweren“ die Hüften der zwei Grazien. Diese sind inzwischen recht befüllt, von jedem ertanzten Euro dürfen die Engel der Nacht die Hälfte behalten.

    Etwa 10 Frauen boten abwechselnd je in Zweierteams ihre Tanzkünste feil, außer zur Angels-Show, wo alle Mädels unter düstereren Nebelschwaden gleichzeitig auf den Catwalk flanieren.

    Gefällt einem eine Dame besonders gut, so kann man ihr gern einen Sekt spendieren, angefangen von einer kleinen 25 Euro- Piccolo – Flasche bis zum im Eiskübel ruhenden Champagner. In dieser Zeit ist die Tänzerin für einen „reserviert“, man kann sich mit ihr unterhalten und sie ein wenig kennenlernen. Unterbrochen wird dies nur, wenn es wieder Zeit für ihren Auftritt auf der Bühne wird. Die Dauer des gemeinsamen Umtrunks hängt von der Sympathie und dem Trinkgebaren der Dame ab. Es gibt und gab da durchaus Mädels, die einem V8-Motor gleich die Brühe hinunterschlucken, das es jeder Serengeti – Giraffe die Schweißperlen auf die Stirn treibt.

    Früher oder später wird auch die Frage nach einem Privat-Dance kommen, welcher im hinteren Bereich des Angels in einem geschlossenen Bereich stattfindet.
    Bejaht man dies, so werden 50 Euro fällig und das Objekt seiner Begierde nimmt einen an die Hand und steuert ins Separee, wo für 3 Lieder die Schönheit nur für einen selbst das Tanzbein schwingt.
    Als Bonus sind hier kleine Spielereien möglich, welche im offenen Bereich nicht geduldet sind.
    Mit etwas Charme und Fingerspitzengefühl darf man die Frau berühren, ihr beim Entkleiden helfen oder auch die Brüste und den Po eincremen. Sexuelle Handlungen im Sinne eines Hand – oder Blowjobs und Weitergehendes finden selbstverständlich nicht statt.

    Es ist inzwischen 23 Uhr, der Laden ist gut gefüllt, die Stimmung ausgelassen. Mehrere Junggesellenabschiede fanden den Weg durch die Haupttür, mit den skurrilsten Verkleidungen und den blödesten Aufdrucken. Einem hatten sie einem Bergwerkssklaven ähnlich eine Fußfessel aus Plüsch angelegt, über die er aller 2 Schritte stolperte.

    Auch eine weibliche Junggesellin war mit ihrer Mädelsgruppe anwesend, auf ihrem Shirt war groß
    „Prinzessin heiratet“zu lesen.
    Die feine Prinzessin mit ihrem 80-Cent Krönchen aus dem Pfennigpfeifer in den gelockten blonden Haaren sollte sich später noch von oben bis zu unten erbrochen haben.

    Michelle war zu der Zeit eine meiner liebsten Tänzerinnen. Wir verstanden uns gut, die Chemie passte. Damals habe ich auf Chemie zwischen mir und einer Frau aus dem Rotlicht noch nicht sonderlich viel wert gelegt. Hätte sie nicht so attraktiv ausgesehen, hätte ich mit ihr auch nicht groß gesprochen.
    Nachdem sie sich frisch gemacht hatte, kam sie strahlend zu mir.

    „ Eigentlich wird’s mal wieder Zeit für einen Private.“
    „Tendenziell ja. Komm.“

    Das Geschäftliche war schnell geklärt, ich hatte bereits einmal das Vergnügen und folgte ihr in den Privatbereich. Sie hob das schwere rote Seil, was uns den Zutritt verweigerte, aus seiner Verankerung, winkte mich wie eine Zirkusdirektorin in die Manege durch und ich nahm Platz in der vorderen ersten Kabine rechter Hand.
    Zur Einrichtung kann man nicht viel sagen. Ein leerer Raum mit Sitzmöglichkeit, welche in die Wand eingelassen wurde, dazu finster wie im kongolesischen Dschungel zu Mitternacht.

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    Song 1 wurde angespielt, „Say it right“ von Nelly Furtado, einer meiner absoluten Lieblingslieder.

    Ich entledigte mich meines schwarzen Jacketts.

    Michelle: „Ich zieh mich aber aus.“
    Ich: „Bei dir sieht das auch besser aus.“

    Michelle bewegt ihren Körper mit der Perfektion einer Schlange. Ein Meter Luftlinie trennt mich von diesem Hardbody, der langsam auf mich zukommt, niemals hektisch, die Annäherung erfolgt zentimeterweise. Sie umwandelt mich wie ein geschmeidiger Jaguar, der im Dickicht ein Opfertier ausgemacht hat und nun seine Kreise immer enger um die Beute zieht. Ihre rechte Hand bleibt dabei auf meiner linken Schulter ruhen. Ich komme nicht umhin, einmal meinen Kopf nach ihr zu drehen.

    Dieses, das „Vorspiel“ mündet übergangslos in das Hauptgericht, musikalisch untermalt von Song 2, Timbaland mit „Give it to me“.
    Die Beats sind schneller, es kommt mehr Leben in unsere Interaktion. Mir wird das Hemd aufgeknöpft, die ersten 3 Knöpfe stehen offen und Michelle fährt mit der Hand hinein nach unten.

    Plötzlich eine Drehung, der Oberkörper ist auf dem Boden und ich schaue auf einen makellosen Hintern. Ich bekomme etwas Bodylotion in die Hände und komme in den Genuss ihres samtweichen Po´s. Es ist eine Freude, diesen massieren und kneten zu dürfen.
    Gemessen an den heutigen Erlebnissen mit Sportfickerei bis zur Aufgabe im Saunaclub sind das beinahe kindliche Welten.
    Damals habe ich dies nicht vermisst, weil ich es einfach nicht besser kannte. Ich war zufrieden und habe mich in diesem Moment in der Wollust verzehrt.

    Gekrönt wurde alles durch Rihanna, welche mit Song 3 und „Umbrella“ das Dessert einleitete.

    Ich öffnete sanft den BH und meine Österreicherin wandte sich wieder zu mir. Wenige Millimeter vor meinem Gesicht befanden sich 2 der schönsten, von Hand gemachten Brüste, derer man habhaft werden konnte. Damals waren Silikonbrüste noch nicht so selbstverständlich und überall gesehen wie heute, wo diese fast zum guten Ton im Pay6 gehören.

    Sie setzte sich auf mich, wieder gab es die gut duftende Creme und ich verrieb alles auf ihren Brüsten mit den kleinen, stehenden Brustwarzen. In meiner Hose war Alarmbereitschaft wie am Frankfurter Hauptbahnhof, wenn irgendwo ein unbeaufsichtigtes , herrenloses Gepäckstück entdeckt wird.

    Michelle bemerkte meine Erregung, lächelte verführerisch und hielt noch einige Momente in dieser Pose inne. Sie schlug sich mit beiden Händen ihr glattes, langes Haar zurück, damit dies nicht mit der Lotion in Berührung kam.

    „Scheisse, war das heiß, mach das nie wieder." sagte ich.
    Sie lacht und knöpft mir das Hemd zu, Rihanna ist inzwischen verstummt und die Show zu Ende.

    Sie hüpft von mir runter, reicht mir mein Jackett und sagt:
    „Komm Schnucki.“
    Ich erwidere: „Das würd ich gern, aber zum Laufen habe ich nicht genug Blut in den Beinen.“

    Mit halbsteifem Schwanz folge ich ihr zurück in den Clubraum, wo man inzwischen kaum noch treten kann.
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    Mit einem Luftkuss verliere ich sie in der Menge, mein bester Kumpel steht immer noch an unserem Stammplatz und unterhält sich angeregt mit dem DJ.

    Bevor ich zu ihnen stoße, führt mich mein Weg vorbei an ersten Alkoholleichen Richtung Toilette. Unterwegs treffe ich einen, der mich fragt, wo es hier zum Strand geht, ein anderer versucht den Zigarettenautomat mit einem Chip für den Einkaufswagen zu füttern.

    Kaputte Gestalten, denke ich, so werde ich nie sein. Dabei bin ich es emotional ebenso, nur sieht man es mir äußerlich nicht an. Die Klos sind im Laufe der Nacht eine Zumutung geworden. Überall schwimmt es, in der Scheißhauskabine liegt einer im Vollsuff so gebogen hinter der Tür, dass die Türsteher alle Mühe haben, dort hineinzugelangen.

    Ich grinse André, den Securitychef an, diesem ist aber nicht nach einer Reaktion zumute. Er schüttelt nur den Kopf obgleich solcher Maßlosigkeit.

    „Wassden looos, ich hab doch nichs gämachd.“ - der Besoffene weigert sich, der Aufforderung zum Verlassen oder Mitkommen zu machen.
    Sein verquollenes Gesicht und seine undefinierbare Sprache sind Spiegelbild eines gerissenen Abends.
    Er stinkt zehn Meter gegen den Wind wie ein Rammelbiber.
    Als alles gute Zureden nicht fruchtet, wird er einfach gepackt und nach draußen verfrachtet, was alle Umstehenden begrüßen.



    Als ich die Hände getrocknet hatte, kam mir ein weiteres bekanntes Gesicht unter den Gästen im Flur entgegen.
    Kurzer Smalltalk, er hatte sich vor Kurzem von seiner Freundin getrennt und verarbeitet das Ganze inmitten von Kotze und Stripperinnen.

    „Weißt du, ich habe sie geliebt, wirklich. Dann ist sie weg. Wir haben uns auseinander gelebt.“
    „Du musst nach vorn schauen, ich weiß, dass das leicht gesagt ist.“
    „Ich kann nicht ohne sie.“
    „Es geht immer irgendwie weiter, auf der anderen Seite bin ich vielleicht der Letzte, der Beziehungstipps geben sollte.“ - mein Schlusswort.

    Er schlug mir kameradschaftlich auf die Schulter, ich „zog“ ihn mit zur Bar, wo ich bei meiner Lieblingsbarfrau einen O-Saft bestellte.
    Kat – „oh“ – ja, so unser Spitzname für sie, hatte nun viel um die Ohren, der Ansturm auf die Bar riss nicht mehr ab.
    Zum Glück reichten die „Beziehungen“ schon so weit, dass man sich selbst eine Cola eingießen durfte, wenn gerade eine Flasche günstig stand, oder man wurde bevorzugt behandelt.
    Lief es ganz schlecht, half Tante Joop aus und sorgte dafür, das ich nicht verdurstete.

    Dori und Jane waren gerade am werkeln, nach deren Tanzrunde sollte ein Junggeselle das Vergnügen haben, mit der Dame seiner Wahl vor den Augen aller zu duschen. Seine Kollegen hatten zusammengelegt und spendierten dem bald Geknechteten diese kleine Einlage, die Caro übernahm.
    Zu Rammstein wurde dem Kameraden ordentlich eingeheizt, wer weiß, ob er sowas zuhause nochmal bekommt.
    Unter dem grölenden Jubel und den Anfeuerungen seiner Burschenschaft verlassen beide Protagonisten die Bühne.
    Der „normale“ Betrieb konnte wieder aufgenommen werden.

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    Während der gelungenen Einlage erhielt ich eine SMS, gesendet von der Frau, mit der mich zu dieser Zeit eine Hass-Liebe verband und mit der ich mehr oder weniger liiert war.
    Letizia, von allen nur Tiza genannt, war eine bemerkenswert schöne Frau, deren herausragende Optik aber nicht mit ihrem Charakter harmonierte.
    Nach einem wieder mal heftigen Streit, welcher grundlos von ihr vom Zaun gebrochen wurde, war für mich das Kapitel mit ihr beendet.
    Den Mut, der Endgültigkeit auch mit Worten Taten folgen zu lassen, hatte ich zu dieser Phase noch nicht.

    Gelangt eine Frau in den Kopf eines Mannes, dann hat sie es geschafft.
    Sie hatte sich in meine Gedanken gefressen wie ein bösartiger Parasit, der seinen Wirt befallen hat und sich nun von ihm ernährt. Man könnte ganze Bücher über unsere Beziehung schreiben, was vorgefallen ist und was wir uns gegenseitig angetan haben.
    Rückblickend ist es ein halbes Wunder, das keiner von uns in einer Irrenanstalt gelandet ist, ein Mensch ist eigentlich nicht zum Streiten geboren und sehnt sich doch schlussendlich immer nach Harmonie oder wenigstens einem Hauch von eigener Akzeptanz.


    „Wo bist du? Viel Spass mit deinen breitbeinigen froschnuttigen Hundehuren du elender Mistkerl. Nie wird eine besser sein als ich.“

    Oh, hier flirtet jemand mit mir.
    Damals konnte ich die Nachrichten, die ich lange im Speicher lies, noch nicht mit Humor nehmen. Ich war drauf und dran, ins Auto zu steigen, aber erst, nachdem ich gecheckt hätte, ob mit den Reifen alles in Ordnung ist.
    Hätte ich gewusst, das dies alles nichts gegen die Eskalation ist, die ich mit Tiza noch erleben würde, hätte ich in jenem Moment anders gehandelt.
    Doch dazu später mehr.

    Ihren Intrigen sollten viele Bekannte und Kollegen zum Opfer fallen, ihre Skrupellosigkeit kannte beinahe keinerlei Grenzen.
    Systematisch zerstörte sie alles, was ihr im Wege stand, machte aus Freunden Feinde und verfolgte nur ein Ziel:
    Geld, Macht uns Luxus.

    Ich erkannte leider erst spät, welches Spiel sie trieb, sie liebte mich aufrichtig, keine Frage, sie liebte aber auch meinen beruflichen Erfolg und mein Einkommen.
    Letizia war ein Dämon, der zu lieben im Stande war.

    Ich hatte viele schöne Momente mir ihr, der Sex war unbeschreiblich.
    Viele meiner Freunde und Arbeitskollegen beneideten mich um diese Frau an meiner Seite.

    Heute weiß ich nicht, ob ich sie auch aufrichtig geliebt habe, oder ob mir mein Herz nur einen Streich spielte. Die Gefühle gehen ja oft verrückte Wege, wenn ein interessanter Mensch ins Leben tritt und der einen noch optisch anspricht und scheinbar so anders ist als die triste graue Masse.

    Ich verdanke ihr viel, vielleicht sogar Teile meines heutigen Charakters. Wer weiß, ob ich heute in Selbstständigkeit meine eigenen Projekte verfolgen würde, wenn sie mir nicht immer wieder gepredigt hätte, dass ich alles, aber auch wirklich alles erreichen könne, was ich mir nur vornahm.

    Auf der anderen Seite nahm sie mir zeitgleich den Glauben, eine Partnerschaft führen zu können, die weder auf gegenseitigem Nutzen basiere, noch ausschließlich aus Liebe und Zuneigung bestehen kann.
    Ich denke oft an sie, verfluche sie aber nicht, sie ist ein Teil von mir geworden.

    Was sie heute macht, weiß ich nicht, nicht einmal wo sie wohnt oder ob sie überhaupt noch lebt.
    Ich glaube, es ist für uns beide das Beste, wenn wir Zeit unseres Lebens keinen Kontakt mehr zueinander finden.

    Ein vertrauter Freund sagte mir einmal, ich hätte mich durch sie verändert, sei aber im Kern immer der Gleiche geblieben.
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    Ich schaffte es aber zum ersten Mal, das Handy ohne eine Antwort wegzulegen und zurück zu meinen Freunden an die Bar zu laufen.

    Normalerweise hätten wir uns verbal gegenseitig so hochgeschaukelt, dass jeder Bushido-Text dagegen die Friedens -Nationalhyme der Supernanny gewesen wäre.

    Wir unterhielten uns angeregt, ließen unsere Augen immer mal wieder zu den Tänzerinnen wandern und das tranken das oder andere Gläschen Brause.
    Alltag im Stripclub könnte man sagen.

    Heute kann man verstehen, dass die Frauen, ganz egal ob „hier“ oder im Saunaclub, die Tagein und Tagaus nur das Gleiche sehen und erleben, teilweise therapeutischer Hilfe bedürfen.

    In einem Leben, gefangen zwischen Zigaretten und Billigsekt, in schummrigen Licht und stickiger Luft, den Blicken lüsterner Männer ausgesetzt, findet ob man will oder nicht, früher oder später, eine Persönlichkeitsveränderung statt. Man darf es vielleicht sogar Persönlichkeitsverwahrlosung nennen. Es bedarf schon eines verflucht dicken Felles, den täglichen Wahnsinn im Rotlicht nicht mit nach Hause zu nehmen.


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    Eine wirkliche sexuelle Erregung während der Tänze verspürte ich nicht, ganz gleich, wie attraktiv die Frau auch aussah.
    Es war inzwischen Alltag, privat hatte man tollen Sex und die Aufenthalte im Angels dienten nicht der Lustbefriedigung, es war mehr ein Treffpunkt mit vielen Freunden fernab eines „normalen“ Barbetriebes mit vielleicht einem kleinen Extra wie einem Private-Dance, wenn sich das Ganze ergab.

    Die bereits schon erwähnte „Prinzessin“ war im Laufe der Zeit mit alkoholischen Mixgetränken auf einem guten Pegel. Die Krone war verrutscht, die Locken erinnerten mehr an einen schlecht frisierten Pudel als an eine einst top-gestylte Frau. Ihre Aussprache war zwischenzeitlich mehr klingonisch als deutsch, ihre 2 Freundinnen, die sie begleiteten, mussten sie schon abwechselnd stützen. Die eine, Typ „Sabine“ - denn „Sabine“ ist immer eine Dicke, die andere, ein kleines Mauerblümchen, was vielleicht den Eltern erzählt hatte, das es nur ins Kino geht und heute mal einen wilden Abend erleben möchte.
    Ich kam mit keiner der drei Frauen ins Gespräch, die reine Beobachtung ihrer Verfallsdaten war aber belustigend mit anzuschauen.

    Als ich mal rausging, um frische Luft zu schnappen, denn damals war das Rauchen noch überall gestattet, entdeckte ich den bekotzten Pudel auf dem Rinnstein am Parkplatz sitzend. Selbstredend wurde der Gruppe der erneute Eintritt danach verwehrt.

    Wieder drin verteilte ich meine restlichen Dollar an Melly, eine hübsche Tschechin mit dunkler Haarpracht, die wie immer wie die Sonne selbst strahlte. Schön, dass es noch Frauen gibt, die sich diese natürliche Freundlichkeit bewahrt haben. Ich suchte meinen Kumpel, der auf einem Barhocker saß und mit Kathrin quatschte.

    „Hallo, wenn auch etwas spät.“ - scherzte sie, als ich zur Theke kam.
    „Ja, guten Abend die Dame.“
    „Möchtest du was trinken? Cola?“
    „Ich hätte gern was anderes.“
    „Fanta?“
    „Nein, eine andere Barfrau.“
    „Arsch.“

    Schließlich bekam ich ein Energy-Getränk, was wie verdünnter RedBull schmeckte und furchtbar auf die Blase drückte. Mein Kollege meinte, dass er gerade von einem älteren Gast, mit dem er kurz gequatscht hatte, von einem gewissen Artemis gehört hätte, ein Saunaclub, wo nicht „nur“ gucken ist.

    „Was ist denn ein Saunaclub?“
    - irgendwie hatte ich sofort irgendwelche Gay-Gedanken im Kopf, eine schmuddelige Schwitzstube, wo irgendwelche Perversen auf vernebelten Bänken sitzen und sich gegenseitig den Schwanz streicheln.

    „Da arbeiten Frauen, die man für Geld vögeln kann. Nackt sind die, mindestens 50. Aber in Berlin.“

    Wir beschlossen, da mal zu recherchieren, schließlich hörte sich das Ganze an wie der gelebte Männertraum.
    Im Angels hatte man keine Möglichkeit, sich sexuell zu erleichtern, wer das wollte, musste also im Anschluss noch eine andere Lokalität aufsuchen, um sich Erlösung zu verschaffen.

    Es war inzwischen weit nach 3 Uhr, aber von Aufbruch oder Rausschmeißer-Musik war längst noch nichts zu spüren.
    Fast jeder nahm das Angebot, soviel zu trinken wie reinging, auch wahr.
    Es fühlte sich teilweise wie im Sozialzoo an, wenn man als einer der wenigen bei klarem Zustand den anderen zusah, wie diese Hemmung und Benehmen ablegten und sich animalischen Trieben hingaben.

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    Der andere Kollege, welchen ich auf der Toilette getroffen habe, hatte inzwischen auch ein paar Bier intus. Es gibt Menschen, die bei übermäßigem Alkoholgenuss still und ruhig werden, andere werden laut und aggressiv, er verkehrt in den lustigen Allgemeinunterhalter.
    Allerdings ist seine Art von Humor nicht der Humor aller anderen.

    Als eine Tänzerin auf ihn zukommt, um ihren Tanz-Obolus abzuholen, meint er nur trocken.

    „Ich kenn einen Witz, da fallen dir die Titten runter. Oh, den kennste schon.“
    Eigentlich mehr Unverschämtheit als Spaß, aber die Frau nahm es überraschend gelassen.

    Ein anderer Gast, welcher ebenfalls an der Bar saß, musste ein
    „Wie hast du es als Kind eigentlich ausm Mülleimer geschafft Amigo“ einstecken,

    ein friedliebender Geselle, bei einem anderen hätte er vermutlich ein blaues Auge riskiert.
    Als er einen Privattanz buchen wollte, befürchtete ich das Schlimmste um sein Verhalten dabei, allerdings erwies sich diese Vermutung als unbegründet, denn da er wiederholt sein Getränk verschüttete, wurde ihm schließlich nahe gelegt, den Abend für heute ruhen zu lassen.
    Wir eskortierten ihn noch unter seinem Gesang mit „Froschfotzenleder – ja wir wollen Froschfotzenleder...“ nach draußen, wo ihn schlussendlich ein Taxi in Obhut nahm und sicher nach Hause geleitete.

    „Oh je – nur Patienten.“
    - stieß Tommy aus, der Geschäftsführer des Ladens, der später gekommen war und uns im Vorbeigehen die Hand reichte.
    Die Hand vom Chef zu erhalten, vor allem aus Eigeninitiative und gewisser Selbstverständlichkeit , musste man sich erstmal verdient haben.
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    Der Gedanke an den Saunaclub in Berlin, welcher später mein zweites Wohnzimmer werden sollte, war wieder recht schnell vergessen. Man lebte im „Hier und Jetzt“ und machte sich keine großen Gedanken über bevorstehende Unternehmungen. Auch an ein Forum über Pay6 dachte ich nicht, ich wusste nicht mal, dass so etwas existierte, noch wäre ich damals auf die Idee gekommen, meine Erlebnisse mit wildfremden Menschen im Internet zu teilen.

    Wieder drin traf ich erneut auf Michelle, die mich um Feuer für ihre Zigarette bat.

    „Ich rauche doch nicht, sorry.“

    Sie hatte seit ein paar Minuten einen Champagner-Gast, also einen Typen, der ihr bereitwillig Puffbrause spendierte, um ihrer Anwesenheit Gewahr zu werden. Es muss allerdings ein recht schmieriger Bursche gewesen sein, sie entwich bei jeder sich bietenden Gelegenheit seines Zugriffes.

    Die allgemeinen Geschäfte liefen sichtbar gut, der Chef schaute zufrieden in die Runde und genehmigte sich eine dicke Zigarre.

    DJ Joop, mit dem ich an dem Abend über kaum ins Gespräch kam, stand inzwischen auch wieder „unten“ und fragte uns, ob wir nach Schluss noch mit ins „Echo“ kommen wollten.
    Das Echo ist eine Kneipe gegenüber der Kult-Tabledance-Bar „Klax“ in Dresden Mickten auf der Robert – Matzke – Straße und kennt so etwas wie Öffnungszeiten nur vom Hörensagen.

    „Ja, aber nicht ewig.“
    - ich wollte wegen Letizia ohnehin noch nicht direkt wieder nach Hause und war froh über jede sich bietende Gelegenheit der Abwechslung.

    So verronn dann noch die übrige Zeit bis Ladenschluss ohne weitere nennenswerte Ereignisse und der DJ spielte seinen Rausschmeißer-Song an, der allen die noch da waren, signalisierte, die Gläser jetzt loszulassen und gen Heimat zu reiten.
    Wie bei „The Walking Dead“ schlich eine kleine Armee der „Toten“ Richtung Ausgang, die bei Sichtkontakt mit der inzwischen aufgegangenen Sonne angeekelt die Augen zusammenkniffen.
    Es dauerte ein Weilchen, eh sich die Traube aus Opfern der letzten Nacht innerlich gesammelt und schließlich aufgelöst hatte. Ein paar genehmigten sich auch ein kleines Schläfchen auf dem Fußweg oder trotteten langsam zum angrenzenden Hauptbahnhof.

    Mein bester Kumpel und ich warteten noch auf den DJ, den wir mitnahmen, die Übrigen, die sich ebenfalls anschlossen, stießen später mit ihren eigenen Fahrzeugen dazu.
    Die Kneipe „Echo“ selbst hatte den urigen Charme von Kneipen in Hamburgs Amüsierviertel und beherbergte zum Samstagmorgen einige gestrandete Existenzen nebst normalem Partyvolk, was einfach nur noch einen Absacker zu sich nehmen wollte.
    Die Einrichtung war schlicht und holz – lastig, wir schoben einige Tische zusammen, da wir bestimmt 15 Personen waren.
    Auch aus dem Klax schlossen sich noch einige Personen an, die ich aber nicht alle kannte.

    Ein besonders gut genährter Kamerad echauffierte sich über den für ihn viel zu kleinen Holzstuhl, als er aufstehen wollte, drückte sich das Möbelstück an ihn und enthob sich mit ihm in die Senkrechte. In dieser komischen Pose lief er ein Stück Richtung Theke und meinte:

    „Das ist wohl Stuhlgang.“ - was alle zum Lachen brachte.

    Anschließend stieß er laut
    „Wirtschaft!“
    aus und fügte die Frage an, ob es hier jemand stören würde, wenn er die Lehnen abbrechen würde.
    Die Kneipenfrau, wahrscheinlich schon seit Jahren an solche Konversationen gewöhnt, entgegnete nur, dass es prima wäre, wenn die Einrichtung ganz bliebe.

    „Kann ich nicht versprechen, aber ich arbeite dran.“
    Der Bursche hatte inzwischen seine Jacke abgespeckt, was aber nicht wirklich half.

    So verlebten wir noch eine gewisse Zeit bei Spaß und Unsinn, bis die Runde merklich kleiner wurde und auch ich nach Hause aufbrach.
    Fazit, eine Nacht wie es damals hunderte gab in einem Sog aus Parallel-Welt und Alltagsflucht.

    Zuhause angekommen hatte ich die Befürchtung, dass Letizia noch irgendetwas gemacht haben könnte, aber dieser Verdacht erwies sich als falsch.
    Wichsend wie ein Bonobo-Affe schlief ich schließlich friedlich ein, um am gleichen späten Nachmittag 24 Anrufe in Abwesenheit auf meinem Handy zu entdecken...

    * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *




     
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  3. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Quintus Lentulus Batiatus

    Inter verba | Zwischenwort

    Moritori te salutant - Die Todgeweihten grüßen dich...

    Die Historiker streiten darüber, ob die lateinische Phrase, die jedem Geschichts - und Filmfan bekannt sein dürfte, tatsächlich der stetige Gladiatoren - Gruß war, mit dem die todgeweihten Arena-Kämpfer den Kaiser oder Gastgeber der hiesigen Spiele vor dem Beginn der Darbietung begrüßten, oder ob es sich dabei nur um ein Zitat bei einer nachgestellten Seeschlacht zur Eröffnung eines Kanals am Fucciner See zwischen dem damaligen Kaiser Claudius und zum Tode verurteilten Sklaven handelte.


    Aber damit genug der Historie.



    Auf jeden Fall steht dieser Ausspruch sinnbildlich für einen Moment, wo einem deutlich bewusst wird, höchstwahrscheinlich etwas Vertrautes, Geschätztes, zu verlieren. Man befindet sich an einem Zeitpunkt, wo das, was einst da war, in dieser Form und Gänze so nicht mehr auf Dauer existieren kann und wird.

    Ich sehe da deutliche Parallelen zur Entwicklung des Pay6, wo Erlebnisse und Gepflogenheiten, die früher selbstverständlich und „normal“ waren, in jetziger Form nur noch einen Schatten ihrer Selbst darstellen. Und zwar für beide "Seiten".

    Mit großer Aufmerksamkeit und teilweise Besorgnis liest man die unzähligen Berichte zu den Zimmergeschehnissen der Kollegen, den stetig steigenden Paket-Service-Preisen, den extravaganten Zusatzbuchungen und Abzocken, dem gesunkenen Servicegedanken einiger Mädels und gleichsam dem ungebührlichen Verhalten mancher Gäste, aber auch der herrschenden Kluft bei vielen Themen zwischen Gast und Dame im Rotlicht im Allgemeinen.
    Dabei trifft keinesfalls alleinig nur die Damen die Schuld, noch liegt es mir fern, hier irgendwelche Vorwürfe zu verteilen.
    Es ist dennoch sehr schade, das vor allem die freizügigen und wilden Anfangsjahre der Saunaclub-Kultur mit beinahe wilder Begierde und grenzenloser positiver Erlebnis-Dichte, aus welchen Gründen auch immer, wachsend und zunehmend mehr Verhandlungen zwischen zwei kühl kalkulierenden Geschäftsparteien gewichen sind.



    Vielleicht sind „wir“, die Konsumenten des Rotlichts, die Gäste in den Saunaclubs, die Freier auf den Korridoren im Laufhaus, die Fahrer der Autos, die verstohlen aus den Fenstern ihrer Wagen auf dem Straßenstrich auf die Dirnen schielen usw., die wahren Todgeweihten auf dem staubigen Sande der Arena „Pay6.“



    Darum habe ich diesen Titel gewählt.

    Kapitel 2 folgt in Kürze.
     
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  4. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Kapitel 2 - Dein Wille: Meine Hände Teil 1

    24 Anrufe in Abwesenheit..
    . eigentlich gibt es nur einen Menschen, der zu so etwas fähig ist. Fast schon überzeugt, ohne es auch visuell bestätigt zu sehen, greife ich mit einem tiefen Seufzen zum Handy. Warum tust du dir das eigentlich an? Warum beendest du nicht einfach etwas, was ohnehin zum Scheitern verurteilt ist? Während mir 1000 Gedanken durch den Kopf kreisen, schrecke ich mit einem Blick nach oben.
    Nicht Letizia war die Anruferin, sondern mein Geschäftspartner, für den es völlig untypisch ist, so oft und penetrant zum Telefon zu greifen.

    Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen und gerade als ich ihn zurückrufen will, klingelt es erneut:
    "Hallo, du hast wohl nen Schlag mich 24..."
    Ich werde jäh unterbrochen.
    "Warum gehst du denn nicht an dein scheiss Handy" - zischt es von der anderen Leitung.
    "Ich war im Angels und habe ausgeschlafen."
    "Du musst mich holen kommen, bitte. Sofort."

    Es stellte sich heraus, dass mein Geschäftspartner auf der Rückreise eines Termins im Zug eingeschlafen war und bis zur Endendhaltestelle nach Prag gefahren war, wo er zudem während seines Schlummers noch komplett beklaut wurde. Nur sein Handy hatte er noch, da es in der Hosentasche steckte und für den Dieb oder die Diebe nicht zu greifen war. Sogar seine Brieftasche wurde aus der Manteltasche gezogen, es war praktisch und faktisch alles weg. Nun stand und steht er auf dem Bahnhof und kann weder vor noch zurück.

    "Das ist doch nicht dein Ernst."
    "Denkst du ich mach Scherze, wir haben doch morgen früh ganz zeitig den Termin, so eine Scheisse, das Geld..."
    "Beruhige dich erstmal, ich zieh mich an und komme."
    Ich lege auf.

    Er ruft wieder an.
    "Du weißt doch gar nicht wo du hinkommen sollst du Idiot."
    "Ich denke zum Hauptbahnhof du Strichgesicht."
    "Ja, sorry, ich komm auf die Strasse."
    "Ja, ich kann dich ja nicht aufm Gleis abholen."

    Ich dusche mich, werfe mich ins Räuberzivil und laufe zum Auto. Richtig Lust, jetzt 2 Stunden zu fahren. Die Strecke Dresden - Prag ist in etwa vergleichbar mit der Strecke Dresden - Berlin, nur das Dresden - Berlin deutlich angenehmer zu fahren ist, zumindest damals.
    Während ich fahre, kriege ich gefühlt aller 2 Minuten SMS aufs Handy, wo ich schon sei und wann ich etwa da wäre. Just in dem Moment, wo ich mich entschließe, mal eine kurze Reaktion zu geben, klingelt das Telefon, Letizia ist dran.

    "Hallo."
    "Hallo."
    "Wie hallo?"
    "Eine traditionelle Grußformel Letizia, was ist daran schon wieder falsch?"
    "Schön, das du dich gestern mal gemeldet hast. Wie wars denn bei den Weibern?"
    "Recht nett."
    "Du bist ein arrogantes Arschloch."
    "Letizia, seit Wochen streiten wir, du benimmst dich wie ne Psychopathin, was willst du denn eigentlich von mir?"
    "Wo bist du jetzt? Ich komm mal vorbei."
    "Das geht nicht."
    "Liegt irgendeine Hure bei dir im Bett, was? Hoffentlich kriegst du Syphillis."
    "Nein - und wenn, dann hätt ichs schon von dir. Ich bin aufm weg nach Prag, Helmut ist im Zug eingeschlafen und beklaut wor...."
    "Fällt dir nix Besseres ein?"
    "Nun, wir können uns ja in Prag treffen."
    "Hast du meinen Autoschlüssel noch?"
    "Was?"
    "Der liegt glaub ich noch bei dir in dem Dreckstück, was du Kommode nennst."
    "Keine Ahnung, wie bist du denn letztes Mal von mir weg?"
    ....
    Noch ehe sie antworten kann, ein Anruf klopft an, Helmut ist der 2. Leitung.

    "Letizia, ich muss dich mal kurz stumm machen, Helmut ist in der 2. Leitung."
    "Ja."

    Was? So ganz ohne Widerstand, ich bin überrascht.

    "Helmut?"
    "Wo bleibste?"
    "Du Vollpfosten, ich bin gerade mal 20 Minuten unterwegs, ich kann doch nicht fliegen."
    "Kannst du mir was zu Essen mitbringen?"
    "Aber sonst haste keine Probleme?"
    "Ich hab solchen Hunger."
    "Dann kauf dir doch was, haha."
    "Sehr witzig du Knaller."
    "Nein, wir essen was in Prag, ich habe auch noch nix gehabt heute."
    "Danke, tschau."

    Leitungswechsel...

    "Letizia, bist du noch da?"
    "Wo soll ich hin sein??"
    "Also, wie bist du letztes Mal von mir weg?"
    "Ich hab den Daimler genommen."
    "Was? Meinen Firmenwagen?"
    "Ja. Nicht gemerkt?"
    "Nein, ich hab in der Auffahrt geparkt und nicht in die Garage geschaut. Wie wärs mal mit fragen?"
    "Wie wärs, wenn du deine Freundin mal nach Hause gebracht hättest."
    "Ich muss erstmal auflegen, ich fahr grade, wie du hörst."
    "Wann bist du da? Wir müssen morgen zu meiner Büroparty."

    Anmerkung: Sie arbeitete in einer Medienkanzlei als angehende Juristin für den Schwerpunkt Medien und Presserecht.

    "Ich will da nicht hin, das gibt wieder nur Theater."
    "Du weißt, wir müssen. Ich hab dir auch diese Hexe vom Hals geschafft."

    Anmerkung 2: In meiner Firmengründung gab es noch eine Dame, die vertraglich mit in unserer Tochter-GmbH hing und nur schwer aus wichtigen Entscheidungen zu eliminieren gewesen wäre. Keine Ahnung wie es Letizia geschafft hat, aber recht fix wurde sie mit einer sehr akzeptablen Summe ausgezahlt und war fortan kein Bestandteil meines Kollegenkreises.

    "Ja, gut. Ist ja erst Sonntag heute, wir reden nochmal."
    "Meld dich, wenn du zurück bist, von wo auch immer... und, ich weiß, das du mich liebst." Völlig unrecht hatte sie damit nicht.
    "Ciao."

    Den restlichen Weg passierte nicht allzu viel, ich kam recht gut durch, musste nur einmal tanken, wo ich einen sehr sympathischen LKW-Fahrer kennenlernte, der mit mir am "Stau" an der Kasse stand und dessen Wege ihn quer durch Europa führten. Er hatte 20 Tafeln Schokolade in der Hand, die bei den Tankstellenpreisen sicher ein Vermögen kamen.
    "Sind Spesen, ich bin Spüddel und man sieht sich immer 2mal im Leben, mindestens."
    Spüddel, solltest du vielleicht hier angemeldet sein durch alle Zufälle der Welt und dies lesen, sei mir herzlich gegrüßt.

    Wieder auf der Bahn erreiche ich Prag und steuere den östlichen Teil der Innenstadt an, wo dieser liegt.
    Aufgeregt stürmt mir Helmut entgegen, der mich schon erwartet hatte. Wir umarmen uns.

    "Das Geld, scheisse das Geld."
    "Hattest du alles mit?"
    "Fast alles."

    Helmut hatte noch über unsere Hauptfirma eine Nebentätigkeit als Antiquitätenhändler, was mich auch sehr begeisterte. Zwar hatte ich beiweiten nicht das Fachwissen von ihm, aber im Bereich Kunst und besonders Gemälde und Skulpturen hatte ich mir im Laufe der Zeit auch ein gewisses Basiswissen angeeignet.
    Wir wollten am Montagmorgen in Dresden einer gut betuchten Dame ein Gemälde abkaufen, um es dann gewinnbringend einem anderen Händler weiter zu veräussern. Die Zwischenstation also, eine Hand wäscht die andere. Die Kohle dafür war erstmal im hiesigen Fernverkehr in der Matrix verschwunden.

    "Und nun?"
    "Keine Ahnung, das Geld kriegen wir eh nicht wieder."
    "Scheisse eh, zum Glück hatte ich nur 2000 dabei."

    Gemessen an der Summe, mit das Gemälde angekauft werden sollte, kann man wirklich von nur 2000 sprechen, auch wenn das sicher pervers klingen möge.
    Wir entschlossen uns, das Beste aus der Lage zu machen und fuhren an den Wenzelplatz, um einen Happen zu essen. Es war mein 1. Mal Prag, die goldene Stadt, ich kann jedem zu einem Trip dahin raten. Wir parkten glaube ich Nähe Königsweg und gingen in der Nähe des Kohlenmarktes etwas speisen. Das Angebot war gut und reichhaltig, finanziell am unteren Level. Das "Knoblauchbrot" war in der Tat eine Scheibe trockenes Brot, auf einem kleinen Unterteller lag eine Zehe Knoblauch.
    "Das glaubt uns kein Mensch." Wir lachten herzlich. Der Gulasch und die Rinderroulade schmeckten ausgezeichnet, die Vorspeisen hätte man sich sparen können.
    Wir lachten herzlich. Der Gulasch und die Rinderroulade schmeckten ausgezeichnet, die Vorspeisen hätte man sich sparen können.

    Weil das Wetter schön war, saßen wir draussen.
    Ich weiß nicht, ob es heute noch so ist, aber wir wurden ständig und auf extrem penetrante Weise von Koberern angequatscht, ihnen in irgendwelche Tabledance-Bars, Puffs oder Gott-weiß-wohin zu folgen. Da damals Smartphones nicht so selbstverständlich sind wie heute, hatten sie teilweise sogar kleine Aktenmappen dabei, wo man durchblättern konnte. Die Frauen darin sahen besser aus als alle Hollywood-Stars zusammen.
    Ich sagte zu Helmut:
    "Du glaubst doch wohl selbst nicht, dass die Frauen dort so aussehen."
    "Komm, nen Versuch isses Wert, der Tach is eh durch."
    "Du bist pleite, beklaut und willst zu ner Hure."
    "So in etwa könnte man das meinen."
    "Aber nicht die ganze Nacht."
    "Nein, nur mal was für untenrum."

    Er drängte und drängte, sodass ich seinem Bitten schließlich nachgab. Ein Nordafrikaner, der sich "Suleyman" nannte, bot uns an, ihm zu einem Appartment zu folgen.
    Jeder erfahrene Hurenbock wird jetzt aufschreien, dass man hier alle Fehler macht, die man nur machen kann.
    Unser neuer Guide sprach nur in Superlativen, "best girls", "mega-pussy" und so weiter, "best in ziittyy".
    Ich kam mir vor, als ob wir durch die halbe Prager Altstadt liefen und hatte Angst, das wir nicht zurück zum Auto fanden. 2mal links, rechts, wieder links, durch eine Gasse, die eigentlich nur für Tauben gebaut sein kann.
    Schließlich standen wir vor einem unscheinbaren Altbau, der Putz hatte schon bessere Zeiten gesehen, die Fensterläden im Erdgeschoss war mit gammliger, grüner Farbe überzogen, die Briefkästen namenlos und überquollen mit durchnässten Zeitungen und auf dem Bodenliegenden Werbeprospekten.

    "Come." Suleyman winkt uns hinein.

    "Hälst du das für ne gute Idee? Hier hat vielleicht die Organ-Mafia ihre Geschäftsadresse." - ich war recht unsicher, obgleich dieser Location.
    "Ach, bei mir stecken auch Zeitungen im Briefkasten." - antwortete Helmut unbedacht.

    Drinnen in diesem Gnadenhof für menschliche Abscheulichkeiten bot sich mir ein schauderhafter Anblick wie im besten Horrofilm.
    Auf einem langen, versifften und dreckigen Gang fielen links und rechts kleine Kammern ab, wovor wie im Laufhaus Gestalten saßen, deren Bilder jedem Naturkatastrophengebiet Konkurrenz machen würden.

    Im 1. Zimmer saß eine mit einer Fettschürze überzogene Urgroßmutter mit dem Make-Up eines transsexuellen Uhus, eine Schminke, als hätte sie kurz vorher beim Paint-Ball-Turnier den letzten Platz gemacht. Es mutete einfach nur skurril an.
    Gegenüber saß Latka, klapperdürr, im Gesicht wäre nur deutlich sichtbar altfranzösisch möglich gewesen, da sämtliche Zähne fehlten. Dieses Lächeln rufe ich noch heute gerne hervor, wenn ich im Artemis nicht so schnell abspritzen möchte.

    Etwas weiter saß eine ältere Zigeunerin, eingekugelt wie ein Igel, mit einem Kleid, was jeder Kleiderspende-Container wieder empört ausgespuckt hätte. Parallel zu ihr eine Thaifrau mit fettigen Haaren und einem BH, der ihr 20 Nummern zu klein war. Ihre Oberweite quoll aus jeder Fuge, dazu hatte sie ein von Akne überzogenes Gesicht wie ein Streuselkuchen.

    "Best girls?"- das ist doch hier der Horrorkabinett des Ostblocks.
    In den letzten 4 Räumen wurde die Auswahl besser. Es waren durchweg junge, schlanke Osteuropäerinnen, ohne besondere Merkmale.
    Ich wollte gerade gehen, als mich Helmut festhielt.
    "Die da hinten, die würd ich mal probieren."
    Hinzu kam, dass wir keine tschechischen Kronen hatten, aber es wurden auch fast überall Euro akzeptiert. So auch hier. Ich bin recht sicher, dass wir, bzw. Helmut im Tauschkurs deutlich übers Ohr gehauen wurde. Alles in allem hat er 50 Euro für eine halbe Stunde bezahlt, das wäre damals sicher auch deutlich billiger gegangen.

    Als er mit seiner Dame verschwunden ist, stehe ich mehr oder weniger verloren im Gang.
    Mit einem Mal kommt mir unser Schwarzafrikaner wieder entgegen und sagt "Not look, ficken."
    Als ich den Kopf schüttele, wird er ungehalten.
    "Amigo, so verzweifelt bin ich nicht." - halle ich ihm entgegen, wissend, dass er das nicht verstehen würde.
    Er greift mir an den Arm, ich schlage seine Hand weg.
    "Nicht anfassen, don´t touch".
    Er lächelt, "no problem - wait."

    Er enteilt mir und biegt am Ende des Ganges scharf nach links ab. Nach etwa 2Minuten kehrt er mit einer wirklich attraktiven Dame wieder, die süß lächelt und so ganz anders aussieht, als das, was vor den Gemäuern verschimmelt.
    Sie hält mir ihre Hand entgegen: "Magda."

    Werde ich schwach?
    Teil 2 folgt.
     
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  5. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Kapitel 2 - Dein Wille: Meine Hände Teil 2

    ... Ich bin unsicher wie ich reagieren soll.
    Aus Höflichkeit erwidere ich natürlich ihren Gruß, reiche ihr die Hand und nenne meinen Namen.
    Suleyman schaut mich fragend an, in der Art "Wie kann man da noch überlegen"...
    Auch wenn ich Magda auf die erste Musterung durchaus attraktiv fand, so sollte es zu diesem Zeitpunkt für mich noch keine Premiere in Sachen Pay6 in unserem Nachbarland geben.

    "No, sorry." - ich schüttelte den Kopf und hielt dem Blick des Vermittlers stand.
    Erbost über meinen Entschluss, der einer Götterlästerung für ihn gleichkam, deutete er Magda mit einer Kopfbewegung an, sie möge sich doch wieder in die Katakomben dieser Bruchbude zurückziehen.
    "Go, go." - er wies mir die Richtung gen Ausgang. Von seiner herzlichen, offenen "Kumpel"-Art war nicht mehr viel übrig geblieben. Wahrscheinlich war ihm das Geld für die Buchung der Dame meines Geschäftspartners zu wenig, für die Anstrengung, die er mit uns in Kauf genommen hatte.
    Ich lief wieder vorbei an den verlorenen Seelen der ersten Räumlichkeiten und hielt am Anfang des Flures inne. Ich wollte Helmut auch nicht gänzlich allein darin lassen, vermutete er mich doch sicher noch auf der anderen Seite der Tür.

    Als ich mir da so gedankenlos die Beine vertrete, schlüpft eine neue Frau durch den Eingangsbereich. Sie trägt eine große, dunkle Sonnenbrille, die Kapuze über den Kopf, ein oliv-grüner, langer Mantel und dunkle Handschuhe. Auch wenn draussen kein Hochsommer ist, so ist sie doch für diese Jahreszeit gefühlt überbekleidet. Sie würdigt mich keines Blickes, als wäre ich unsichtbar. Auch ich sage nichts.
    Wie vom Blitz getroffen erheben sich alle Frauen, die vorher nur körperlos auf ihren Hocker lümmelten und rennen fast panikartig in ihre Behausungen.
    Der Frau folgt eine weitere Frau und ein Mann, Typ "Bulldogge" und langsam wird mir etwas mulmig.
    Ich bin kein ängstlicher Typ, aber allein in einem Abrissgebäude irgendwo im Ausland in einem dunklen Gang, nicht wissend, wer da noch erscheint und was dort vor sich geht, es gibt schönere Situationen.

    Als auch diese Gruppe ohne Wortkontakt an mir vorrüberzieht und an der Stirnseite des Flures links abkippt, bin ich komplett allein auf der Etage.
    Es sind vielleicht inzwischen 5-7Minuten vergangen, an eine Rückkehr von Helmut war bei einer halbstündigen Buchung natürlich noch nicht zu denken.
    Ich schaute auf meine Uhr, die Sekunden vergingen wie in Zeitlupe.
    Knarzende Geräusche, eine weitere Person kam mir entgegen, ich konnte erst nur die Umrisse eines Schattens ausmachen. Hier ist ja mehr Betrieb als am Hauptbahnhof, dachte ich innerlich, während ich gespannt war, wer nun noch erschien.

    Zu meiner großen Überraschung war es ein kleiner älterer Herr mit Hut, er erinnerte mich ein bisschen aufgrund seiner Aufmachung an den britischen Ermittler Sherlock Holmes. Nur die Pfeife fehlte, ansonsten hätte er ihm in Sachen Ähnlichkeit durchaus Konkurrenz machen können.
    Ich nickte ihm einfach mal zu - und es stellte sich heraus, dass er der deutschen Sprache mächtig war und ein Lebensmittelgeschäft betrieb.
    Als ich ihn fragte, was das hier denn für ein Jahrmarkt des Schreckens sei, sagte er nur, dass dies ein bekannte Terminwohnungs-Adresse sei, wo man durchaus mal einen guten Fang machen kann.
    "Aber nicht am Wochenende." - so seine Worte. Noch ehe ich das hinterfragen konnte, fuhr er weiter fort, "Am Wochenende sind die guten Frauen bei ihren Familien - und die Gäste auch."
    "Und was willst du dann heute hier? Dir reichen wohl die weniger guten Frauen?" - meine Frage war natürlich als Scherz gemeint.
    "Ich bin allein, ich zahle eigentlich nur fürs Zuhören, mir gehts nicht um den Sex."
    Dieser Satz machte mich wirklich nachdenklich.
    Wie einsam kann ein Mensch sein oder werden, dass sich keine Seele mal seiner erbarmt und ihm einfach Gehör schenkt. Das man soweit den Entschluss fasst, fürs Zuhören zu bezahlen war für mich irgendwie nicht greifbar.

    "Verstehen die dich denn überhaupt sprachlich?" - fragte ich.
    "Ja, ja - die verstehen mehr als du denkst."
    Ich lächelte ihm leicht zu, am liebsten hätte ich gesagt, komm - lass uns einen Kaffee trinken gehen, du brauchst doch nicht hier zu bleiben. Aber ich tat es nicht. Zielsicher ging er zu der von mir beschriebenen Urgroßmutter mit dem Make-Up eines Malkastens aus der Grundschule, klopfte und trat noch ehe er ein Zeichen auf Einlass bekam, hinein. Ich habe ihn nie wieder gesehen.

    Inzwischen zeigte der Zeiger auf "24", die Minutenanzeige versteht sich.
    Und tatsächlich, wenige Sekunden darauf, kehrte Helmut zurück.
    "Warum hast du nicht vorn gewartet?"
    "Ich will dir doch nicht zuhören dabei." - reagierte ich.
    "Du hast auch nicht viel verpasst."
    Mit wenig zufriedener Mimik kehrten wir diesem verwunschenen Ort, den ich nicht dachte noch einmal wiedersehen zu müssen, den Rücken.
    Nun stellte sich die Frage, wie wir wieder zurück zum Auto fanden. Der Schwarzafrikaner würde bestimmt nicht noch einmal unser Navigationsgerät spielen. Mit der Erinnerung an die Hinstrecke und einigen markanten Punkten, die wir uns eingeprägt hatten -ich gebe zu - auch mit etwas Glück, erreichten wir wieder unser Gefährt, was treu auf uns gewartet hatte.

    Als ich die Zentralverriegelung per Blinken betätige, fährt Helmut ein Blitz durch den Körper.
    "Scheisse, meine Uhr".
    "Das ist jetzt nicht wahr."
    "Doch, meine Uhr. Scheisse, meine Uhr. Wir müssen dahin zurück."
    "Super."
    Auto wieder verschlossen, gefangen wie in der Zeitschleife zurück zum Kuriositätenkabinett, dem ich gerate entronnen war.
    Helmut, der sonst eher sehr gemütlich unterwegs ist, zog das Tempo rapide an.

    "Ich glaub nicht, dass du die Uhr wieder bekommst." - sage ich 2 Schritte hinter ihm.
    "Das ist ein Erbstück. Die muss ja noch da sein."
    " 10 000 Euro in bar wären auch noch da, wenn die dort auf dem Bett lägen, aber nicht mehr auffindbar."
    Ich rechnete die Chance gleich null, dass er seinen geliebten Zeitanzeiger wieder an sich nehmen könnte.

    Erneut hinein, auf dem Flur war keine Menschenseele. Weiter als bis zu der Gabelung am Ende des Ganges waren wir nicht vorgedrungen, als wir dort ankamen, bot sich uns ein skurriler Anblick. Eine Treppe, die abscheulich tief hinabging linkerseits, rechts ein schier endlos langer Gang mit weiteren Türen.
    Wir entschlossen uns, das kleinere Übel zu wählen und gingen den Gang entlang und riefen "Hallo."
    Ich muss noch anmerken, dass auf das Klopfen der Türe, indem Helmut mit seiner Dame den Akt vollzog, niemand reagierte, auch war diese verschlossen.
    Dieser Tür gleich taten es auch alle anderen Türen, es war wie in der Gespenstervilla. Noch heute könnte ich aus dem Kopf den Grundriss des Gebäudes binnen weniger Minuten vollständig aufzeichnen.

    "Dann eben die Treppe." - sagte ich. Helmut zollte mir keine Gegenreaktion.
    Wir liefen die Stufen hinab, es ging fast 90 Grad nach unten. Ein modriger, ekliger Gestank bemächtigte uns seiner, unten angekommen brannte im ersten Zimmer Licht und die Tür stand offen.
    Ich war der erste, Helmut folgte mir im Windschatten.
    Ich trat in den Türrahmen, klopfte an diesen und schaute auf einen Schreibtisch, an dem die Frau mit dem oliv-grünen Mantel saß.
    "Huch." - sagte sie, ganz erschrocken.
    "Entschuldige, mein Kollege hat seine Uhr vergessen." - verstärkend imitierte ich eine imaginäre Uhr zeigend auf meinem linken Handgelenk.

    Die Frau schaute mich an, als ob ich nackt ein Känguru-Baby im Arm hielt.
    Wortlos stand sie auf, lief an mir vorbei und rief etwas in ihrer Landessprache.
    Aus der nächsten Tür kam eine andere Dame im grauen Hosenanzug, mit straff nach hinten gebundenen, blonden Haaren.
    Zu unserer großen Freude sprach sie gebrochen Deutsch und hatte ein nettes Wesen.

    Mit Händen und Füßen und einem Mix aus Deutsch, Englisch und Gebärdensprache konnten wir uns verständlich machen.
    Wir liefen mit ihr zum Zimmer des Geschehens, sie schloss auf und Helmut stürmte durch die Tür.
    "Da" - mit ausgestrecktem Arm zeigte er auf ein kleines Schränkchen, was seine besten Tage hinter sich hatte.
    "Da hab ich sie hingelegt, 100 Prozent."
    "Wait." - die Hausdame, oder welchen Titel sie auch immer trug, trollte sich und ließ uns allein im Zimmer.

    Das Zimmer, wenn man es so bezeichnen darf, bestach durch eine einfache, primitive Ausstattung. Das Bett war wie mein altes Kinderbett, ein Schränkchen und ein Bild von einem Still-Leben mit einer trostlosen Obstschale an der Hauptwand. Die Tapete war in hellem gelb, aber alles wirkte traurig und verwahrlost.
    "Wie kannst du hier drin vögeln." - fragte ich Helmut vorwurfsvoll, da der Geruch des Ortes noch schlimmer war als seine Optik.
    Er zuckte nur mit den Achseln, sein Wecker war ihm wichtiger.
    Kurz darauf kam die Hausdame wieder und hatte die Uhr in ihrer rechten Hand. Freudestrahlend wollte Helmut diese an sich nehmen, als sie die Uhr wieder wegzog und mit reibenden Fingern das Geldzeichen formte. Wahrscheinlich erwartete sie einen Finderlohn, den wir nicht zu zahlen bereit gewesen wären. Wir schüttelten den Kopf und ebenfalls darauf erschien die Dame, wahrscheinlich die Chefin, in ihrem Mantel, brabbelte etwas auf tschechisch und das Hausmädel übergab die Uhr an seinen rechtmäßigen Besitzer.

    Wir traten durch die Tür aus dem Zimmer, "Danke"-sagend in Richtung der schwarzen Madonna, die nur kühl nickte.
    "Das lief wie geschnitten Brot."-sagte Helmut, als wenn wir jeder zum Abschied noch einen Lolli bekommen hätten.
    "Hast du jetzt noch was auf dem Programm, oder können wir endlich zurück?" - fragte ich kopfschüttelnd.
    "Nein, zurück nach Dresden, mir reichts heute hier."

    Nun nahm ich wirklich endgültig von dieser Behausung Abschied und wir waren beide froh, als wir wieder unbeschadet für Mensch und Material im Auto saßen. Kurs gen Dresden, durch die Prager Altstadt, wieder auf die Autobahn.
    Als wir etwa 10 Kilometer gefahren waren, Polizei, die Kelle aus dem Beifahrerfenster. Sie setzten sich vor uns und wir folgten zum nächsten Rastplatz.
    "Allgemeine Verkehrskontrolle."
    Zum Glück hatten wir nichts zu befürchten und nach wenigen Minuten hatte sich auch dieses Ereignis in Luft aufgelöst. Wir lächelten uns gegenseitig an, gut, dass wir auch das noch mitgenommen hatten.

    Ich setzte Helmut zuhause ab und wir verabredeten für nächsten früh unser Treffen für den Bilderkauf.
    Kurz zuvor hatte er mir vorgeschlagen, doch bei guter Vollendung abends noch ins "Klein Paris" auf der Pennricher Strasse einzukehren, die Location, die heute das " P24" beinhaltet. Er hatte gehört, dass man dort bei Whirlpool und Trockensauna auch ein paar hübsche Frauen kennenlernen konnte, natürlich gegen entsprechende Bezahlung.
    Ich musste ihm leider absagen, hatte ich doch am Abend die Büroparty mit Letizia....

    * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

    Der nächste Morgen...

    Am Abend hatte ich noch kurz mit Letizia gesprochen, aber wir verabredeten die weitere Planung für den folgenden Tag, also heute.
    Es ist kurz vor 8 Uhr, als ich erwache und die Morgentoilette antrete. Ich bin unschlüssig, was ich anziehen soll, da der Termin ja geschäftlicher Natur ist, ich aber vermute, dass Helmut eher leger seinem Stil entsprechend erscheinen wird.
    Ich entschließe mich doch für den kompletten, dunklen Anzug, der Seriösität vermittelt.
    Während ich gerade die Krawatte anlege, klingelt es.
    Helmut, ebenfalls in voller Montur, steht vor meiner Tür und sagt:
    "Wir müssen los, ich hab alles dabei."

    Ich sitze auf dem Beifahrersitz und wir fahren in einen noblen Dresdner Stadtteil.
    Vor dem Anwesen der Dame hindert uns ein großes, schweres Eisentor am Eingang. Wir stoppen und steigen aus, klingeln an der imposanten Pforte. Eine Alarmanlage blinkt stetig rotes Licht über unseren Köpfen.
    Eine schwache, dünne Stimme tönt aus der Gegensprechanlage.
    Als sich Helmut namentlich vorstellt, wird uns erklärt, dass wir dem Weg folgen sollen, bis wir zum Hauptgebäude gelangen.
    Wieder im Wagen klappt die mächtige Doppeltür aus den Angeln und wir fahren bestimmt 2 Minuten durch ein parkähnliches Anwesen, bis wir die Konturen des Haupthauses erkennen können.

    Die Besitzerin des Hauses erwartet uns bereits. Fröhlich winkend begrüßt sie uns, während wir sie noch durch die Windschutzscheibe begutachten.
    Helmut parkt das Auto seitlich an der Wand, die Dame reicht uns galant die Hand und bittet uns hinein. Ein wahrlich herrschaftliches Anwesen, ein schöner alter Bau aus einem vorigen Jahrhundert, im Foyer links und rechts chinesische Ming - Vasen im Wert von Einfamilienhäusern.

    Die ältere Lady holt das Objekt unserer Begierde und hält es Helmut entgegen, der inzwischen weiße Handschuhe angelegt hat.
    Sie verhandeln ein wenig, ich halte mich im Hintergrund und bestaune die wunderschönen Kunstschätze.
    Anscheinend wurden sie sich schnell einig, Geld wurde übergeben und das Gemälde verschwand sachte eingepackt im gepolsterten Handkoffer.
    "Darf ich Ihnen denn noch eine Tasse Tee anbieten? - fragte die Dame mit sanfter, weicher Stimme.
    Um sie nicht zu beleidigen, nahmen wir an und folgten ihr in den rechten Flügel, welcher wohl den Ess-Bereich darstellte.
    Eine massive, nussbraunholzige Tafel war Zentralpunkt in der Räumlichkeit, an jede wurden wir auch gebeten.
    Ich redete mir ein und behauptete innerlich, noch nie so guten Tee getrunken und so gute Kekse gegessen zu haben.
    Vermutlich hätten mir in diesem Ambiente auch Kohlestücke geschmeckt.
    Wir betrieben etwas Smalltalk, aus Gründen der Privatsphäre bitte ich zu verstehen, dass ich dazu nichts Weiteres kundtun kann.

    Die Verabschiedung erfolgte wieder im Foyer, wo Helmut leise spassend zu mir sagte: "Schnapp dir noch so eine Vase."
    "Gnädige Frau, es war uns eine Freude, mit ihnen geschäftlich verkehren zu dürfen. Vielen Dank für die freundliche Bewirtung."

    Wir empfahlen uns verließen das Gelände, die schwere Türe klappte automatische auf, während wir uns ihr im Schritt-Tempo näherten.
    Auf dem Baum huschte ein braunes Eichhörnchen in die Höhe und veharrte kopfüber am oberen Stamm.

    Wieder draussen nickte mir Helmut zu, "Wir haben es."
    "Nun lass uns noch was machen, ich hatte dir doch vom "Klein Paris" erzählt. - sagte er selbstsicher.
    "Aber die haben doch bestimmt erst abends auf - und abends kann ich nicht, weißt du ja."
    "Nein, die öffnen schon früh, wir gehen erst noch was frühstücken."

    In der Dresdner Innenstadt am Altmarkt sitzen wir in einem Cafe und lassen uns die Konfitüre und Brötchen schmecken. Das Lokal ist großräumig und bietet an vielen Ecken Gästen einen gemütlichen Platz.
    Als ich auf mein Telefon schaue, sehe ich eine SMS von Letizia.

    "Sei bitte 20 Uhr bei mir, schicker Dresscode. Kuss"

    Ich schaue zu Helmut auf und sage:
    "Trink aus, wir fahren in den Puff."
    Er lacht, setzt den Kaffebecher an und erwidert:
    "Kennst du dich in Cotta aus?"
    Ich nicke.

    ***************************************************************************************************************************************************************

    Teil 3 mit dem Besuch des ehemaligen Klein Paris und vieler weiterer Geschehnisse folgt in Kürze
     
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  6. osiris

    osiris Obersachse

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    @QuintusBatiatus
    Zu Lesen ist das wunderbar - was das "Angels" und die "Alkoholleichen" angeht hatte ich ehrlich gesagt schon sehr lange mal auf eine Razzia gehofft, die den ganzen Laden auseinandernimmt. Da war (zumindest in der Zeit, aus der du auch berichtest), definitiv nicht nur Alkohol im Spiel - aber vermutlich hatten/haben die Betreiber gute Connections, dass da nie was passiert ist

    Offene Getränke würde ich dort jedenfalls niemandem empfehlen, zu sich zu nehmen
     
  7. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Hallo osiris, danke für das Lob.
    gestatte mir folgendes Statement:
    Das du das so erlebt hast, tut mir leid. Eventuell hast du dein Glas auch unbeaufsichtigt stehen gelassen, da man ja immer sein Glas im Tausch gegen ein neues Getränk wechseln muss, ist das aber auch eher unwahrscheinlich, dass dir da jemand was reingetan hat.
    Ich habe damals zum gesamten Personal einen freundschaftlichen Umgang auch außerhalb der Öffnungszeiten gepflegt, Kontrollen waren auch damals regelmäßig und unangekündigt. Ich bezweifle daher, dass irgendwelche anderen Substanzen den Weg ins Glas fanden. Dabei war ich natürlich nicht.
    Offene Getränke machen auch wie schon erwähnt keinen Sinn, da man ja sein Glas stetig bei sich führte.
     
  8. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Kapitel 2 - Dein Wille: Meine Hände Teil 3

    Der Entschluss ist gefasst, wir trotten zum Auto an die Dresdner Kreuzkirche, das wir dort ordnungsgemäß geparkt hatten.
    Von der Innenstadt der sächsischen Hauptstadt bis zum Klein Paris braucht man bei guter Verkehrslage etwa 15 Minuten. Wir wählten den Weg über die Budapester Strasse, die ich auch gerne Stau-Allee nenne, aber da es noch zeitig am Tag war, konnte man die Wahrscheinlichkeit im Risiko der Strecke für gut befinden.

    Während der Fahrt hielten wir ein wenig Smalltalk.
    "Was ist das denn für ein Laden?"- fragte ich neugierig.
    "Ich weiß nicht, eine Art Puff, aber soll auch eine Sauna und ein Whirlpool drin sein."
    "Lassen wir uns überraschen."

    Über die Kesselsdorfer Strasse fuhr ich rechts blinkend ab auf die Rudolf - Renner - Strasse, nochmals das Gefährt nach rechts schicken und man sieht relativ schnell linker Hand das "Klein Paris". Die älteren Kollegen werden sich vielleicht erinnern, links daneben war viele Jahre lang die Szene-bekannte Asia-Dame Lisa auf der Pennricher Strasse.
    Parkplätze gibt es auf den Strassen, aber wir bogen hinein in den kleinen Innenhof, Helmut hatte den Tipp bekommen, das man da gut blickgeschützt und sicher stehen kann.

    "Auf ins Vergnügen." - meinem Geschäftspartner stand die Lust sprichwörtlich ins Gesicht geschrieben.
    Als wir ausstiegen, kam vom geradeüberliegenden Gebäude im Hof eine blonde Dame aus der Tür, lächelte uns an und verschwand durch die Einfahrt im schnellen Stechschritt.

    "Schade, gehört wohl nicht dazu." - so Helmuts kurzes Statement.
    Heute schellt man treppauf am P24, damals mussten wir ein paar Treppen nach unten gehen und betätigten die Klingel.
    Ich war nicht aufgeregt, aber schon ein wenig gespannt. Im Laufe der Jahre und mit wachsender Pay6-Erfahrung werden solche Besuche immer selbstverständlicher. Irgendwann ist das so, als ob man bei Tante Hilda klingelt, um gemeinsam Kaffee zu trinken.
    Es dauerte eine ganze Weile, ehe uns geöffnet wurde.
    Im Rahmen stand ein älterer Herr, Typ Opa aus der Kleingartensiedlung, erster Eindruck war ein wenig kauzig aber sympathisch.

    "Kommt rein."
    Wer sind wir, um dieser netten Bitte nicht postwendend zu entsprechen.
    Wir folgten dem Betreiber in einen kleinen Gang, welcher links hinten an der unteren Bar endete. Zwischendurch warfen wir uns ein paar Blicke zu und ließen unsere Augen über die Einrichtung wandern, von welcher nichts zu sehen war, da alle Türen geschlossen die Sicht verwehrten.

    "Setzt euch Jungs. Wart ihr schon mal da?" - die Standartfrage in jedem Saunaclub oder saunaclubähnlichem Bordellbetrieb.
    "Nein." - antwortete ich und Helmut schob ein seichtes "Premiere bei euch." hinterher.
    "Na dann wirds ja Zeit. Ich krieg 15 Euro pro Person und ihr könnte euch Getränke holen, Sauna und Whirlpool benutzen."
    Dabei zeigte er mit seinem rechten Finger nach oben, wo sich der Wellnessbereich befand.
    "Ist das ne Idee? - fuhr Peter weiter fort, der uns inzwischen auch namentlich bekannt war.

    "Und die Frauen?" - Helmut konnte wie immer nicht an sich halten.
    "Die hol ich gleich."
    Peter trat hinter seinem Tresen nach vorn, nachdem er von uns die Scheine nebst Scheinchen erhalten hatte, die wir quasi im Blindflug auf Kommendes überreicht hatten.
    "Na mal schauen, was hier gleich für Stöckelwild um die Ecke schustert." - Helmut drehte sich soweit um die eigene Achse, dass er bald von seinem Barhocker fiel.
    "Erwarte mal nicht soviel." - sagte ich, während ich Helmut musterte, ob er in seinem Dehnungswinkel schon irgendeine Sichtung getätigt hatte.
    "Du alter Pessimist."
    "Lieber nicht viel erwarten und dann überrascht sein, als dann enttäuscht werden." - sagte ich.
    "Man merkt, dass du ne Beziehung hast. Tut dir nicht gut."

    Kurz darauf kam Peter zurück.
    "Die Frauen sehen ja aus wieder Betreiber." - meinte ich scherzend.
    Peter lachte und entschuldigte sich. Vermutlich war die Crew auf einen so frühen Besuch gar nicht vorbereitet.
    "Die Mädels machen sich noch schön."
    Wir palaverten noch bisschen über Fussball, die hiesige Rotlichtszene und über die laufenden Geschäfte.
    "Wie eine Lostrommel." - meinte der Chef, "Mal kannste nicht treten, mal brauchste gar nicht aufmachen."
    Mit einem Mal vernahmen wir den Soundtrack, der allen Hurenböcken bestens bekannt sein dürfte - kleine Tippelschritte auf hohen Absätzen.

    Und hier haben wir die Thematik:
    Es gibt Frauen, die laufen elegant in 30cm- Absätzen, als hätten sie bequeme Nike-Turnschuhe an den Sohlen. Andere wiederrum gleichen eher einem neugeborenen Kalb, was erste Steh und Laufversuche im Schutze der Mutterkuh auf der Weide probieren möchte.
    Bei einer der 2 Grazien, welche sich uns näherten war leider Letzteres der Fall, es war ein grausiger Anblick.
    Ohne uns vorher gesehen zu haben, war wohl schnell klar, wer zu wem gehen sollte.

    Raluka, die schlankere der beiden, kam zu mir, Helmut erwischte den "Waschbären" Dsena, ich führe dies noch näher zum späteren Moment aus.
    "Meine" Dirne war ca. 160cm groß bzw. klein, von schlanker Gestalt ohne mager zu wirken und hatte lange schwarze Haare, die geglättet schienen. Dsena stand deutlich besser im Futter und war anscheinend gut über den Winter gekommen, man darf ihr schon eine frauliche Figur andichten.
    Die Verständigung war okay, es war ein Deutsch, welches zum Puff-Dialog reichte.
    Irgendwie machte sich in mir der Gedanke breit, dass man wohl die beiden jetzt einfach akzeptieren muss.
    In meiner "Gentleman-der-alten-Schule"- Manier dachte ich das nur, aber als hätte er Gedanken gelesen, wendete sich Helmut zum Chef und fragte:

    "Das wars wohl was?"
    Dieser nickte, etwas fragend, wie man wohl das auch nur ansatzweise in Frage stellen könnte.
    "Da kommt nix mehr?"
    "Ne, viele in der Heimat."
    "Und Deutsche?"
    "Deutsche hat ich lang schon nicht mehr." - antwortete Peter.
    "Du auch nicht." - sagte ich zu Helmut, der mir den Mittelfinger zeigte.

    So verharrten wir ein Weilchen, die Mädels umgarnten uns, krochen zwischen die Beine, setzten sich auf unseren Schoß. Peter beobachtete das Treiben gelehnt auf dem Sofa. Während Raluka auf meinem Schoß saß, überlegte ich mir, warum ich eigentlich hier bin.
    In meinem Kopf erschien eine imaginäre Pro und Contra Liste, die sich langsam, aber bedächtig füllte.
    Deine Freundin oder wie auch immer du sie nennen willst, ist doch tausendmal hübscher.
    Nun - dafür muss ich mich mit dieser Frau hier nicht länger abgeben als nötig - und sie schneidet mir nicht die Eier ab, wenn wir mal Streit haben.
    Aber wieso bezahlst du eigentlich dafür, dass muss doch nicht sein.
    Ich bezahle sie ja nicht für das Gewühle, sondern das ich danach wieder gehen kann.
    Völliger Blödsinn eigentlich, rationale Gründe im Rotlicht schwanken immer zu der Seite hin, zu der man sich in Tages-und Momentstimmung eher sehnt.

    Aus meiner Parallelwelt holte mich unser Betreiber, der fragte, ob wir nach "oben" wollen.
    "Da könnt ihr Sauna und Whirlpool. Bademäntel sind oben. Die Mädels zeigen euch alles."
    Wir nickten einander zu und folgten den beiden Frauen die Treppe nach oben und bogen scharf rechts ab in Richtung Umkleide. Die obere Etage ist exakt heute noch genauso aufgeteilt wie anno damals, Einrichtungstechnisch ist das Ganze etwas moderner geworden.
    Die Spinde erinnerten an eine Kaserne, uns wurden Bademäntel gereicht, die wir aber ablehnten, da eine Temperatur wie im brasilianischen Dschungel herrschte. Wir zogen uns aus, verstauten alles im Fach und banden uns ein großes gelbes Handtuch um die Hüfte.
    Die Geburt der Saunaclub-Karriere sozusagen, wenngleich dies natürlich im Vergleich zu den Großclubs wie Wartburg und Ferrari anmutet.

    An der Umkleide befinden sich die Duschen, Helmut stürzte beinahe, weil er sich die Badeschlappen nicht angezogen hatte.
    "Wadenbeinbruch im Puff." - er lachte schallend, so laut, dass sogar die Frau zurückkam, die beide um die Ecke lauerten wie Fleckenhyänen.
    Wir wuschen uns den Alltags-Staub vom Pelz und gingen zu den Frauen, die treu wie deutsche Schäferhunde am Gemäuer auf uns warteten.
    Den Gang geradeaus gabelt sich dann linker Hand ein Kleinstflur mit Sauna und einigen kleinen Sitzgelegenheit in Form von Korbstühlen, für mich sehr unpassend, weil man zur Erholung in der Schwitzstube sitzend direkt auf die Personen schaut, die quasi 12 Uhr vor einem verweilen.

    Zum Glück waren wir die einzigen Gestalten, die sich an diesem Tage und zu dieser Zeit in den Dresdner Stadtteil Cotta verirrt hatten.
    Uns wurde per Geste die Sauna angeboten, die wir gern annahmen.
    Rein in die warme Stube, die auch gut geheizt war, ich schätze 80 Grad. Ein Aufgusseimer stand bereit, das ganze Equpment machte einen gepflegten und hygienischen Eindruck.
    Wir kletterten auf die obere Bank und ich goß gleichmäßig 3 volle Kellen Saunaufguss über die glimmenden Steine, um die erwärmte Luft anschließend propellerartig bis in die letzte Ecke der Sauna zu zirkulieren.
    Helmut streckte sich behaglich unter der aufsteigenden Hitze, die einem wie eine warme Wand ins Gesicht fuhr.
    "Herrlich, Huren und Hitze, was willst du mehr" - stieß er fröhlich aus.
    Ich nahm auch wieder Platz und fing das Gespräch an:

    "Und?"
    "Und was?"
    "Na rate Mal, die Frauen."
    "Naja, muss ja alles vermehrt werden."
    "Willst du hier was machen?"
    "Klar, kann das Zeug ja nicht wieder mit heim nehmen. Komm, ich geb einen aus."
    "Aber ich nehm nicht die, die bei dir war."
    "Den Pudding?"
    "So kräftig ist nix für mich."
    "Ach, die, die nicht so toll aussehen, geben sich oft doppelt Mühe."
    "Na dann streng dich heute hier an."
    "Sackgesicht."
    "Mal im Ernst, das muss doch nicht sein."
    "Komm schon, wie die Kavallerie, angreifen ist alles."
    "Na schön, wenn du bezahlst Vati."
    "Was meinste, raus und los?"
    "Keine Ahnung, vielleicht erstmal in Whirlpool."
    "Wenn ich dich nicht hätte."

    Nach ungefähr 20 Minuten traten wir aus der Sauna raus, ich möchte noch anmerken, dass wir regelmäßig Besuch der Damen erhielten, die wohl nicht glauben konnten, dass wir solang da drin verweilen würden. Aber als alte Saunafans, damals noch fernab der Schwitzstuben im Saunaclub, waren wir einiges gewohnt und hätten noch länger da drin bleiben können.
    Als wir draussen waren, merkten wir, dass unsere großen Handtücher verschwunden waren. Die kleineren Exemplare, die wir nur als Sitzunterlage genommen hatten, waren feucht und zeigten mehr als sie verdeckten.

    "Komm, wie die alten Römer." - sagte ich.
    Wir warfen die Lappen in das Körbchen und liefen unter dem Kichern der Damen splitternackt zurück zur Dusche.
    Unsere Frage, wo denn unser Lendenschurz geblieben wäre, blieb unbeantwortet und empfahl sich für einen Fall in "Aktenzeichen XY ungelöst."
    Ein Schwall kalten Wassers über das Gefieder, wie Gott uns schuf den inzwischen bekannten Gang zurück.
    Diesmal aber kippten wir nach rechts ab, an einer kleinen, verwaisten Bar vorbei, welche heute die Hauptbar im P24 darstellt, runter die Treppchen in den Whirlpool raum, der irgendwie wie ein kleines, isoliertes Idyll anmutete.
    Er war beleuchtet und machte einen zufriedenstellenden Eindruck.

    Nachdem wir die kleinen Zehen ins H²O getaucht hatten, tauchten unsere stillen Schatten hinter uns auf wie Attentäter.
    Wahrscheinlich warteten sie auf eine Geste, einen Wink oder einen Augenkontakt, um dazusteigen zu dürfen. Schließlich gestatteten wir den Mädels, dazuzustossen und beide entledigten sich fluggs ihrer Kleider, die sie auf die Liegen neben dem Whirlpool legten.

    Raluka, meine mir zugeteilte Dirne, stieg sachte in die Fluten, ich musste ihr sogar die Hand reichen. Es war, als ob sie eine reißende Strömung betreten würde, nicht wissend, welche Untiefen sie gleich verschlingen würden.
    Dsena hingegen tauchte wie ein Delfin quietschvergnügt hinab ins nasse Element, ihr Eintauchen entfachte eine kleine Welle, die uns bis ans Kinn schwappte.
    "Komm her, Flipper." - stieß Helmut aus und angelte sich seinen Fang.
    Raluka nahm neben mir Platz und taute auch langsam auf. Der Chef war inzwischen mit Getränken gekommen , wir gaben auch eine Flasche Puff--Brause aus, 1,5Liter - sehr billig gemessen der Preise im Pay6, ich glaube, es waren 30 Euro oder weniger.
    Das erwies sich als gute Entscheidung, denn der Freund Alkohol verfehlte nicht seine Wirkung und machte aus den Mauerblümchen vom tschechischen Dorf zwei lüsterne Dorfpartymädchen.

    Es wurde geknutscht, gefummelt, untereinander, miteinander. Wie sehr wünschte ich mir eine zweite Frau, die mich optisch auch angesprochen hätte, aber ich musste Vorlieb mit den Gaben nehmen, die uns beschert waren. Mir wurde heftig der Schwanz unter Wasser gewichst, ich knetete die kleinen, festen Brüste mit wunderbar stehenden, kleinen Brustwarzen. Körperlich kann man Raluka absolut nichts vorwerfen.
    Helmut schraubte an seiner Dirne, die sich im Wasser aalte wie ein Waschbär. Dies schien genau ihrem Element zu entsprechen.
    Immer wieder stand sie auf, schüttelte ihre dicken, natürlichen Brüste und rief laut mit dem Sektglas in der Hand "Party."
    Vor unseren Gesichtern hatten wir ihren leicht behaarten Venushügel, darunter die gigantischen Schamlippen.
    "Schamlumpen." - sagte ich und Helmut und konnte sich vor Lachen nicht mehr einkriegen.
    Dsena drehte eine Pirouette und ließ sich in Doggymanier nach vorn auf den Rand fallen, sodass wir einen tiefen Einblick erhielten.
    Auch wenn sie überhaupt nicht mein Fall war, einen Blick nahm ich natürlich trotzdem.

    Raluka hielt mir die Augen zu.
    "Now my Pussy."
    "Okay, do it!"
    Nun stand sie vor mir, ich hielt sie an den Hüften fest. Vor mir tat sich eine schöne Teeanger-Vagina auf, blitzeblank rasiert.
    "Fuck me!" - sagte sie und wollte mir die Zunge in den Hals schieben.
    Helmut war inzwischen spitz wie ein Apachenpfeil.
    Er wollte anscheinend schon längst aufs Zimmer, aber es gelang ihm nicht.
    Er stupste mich an:
    "Die will nicht aus der Brühe raus. Die kann wahrscheinlich nur einmal im Jahr hier rein."
    Ich entgegnete lachend: "Sag doch Zimmer oder ficken oder Anal oder irgendwas."

    Wenn einem die ganze Zeit am Glied gespielt wird, man dazu ständig Nippel im Gesicht hat, ihr wisst wovon ich rede... auch ich gebe gerne zu, dass ich in Stimmung war, in ein feuchtes Biotop einzutauchen. Mit einer Kopfbewegung deutete ich Raluka an, dass wir verschwinden. Draussen fragte ich nach dem Preis, 80Euro wurden aufgerufen, "alles."
    Das war fair, sehr fair, zumal wir sicherlich über eine Stunde im Pool gesessen hatten mit allen möglichen Sauereien, die darin möglich waren.
    Ich rief zu Helmut:
    "Ich geh mal."
    "Viel Spass. Wart mal."

    Er stieg auch mit raus, Dsena blieb weiter darin sitzen.
    Sie machte keinerlei Anstalten, unserem Trio gleichzuziehen. Ihre dicken Möpse klatschten immer wieder auf die Wasseroberfläche.
    Erst als Raluka ihr was auf ihrer Heimatsprache zurief, schickte sie sich langsam an, den Fluten zu entsteigen.
    Seitdem nennen wir sie nur den "Waschbär" und müssen immer noch herzlich lachen, wenn bei einem Bier oder anderweitiger Gelegenheit alte Kriegsgeschichten wieder aufgewärmt werden.

    Das nasse, nackte Quartett trollt sich nach oben. Die Zimmer lagen noch eine Etage darüber, damals war noch der "Pussy Club" dort beheimatet, fragt mich aber nicht, in welchem Zusammenhang diese Läden oder Frauen gestanden haben.
    Raluka und ich gingen in einen Raum mit einem großen Futon-Bett, Helmut bog mit seiner Dame nach rechts gangabwärts ab, bis ich ihn nicht mehr sehen konnte.

    Raluka hatte noch nasse Haare, auch ich war noch nicht wirklich trocken.
    Ich muss zugeben, es war mein geilstes Erlebnis im "Klein Paris", auch das " P24" konnte an diese Performance nicht anschließen, wenngleich ich zumeist "nur" Massagen im neueren Studio gebucht habe.
    Wir küssen uns innig, mit ihrer Zunge haut sie mir fast die Schneidezähne raus. Ich greife ihr in den Schritt, sie ist klitschnasse, wie wenn man auf eine Qualle tritt.
    Keine Ahnung, ob es nur der Alkohol war, sie war nahezu willenlos. Wir greifen uns gegenseitig ab, überall Hände und Zungen.
    Sie greift nach einem Kondom, den sie mir über meinen eisenharten Schwanz streift. Sie bläst wie ein geübter Hornbläser, Deepthroat, nimmt meine Hand, um ihren Kopf nach unten zu drücken. Was für ein Luder...
    ... sie bläst mich gut durch, sie leckt mir die Eier bis zum Schaft, das ist einfach nur zum Genießen.
    Plötzlich bricht sie ab und legt sich auf den Rücken, zieht mich zu mich.
    "Fuck, fuck."
    Ich dringe schnell in sie ein, sie ist eng, verflucht eng, ihrem Körperbau entsprechend. Ich rammle sie durch wie von den Göttern besessen, sie stöhnt laut auf und ermutigt mich, noch schneller zu penetrieren.

    Ich stöpsle aus, drehe sie mir doggy, sie geht von allein ins Hohlkreuz.

    Sie quittiert das Einlochen mit einem tiefen Seufzen, ich nagele los wie ein Maschinengewehr.
    Kurz bevor es mir kommt, stoppe ich, streife das Kondom ab und spritze ihr alles über ihre Brust bis zum Hals hoch.
    Ich keuche und kippe aufs Bett.
    In dieser Höhle waren die selben Temperaturen wie auf dem Flur im Wellness-Sektor.

    Das Handtuch, welches drunter lag, ist schwer wie eine Pferdedecke, als ich es wieder nach unten trage.
    Helmut und Dsena sind inzwischen auch wieder an den Spinden, wir übergeben den Obolus und bedanken uns, ehe wir in die Dusche treten.

    "Sag nichts." - ich schaue zu Helmut, der sich gerade den Bauch mit Duschgel einreibt.
    "War also gut?" - er erwidert meinen Blick, noch immer sich einschäumend.
    "War wie im Porno."
    "Na also, siehste."
    "Und bei dir?"
    "Sie hat Reiter, jetzt weiß ich, wie sich ein Pony fühlt, wenn ein zu großes Kind draufgesetzt wird."
    "Aber sonst wars gut?"
    "Ja, komplett."

    Die Mädels sind verschwunden. Wir sind allein auf der Etage. Kein Geräusch, kein Klackern von hohen Absätzen.
    Wir ziehen uns wieder an, nachdem wir eine 2. Saunarunde ausgeschlossen hatten, da wir eh am Mittwoch in die normale Therme wollten.
    Wieder unten empfängt uns Peter und fragt uns nach unserer Zufriedenheit, während wir 2 Gläser Cola in einem Zug leeren.
    "Super." - antworte ich, Helmut benötigt keiner Worte, sein Nicken ist als Antwort ausreichend.
    Er begleitet uns zur Tür, haut uns kameradschaftlich auf die Schultern.
    "Danke Männer, bis bald hoffentlich."

    Helmut entgegnet: "Kannst die Tür gleich offen lassen."

    Draussen hat es in Kübeln angefangen zu regnen. Wir rennen ins Auto, noch immer sind wir der einzige Wagen im Innenhof.
    Die Blondine, die wir zu anfangs getroffen hatten, sollte das nächste Mal meine Gespielin werden. An diesem Tage vermisste ich sie aber nicht, wir waren rundum zufrieden.
    Ich nahm diesmal wieder auf dem Beifahrersitz Platz und Helmut chauffierte mich nach Hause. Es war inzwischen fast 17 Uhr, es wurde langsam Zeit, da ich mich noch auf die Büroparty vorbereiten musste, auf welche ich mich so gefreut hatte....

    * * * * * * * * * * * * * *

    Bei mir...

    Ich steige aus, wir verabschieden uns und attestierten einander, dass dies nicht der letzte Besuch gewesen sein sollte.
    "Viel Spass heute Abend." - rief mir Helmut hinterher.
    "Fick dich." - entgegnete ich ihm lachend, während sich das Beifahrerfenster schloss und ich seine letzte Reaktion akustisch nicht mehr vernehmen konnte.

    Ich checkte mein Handy, eine weitere SMS von Letizia:

    Sei bitte 19 Uhr da. Kuss

    Ich suchte mir ein Outfit, entschloss mich zu einen schwarzen Anzug mit weißem Hemd und grauer Krawatte, alles Hugo Boss natürlich.
    Auch wenn ich kein Marken-Fetischist bin, in der Business-Welt ist eben nach wie vor das Motto: Kleider machen Leute.
    Du kannst der begabteste Mitarbeiter der Firma sein, haste nix, biste nix. Das ist eben die stereotypische, materielle Welt.
    Erst wollte ich im Jogginganzug bei Letizia auftauchen, den Anzug im Auto versteckt, nur um sie zu schocken. Ich verwarf aber den Plan, da ich auf die Gegenreaktion, die so sicher wie das Amen in der Kirche, dann gefolgt wäre.
    Nicht direkt, vielleicht nicht mal in einer Woche. Aber irgendwann hätte es einen getroffen wie ein Prankenschlag eines amerikanischen Grizzly.

    Nachdem ich adrett gekleidet bin, schreibt mir Helmut eine Kurznachricht:

    Wollen wir nochmal? Spass. Nein, doch kein Spass. Doch Spass. Oder doch nicht?

    Vermutlich will er mich nur ärgern, wobei diesem alten Hurenbock wirklich alles zuzutrauen ist. Ich antworte ihm fix und steige ins Auto.
    Die Strecke zu Letizia ist nicht allzu weit von meinem Zuhause, ich bin zu früh da und klingle unten.
    Wortlos wird mir aufgedrückt, ein Summen der Haustüre.
    Ich steige die Treppen nach oben und vernehme schon im Hausflur ein lautes und langgezogenes "Scheisse."
    Im Treppenhaus kommt eine weitere Mitbewohnerin aus ihrer Wohnungstür und schaut mich grimmig an.
    Sie weiß, dass ich der Irre sein muss, der mit der Irren da oben zusammen ist. Oder sie vermutet es vielleicht.

    Die Wohnungstür ist angelehnt.
    Ehe ich drin bin, huscht ein nur in Unterwäsche bekleideter Schatten schimpfend an mir vorbei.
    "Wozu hast du meine Schlüssel?"
    Ich schließe die Tür von innen.
    "Wo parkst du?"
    Noch immer habe ich kein Wort gesagt.
    Sie kommt zu mir und gibt mir einen flüchtigen Kuss, dreht sich sofort danach weg und rennt wieder ins Schlafzimmer.
    Ich folge mit etwas Abstand. Auf dem Boden, Bett und jeder Möglichkeit, wo man ein Kleid aufhängen kann, liegen und hängen Textilien.
    Als wäre im Modekaufhaus eine Bombe explodiert und hätte einen Vulkan mit ausspeienden Kleidern freigegeben.

    "Wie läufts?" - frage ich sie.
    Sie sieht einfach heiss aus in ihrer weißen Unterwäsche.
    Mit dem Blick des Todes schaut sie mich an.
    "Bleib doch so, du siehst scharf aus." - fahre ich fort.
    "Ich hab nix anzuziehen." - sie wirkt inzwischen so verzweifelt, dass ich sie am liebsten in den Arm genommen hätte.
    Sie kommt zu mir, schmiegt sich an mich, die Haarmähne in Locken gedreht.
    "Dann lass nicht hingehen." - mein Vorschlag als nächste Handlung.
    "Nein, du weißt, dass wir einen Plan haben. Die darf damit nicht durchkommen."
    "Das endet wieder in einer Katastrophe, Tiza."
    "Egal und wenn du die ganze Party sprengst."
    "Ich?"
    "Ja, ich muss da ja weiter arbeiten."
    "Egal was du vorhast, das kann nicht funktionieren."
    "Warum nicht?"
    "Zum Ersten, weil ich nicht mal eingeweiht bin. Was willst du denn von mir?"
    "Erzähl ich dir auf der Hinfahrt. Ich nehm das schwarze Kleid, das passt zu deinem Anzug. Gut siehst du aus." - sie lächelt mich an.

    Sie kommt zu mir, küsst mich innig, dieser Kuss war der Grund, warum ich mich in diese Frau verliebt habe, dieses Gefühl, dieses trügerische Gefühl war präsenter denn je. Es war, als ob die Zeit stehen bleiben würde.

    Letizia klappt ihren Laptop auf, sucht einen Ordner, dann den Unterordner. Auf einem Gruppenbild der Firma ist rechterhand eine kleine, braunhaarige Frau zu sehen. Sie wirkt auf dem Foto fast verloren.

    "Sie hat mir den Auftrag weggenommen."- Tiza zischt wie eine bösartige Schlange.
    "Diese kleine Schlampe hat sich mit der falschen angelegt."
    In ihren Dessous dreht sie mir den Kopf zu und schaut mir tief in die Augen:

    "Wir zerstören sie." ...

    ****************************************************************************************************************************************************

    Bald: Teil 4 und damit der letzte Teil von Kapitel 2 "Dein Wille: Meine Hände"
     
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  9. nakedtiger

    nakedtiger Sachsenlegende

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    Oh Mann, QB, du schreibst so geil, ich krieg mich kaum wieder ein. :Muaha:
    Ist echt super, bitte weitermachen.
     
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  10. Rainman54

    Rainman54 Jungsachse

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    an Dir ist ein Buchautor verloren gegangen....
     
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  11. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    @nakedtiger - Vielen herzlichen Dank, ich weiß das sehr zu schätzen. Schön, wenn ein wenig Feedback zurück kommt. Das motiviert natürlich.

    @Rainman54 - Auch an dich "vielen Dank" Kollege, wie gesagt, ich verfolge keine kommerziellen Zwecke, wenngleich ich mich sehr über dein nettes Kompliment freue.
    Schön, dass ich euch ein wenig unterhalten kann. Freut mich sehr.
     
  12. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Kapitel 2 - Dein Wille: Meine Hände Teil 4 - Prolog

    Wir zerstören sie
    ... - Eine Aussage, die man erst einmal sacken lassen sollte und die mir wieder einmal klar vor Augen führte, was Menschen in der Lage sind zu tun, wenn ihre Eitelkeiten bedient werden wollen oder Emotionen wie Neid, Eifersucht oder Rache die Oberhand über den rationalen Verstand gewinnen.
    Ich wusste, dass es nur und ausschließlich Schwarz oder Weiß für mich gibt, ein Grau war keine wählbare Option.
    "Du bist entweder für mich oder gegen mich." - Wie oft hatte ich diese Worte vernommen, ohne ihrer wahren Bedeutung Gewahr zu werden.

    Letizia klappt den Laptop mit einer schnellen Handbewegung zu und verharrt scheinbar erwartungsvoll auf eine Reaktion meiner Person.

    "Ich helfe dir." - sage ich, nicht wissend, was diese drei sonst gern gehörten Worte für eine bösartige Lawine in Bewegung bringen sollten.
    "Wir müssen das taktisch machen. Ich hab mir was überlegt." - antwortet Letizia, sie sich wohl meiner Zustimmung innerlich schon sicher war.
    "Zieh dir erstmal was an, wenn wir gleich loswollen."
    Sie öffnet ihren schneeweißen BH und kommt langsam auf mich zu.
    "Aber wenn wir..." - ich komme nicht zu weiteren Worten.

    Wir küssen uns mit einem Feuer, was in jenem Moment heller und heißer anmutete als die Sonne auf einer Karibik-Insel in der Höhe ihrer mittäglichen Schaffenskraft. Ich greife ihr mit einer Hand in den Nacken und unsere Zungen werden zu einer, während meine andere Hand ihre Taille umschlingt um diese noch näher an mich heranzudrücken.
    Sie öffnet mir meine Krawatte, die ich vorher Dank der Hilfe eines eigens dafür gekauften Taschenbuches von Knigge in der Kunst des richtigen Knotens mühsam gebunden hatte und wirft diese achtlos zur Seite.

    "Du bist eindeutig overdressed." - entgegnet sie mir lüstern, während ich mich meines von ihr aufgeknüpften Hemdes entledige.
    Nun habe auch ich keine Einwände mehr bezüglich der Zeit vorzuweisen, besonders nicht, wenn einem der Hosenstall langsam geöffnet wird und eine sanfte Hand ins Innere eintaucht.
    Kurzum, wir schlafen miteinander. Es ist knallgeiler, berauschender Sex.
    Im Thema Sexualität, was ja einen wichtigen Bestandteil in einer Partnerschaft oder zwischenmenschlichen Verbindung ausmacht, harmonieren wir ausgezeichnet. Ich sehe es als Belohnung für die anstrengende Zeit dazwischen, selbstredend äussere ich diesen Gedanken nicht akustisch vernehmbar.
    Als wir unser Liebesspiel beendet haben, lasse ich mich kurz aufs Bett fallen und rutsche auf den Satin-Laken beinahe zur linken Seite vom Liebesnest.

    "Diese scheiss glatten Laken, als würde man auf einem Seehund liegen."
    Tiza steht vor dem großen Wandspiegel, welchen ich ihr einmal ohne Grund geschenkt hatte und betrachtet sich nackt zufrieden in diesem.
    Als ihre Blicke körperaufwärts wandern, erbebt sie, wirft ihren Nacken mit einem Schlag zurück und ruft laut auf:
    "Scheisse meine Haare. Was hast du getan?"
    "Ich war ein wenig abgelenkt, ich hab nicht drauf geachtet."
    Im selben Moment verdüstern zwei sich leerende Dosen Haarspray die Räumlichkeit, es zieht ein Nebel auf, als wenn in wenigen Sekunden die apocalyptischen Reiter ins Zimmer einrücken.
    Wie "Billy the Kid" im Western bewaffnet steht Letizia in einem beißenden Dunst, während ich versuche, unbeschadet ans Fenster zu gelangen.

    "Tritt nicht auf meine Kleider."
    "Entschuldige, ich bin etwas von dem Gift abgelenkt, was mir aus den Augen tropft."
    "Hier, deine Krawatte." - mit einem geschickten Wurf kommt mir mein grauer Binder entgegen geflogen wie ein UFO.
    Mit dieser in um den Hals suche ich meine anderen Kleidungsstücke, die wie abgeplatzt von mir überall verteilt im Schlafzimmer liegen.
    Auch Tiza ist inzwischen an der Schublade, um neue Unterwäsche zu entnehmen.
    "Mein Slip ist kaputt." - sie streckt mir den kleinen Strick, den ich wohl etwas übereifrig abgestriffen hatte, als Beweis entgegen.
    "Ich kauf dir einen neuen. Du hast doch 2 Millionen davon."
    "Komm, lass noch duschen gehen."
    "Deine Haare?
    "Egal, muss eh neu machen. Sieht aus wie eine Hexe ausm Märchen."

    Ich hasste ihr Bad. Da drin sah es aus wie im OP einer beginnenden Herztransplantation. Versteht mich nicht falsch, ich bin auch ein Freund von Sauberkeit, aber es muss doch auch ein bisschen danach aussehen, als ob die Zimmer auch belebt werden.
    Fast penibel wie bei der Bundeswehr standen in Reih und Glied sämtliche Parfümflaschen, ein Sortiment, was jede Douglas-Filiale neidisch erröten lassen würde.
    Wir stiegen in die Dusche, die bequem 2 Personen Platz bot.
    Als ich eine zweite Runde vorschlagen wollte, wurde mir recht fix klar, dass diese Aktion wirklich nur reinigender Natur entsprach und der Säuberung diente. Immerhin hatte ich noch meinen neckischen Spass beim Einseifen des schönen Körpers und entstieg als Erster der Nasszelle.

    Ich fühlte mich wie in der Terminwohnung im Pay6, ein Handtuch, was der Größe eines Hamsters entsprach, wie soll man mit dieser textilen Briefmarke nur trocken werden. Mehr schlecht als Recht gelang es mir, den Rest musste ich der Lufttrocknung überlassen.
    Ich lief ein wenig auf und ab, holte mir einen O-Saft aus dem Kühlschrank und schaute auf mein Handy. Ich hatte mehrere Kurznachrichten, die meisten recht belanglos, auch Helmut, mein Geschäftspartner und mein bester Freund, mit dem ich am Wochenende im Angels Stripclub war, waren darunter.

    ["Morgen Abend mal CinCin? Ich habe frei."]
    Dies war der Inhalt der SMS meines Kumpels.
    Das CinCin war der andere Tabledance-Laden in Dresden auf der Hamburger Strasse, was später das "Diamonds Tabledance" wurde und aktuell komplett geschlossen hat.
    Ich antworte ihm nur knapp, dass ich ihn morgen anrufen würde, was mit einem "Geht los." bedacht wurde.

    Helmuts Nachricht hatte ebenfalls einen unternehmungslustigen Hintergrund, allerdings fiel er nicht so mit der Tür ins Haus.
    [Na, schon auf Dinnerparty mit deiner Madame? Wollen wir am Freitag ins Klein Paris? War doch klasse. Meld dich, ich bin im Büro.]

    Von Letizia war nichts zu hören, aber geachtet der Badezimmerzeiten der Damen war dies keine Überraschung. Inzwischen war es fast 20 Uhr.
    Ich schrieb Helmut zurück, dass ich meine Planung noch nicht wisse, woraufhin er etwas zeitversetzt anrief.

    "Freitagabend ist Bordellabend, das haben schon die alten Römer so gemacht." - meldete er sich ohne anderweitigen Gruß.
    "Ich weiß noch nicht, mein Kumpel hat schon morgen wegen CinCin gefragt."
    "Ich habe eine gute Idee, wir machen einfach beides."
    "Würdest du morgen mitkommen?"
    "Na sicher, ich hab doch nicht wie du jemand, dem ich irgendwas erklären muss. Wann?"
    "Keine Ahnung, neun rum."
    "Und wegen Freitag?"
    "Sag ich dir später."
    Es ist kurz komplette Ruhe. Ich frage:
    "Bist du noch da ??"
    "Jetzt ist später, was ist nun mit Freitag? Komm, alter Rüde, wir gehen jagen."
    "Planen wir morgen."
    "Wo bist du jetzt?"
    "Noch bei Letizia."
    "Ich denk geht so zeitig los bei euch."
    "Ja, keine Ahnung. Wie ist im Büro?"
    "Da ich ja der einzige bin, der von uns heute arbeitet, ... "
    "Quatsch doch nicht."
    "Ich surf grad auf der Artemis-Seite, der Saunaclub in Berlin."
    "Reden wir nächstes Mal drüber."
    "Achso stimmt, die kannst ja grade nicht so freizügig reden in deinem Beichstuhl dort."
    "Sie ist im Bad."

    Mit einem Mal aus dem Hintergrund eine Stimme.
    "Wer ist im Bad?" - Letizia steht geschminkt vor mir.
    "Na du." - antworte ich.
    "Was ist mit mir"- fragt Helmut.
    "Ich rede nicht mit dir." - antworte ich ihm.
    "Wer ist am Telefon?" - fragt wiederrum Letizia.
    "Helmut." - entgegne ich.
    "Ja?" - reagiert er darauf.
    "Ich meine nicht dich. Letizia hat gefragt wer am Telefon ist." - antworte ich.
    "Sag deinem Teufelsweib schöne Grüße von mir."

    "Schöne Grüße von Helmut." - richte ich Letizia aus, ohne eine Gegenantwort zu bekommen.
    "Das Mädel hat Klasse." - fährt Helmut weiter fort.
    "Frag sie mal ob sie ne Schwester hat, irgendwann können wir dann eine 4-Mann-Zelle in der Klappse buchen."

    Letizia dreht sich die Haare mit einem Lockenstab ein und fährt in unser Gespräch ein.
    "Musst du nicht auch noch was machen? - fragt sie und schaut mich an, ich - der cool wie John Wayne am Westerntresen noch immer nackt an der weißen Kommode lehnt und telefoniert.
    "Helmut, ich leg jetzt auf." - sage ich.
    "Meld dich wenn was ist. Tschau."

    "Ich hasse den Typen."- höre ich kurz darauf von Tiza, welche mit ihrer Haarmähne weiter zu kämpfen hat.
    "Er ist doch immer so."
    "Er ist nen lüsternes Schwein. Wie du. Nur bist du eben was anderes."
    "Oh danke." - ich ziehe mich dabei Stück für Stück an.
    "Was wollte er denn?"
    "Nichts weiter, nur die Planung für die Woche." - was nicht mal gelogen war.
    "Der braucht dich auch für alles. Zu blöd, um einen Eimer Wasser umzustossen, eher säuft er den aus."
    "Wo dein soziales Umfeld ja so gesund ist, mein Schatz."

    Nach einer weiteren Weile ergeben wir optisch durchaus ein schönes Paar. Komplett angekleidet mit farblich stimmigen Outfits mustern wir uns im Spiegel.
    "Warte, ich mach noch nen Foto." - sagt sie und zückt ihre kleine, silberne Kamera.
    Es ist kurz nach halb 9, als wir endlich die Wohnungstür ins Schloss ziehen und die Treppe abwärts zum Auto laufen, was in einer Nebenstrasse geparkt auf uns wartet.

    Galant halte ich ihr die Tür auf, was lächelnd bedacht wird. Schon während dem Sitzvorgang wird die Sonnenblende nach unten geklappt, um einen weiteren Blick in den Spiegel zu ergattern.
    "Du siehst super aus." - sage ich zur ihr schauend, was der absoluten Wahrheit entspricht.
    "Danke, Schatz." - erhalte ich zurück.
    "Zum Haupt-Büro?" - frage ich und lasse den Wagen per Schlüsseldrehung an.
    Sie nickt und richtet mir die Krawatte, die anscheinend verrutscht ist.
    Während ich seitlich ausparke, dreht sie die durch die Zündung aufkommende Musik aus dem Autoradio leiser und schaut zu mir rüber:

    "Ich sag dir jetzt, wie wirs machen..."

    ****************************************************************************************************************************************************
    Hauptteil und Epilog des Teil 4 folgen in Kürze. Danke an alle Leser!
     
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  13. nakedtiger

    nakedtiger Sachsenlegende

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    Baut die Spannung gut auf. Sehr geschickt.
    In den ersten Teilen erstmal was gucken lassen. Sex, Drogen, bisschen Gewalt.
    Dann passiert erstmal nix und der Leser fragt sich immer mehr, wann geht es endlich richtig ab.
    Bin gespannt.
     
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  14. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Dankeschön.
    Da es ja meinen wahren Gegebenheiten und Erlebnissen entspricht, kann und möchte ich natürlich auch nur das wiedergeben, was wirklich auch so chronologisch geschehen ist. Auch alle agierenden Personen sind keiner fiktiven, sondern realer Natur.
    Ich freue mich über das Feedback. Viele Grüße und danke alle Leser und Interessierten!
    ******************************************************************************************
    Morgen, Kapitel 2 Teil 4 - corripiunt spirisque ligant ( Mittelteil ) und Epilog.
    ******************************************************************************************
     
  15. Rainman54

    Rainman54 Jungsachse

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    ...die Spannung steigt
     
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  16. major_domus

    major_domus Einsteiger

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    Wirklich sehr gut geschrieben, und ja auch ich bin gespannt auf die Fortsetzung.
     
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  17. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Kapitel 2 Dein Wille: Meine Hände Teil 4 - Corripiunt Spirisque Ligant ( Mittelteil )

    Letizia nestelt in ihrer Handtasche, während wir an einer großen Kreuzung Richtung Dresdner Innenstadt zum Halten genötigt werden. Wir haben viel Pech und nehmen jede rote Ampelphase mit, der Berufsverkehr ist aber längst abgeklungen und wir kommen dennoch dem Endziel stetig näher.

    "Was hast du nun vor?" - meine suspekte Frage, nicht sicher, ob ich die Antwort überhaupt hören möchte.
    "Ich brauch die Daten auf ihrem Notebook, den Ordner, wo alles drin ist, Manuskripte, Konzepte, Daten, die Konzepte und Ausarbeitungen. Ich möchte diesem Dreckstück immer einen Schritt voraus sein. Du musst sie ablenken nachher."
    "Wie soll ich das denn machen? Was soll ich zu ihr sagen?
    "Zieh einfach deine Show ab."
    "Wovon zur Hölle redest du denn?"
    "Tu einfach so, als wär sie eine von den billigen Flittchen bevor du mich kennengelernt hast und mach auf charmant und aufmerksam."
    "Das wird sie mir nicht glauben."
    "Du sollst sie ja nicht heiraten, nur bisschen BlaBlaBitch und mir Zeit verschaffen. Wenn ich weg bin, fällt das auf."

    Ihr Handy klingelt, Nelly Furtado erklingt im Refrain zu "Say it right".
    Da ich das Gespräch nicht mithören kann, vernehme ich nur Tiza´s kurze Antworten, da ich aber Sätze höre wie "Wir sind auch gleich da" und so weiter kann ich schlussfolgern, dass es sich wohl um eine Arbeitskollegin aus dem Büro handelt.

    "Das war Anja. Sie warten draussen auf uns."
    "Sie", damit ist ihr Freund gemeint, Obengenannte ist seit längerer Zeit Letizias Kollegin und die gute Seele im Büroteam. Anja und ihren Partner Tobi habe ich schon von einigen früheren von der Firma organisierten Ausflügen getroffen, zuletzt vor etwa 4 Wochen zum Betriebswandern in der Sächsischen Schweiz über die Wolfsschlucht und entlang des Polenztalsweges. Es gibt einfach Menschen, die einem direkt bei der ersten Begegnung sympathisch anmuten, beiden Personen darf man dies sicheren Vertrauens attestieren.

    "Na wenigstens zwei Normale dort." - werfe ich bedenkenlos ein, ohne auf diese Aussage eine Reaktion zu erhalten.
    "Sie darf mich auf keinen Fall erwischen, mir egal, wie du sie beschäftigst. Ich hab einen Stick dabei zum Rüberziehen und als Überrraschung noch diese CD."
    "Letizia." - ich mache eine kurze Pause und schaue ihr in die Augen - "Bitte versprich mir, das wir heute Nacht nicht in Handschellen aufm Revier sitzen."
    Sie lächelt. "Schau auf die Straße Baby."

    Wir sind noch etwa 7 Minuten vom Ziel unserer Bestimmung entfernt, im Autoradio wird von einem Fischer berichtet, dessen kleiner Kutter in Seenot geriet, schließlich Schiffbruch erlitt und in den Weiten des Ozeans verloren ging.

    "Das muss furchtbar sein, ganz allein da draussen. Überall nur Wasser." - spricht Letizia ein wenig nachdenklich.
    "Das wirklich Schlimme ist aber, dass du nicht weißt was unter dir ist."
    "Will ich auch gar nicht wissen."
    "Man ist ja nicht allein im Ozean. Irgendwann kommen die Haie, noch dazu, wenn du verwundet bist. Ein Hai kann einen Bluttropfen auf riesige Entfernung ausmachen und jede Bewegung wahrnehmen."
    "Bei unserem Urlaub nächsten Monat Menorca gibts die doch auch!?"
    "Ja, so ziemlich alle. Tigerhaie, Blauhaie, Hammerhaie, Makos, sogar Weiße, wobei die eher seltener im Mittelmeer sind."
    "Super, da weißt du auch, warum ich nur in den Hotelpool gehe."
    "Dir passiert nichts, die Chance ist einfach zu gering einen zu treffen."
    "Ich kann nicht verstehen, wie du überhaupt Blubbern gehen kannst."
    "Du meinst Schnorcheln?"
    "Ja, is doch egal! Du besuchst die ja förmlich."
    "Sozusagen - und hoffe auf gute Gastgeber. Wir sind gleich da."

    Es ist jetzt deutlich nach 21 Uhr, ich lenke den Wagen auf den firmeneigenen Parkplatz und erwische noch eine freie Stelle seitlich des Haupteingangs. Wie telefonisch bestätigt warten Anja und Tobi an ihrem neuen Skoda Octavia und winken uns sichtlich erleichtert unserer Ankunft entgegen.
    Wir begrüßen uns herzlich.

    "Mensch, ihr seht ja aus, als ob ihr zur Oscar-Verleihung wollt." - stösst Anja aus und nickt beeindruckt.
    Wenn sie nur wüsste, das sie in gewissem Maße damit nicht einmal Unrecht hatte. Unser Quartett nähert sich der Drehtür und wir fahren im Fahrstuhl eine Etage gen Himmel. Im langen Flur ist links Licht auszumachen, auch tönt von daher ein gewisser Lärmpegel, der auf heitere, ausgelassene Stimmung hindeutet. Die rechte Seite liegt im Schatten, alles ist dunkel und erweckt des Eindruck eines friedlichen Schlummers.

    "Die haben den Konferenzraum gewählt und die Großraumbüros." - sagt Letizia und dreht sich zu mir um, ich nicke bestätigend.
    "Da hinten hat die Geschäftsleitung ihre Zimmer, die sind immer zu." - ergänzt Anja, die Letizias Kleid immer wieder mustert.
    "Bist du auch so aufgeregt wie ich?" - richte ich an Tobi, der nur "Ja, hoffentlich blamieren wir uns nicht." erwidert.
    "Spinner." - so Anjas kurzes Statement, was sie lachend an uns nach hinten schickt.

    Der Konferenzraum ist weit geschnitten , das Großraumbüro, welches rechts abklappt ist ein fast riesiger Saal mit vielen Schreibtischen, welche teilweise durch Sichtschutz via Spanische Wände voneinander getrennt sind, um den Eindruck einer gewissen Privatsphäre zu vermitteln.
    Überall ist mit Liebe zum Detail geschmückt worden, es hängen Luftballons an der Decke, Girlanden ziehen sich quer durch die Räumlichkeiten.
    Auf der Stirnseite befindet sich ein mittelgroßes Buffet mit Häppchen, vermutlich von einem Catering-Dienst geliefert.
    Verteilt stehen an jeder sich bietenden Platzierung kleine Grüppchen im vertrauten Gespräch miteinander, es wird gelacht, gescherzt oder aber auch fachlich disktutiert und analysiert, wie und was man wohl im Arbeitsalltag noch optimieren könnte.

    Letizia zieht mich sanft zu sich, Anja und Tobi wurden schon direkt entdeckt und mit gestenreichem Handstreich herangewunken.
    "Bis gleich." - rief Anja und wurde von einem kleinen Pulk Menschen wie ein Magnet vom anderen wie automatisch angezogen.
    "Da steht dieses Stück Sinnlosigkeit."

    Dieses Stück Sinnlosigkeit - damit ist Lisa gemeint, das Feindbild für Letizia und man kann sich keinen mächtigeren Feind als meine Begleitung im Büro wünschen. Wie schon von mir in Kürze ausgeführt, sie machte einen unscheinbaren, fast verlorenen Eindruck. Ihr braves, rundes Gesicht mit kleiner Nickelbrille wurde von braunen, fast matten und halblangen Haaren umrahmt, ein mausgrauer, nichtssagender Blazer zu einer dunklen Anzugshose. Im Prinzip entstand bei mir der Anschein, als könne sie jederzeit von der gleichfarbigen Auslegware in den Boden gesogen werden.

    "Wir gehen erstmal zu paar Leuten, dann stell ich dich vor."
    "Aber wenn ihr euch hasst, sie wird doch gar nicht mit mir reden."
    "Keine Sorge, ich habe dich als Engel präsentiert, Anja hat das auch bestätigt. Schon aus Anstand."

    So begann unsere Runde, überall wurden Hände geschüttelt, man klopfte sich ausdrucksvoll gegenseitig auf die Schultern, Küsschen links und rechts bei den Damen, die mir noch persönlich in Erinnerung waren und bei denen diese Annäherung auch passend erschien.
    Ein wenig Smalltalk, wie die Geschäfte laufen, was die Gesundheit denn so macht und ob in Heim und Familie denn auch ja alles in Ordnung wäre.
    Oberflächlichkeiten auf einem eigens dafür geschaffenen Parkett in einer Blase des eigentlich triefenden Nichtssagens.
    Mich interessierte nicht wirklich, was dort vor sich ging, aber ich kann mich auf jeder Bühne der Welt benehmen wenn es erforderlich ist und stieg daher in diese Seifenblase der Belanglosigkeiten mit ein.

    "Unser Pudel hatte vor Kurzem eine Patella-Luxation, er lahmte mit einem Mal und schonte seinen Hinterfuß ganz auffällig."
    "Das tut mir leid." - antwortete ich knapp.
    "Seine Kniescheibe springt immer raus." - der kleinen, molligen Frau, die ich noch nie vorher gesehen habe, kommen fast die Tränen.
    "Das wird schon wieder, Heike." - ein Mann tätschelt ihr behutsam die Schulter, anscheinend ihr Gatte, so nehme ich an.
    Das es meiner Katze blendend geht, verschweige ich an dieser Stelle.
    Irgendwann gelangen wir schließlich zu Lisa, die mit einem Glas Sekt oder Champagner am Fensterrahmen steht und in ein Blatt Papier vertieft scheint.

    "Das ist Quintus, mein Partner, Quintus - das ist Lisa, wir arbeiten zusammen." - stellt uns Letizia einander vor.
    "Freut mich sehr." - reagiere ich und strecke Lisa die Hand entgegen.
    "Mich auch." - Sie erwidert meinen Gruß und reicht mir ebenfalls die Hand.
    " Ich habe schon viel von dir gehört." - Lisa schaut mich geradewegs an.
    " Ich hoffe doch, dass der Großteil überwiegend positiver Art war."
    "Natürlich. Seid ihr grad gekommen?"
    "Ja, aber du weißt ja, man bleibt hier überall hängen und verquatscht sich." - fährt Letizia ein.
    "Ja, mit manchen möchte man unbedingt länger reden, mit anderen nicht." - kontert Lisa, es ist ein gewisses Kribbeln in der Luft.
    "Entschuldigt mich." - Letizia tritt einen Schritt näher zu Lisa und fasst ihr auf die Schulter - "Frauenprobleme, zum Glück konnte mir Anja unten behilflich sein."

    Weder hatte sie ihre Tage, geschweige denn hatte Anja ihr bei unserer Begrüßung irgend etwas in die Hand gedrückt.
    Sie dreht sich zu mir, gibt mir einen Kuss und haucht mir ins Ohr.
    "Halte sie auf."
    Anschließend wendet sie sich von uns ab und entschwindet in der Menge.
    Da stehen wir also und ich weiß nicht, für wen von uns der Moment unangenehmer zu sein scheint.
    Lisa, die vielleicht aus Etikette nicht gehen mag, ich, der aufgrund der Tarnung nicht gehen kann.
    So beginne ich ein Gespräch:

    "Nette Party was? Ich muss schon sagen, dass ihr ein gutes Team seid. Viele, viele nette und offene Menschen."
    "Ja, wie überall. Die meisten sind wirklich sehr teamfähig."
    Die Meisten..., will mich dieser fleisch-gewordene Teppich etwa provozieren. Ich gehe aus Gründen der Taktik natürlich nicht darauf ein.
    "Was ist denn dein Schwerpunkt hier?" - frage ich sie.
    "Ich arbeite die Konzepte aus, recherchiere und bin Bindeglied zwischen den Kunden und der Firma."
    "Interessant, in etwa das, was ich auch tue, nur bin ich selbstständig."
    "Hör zu, ich hab deiner Freundin nichts weggenommen, auch wenn sie das denkt. Ich konnte einfach nicht nein sagen zu dem Angebot."
    Hättest du das mal lieber getan, denke ich, blickend auf die Welle der Ereignisse, die noch Wochen danach auf sie einbrechen würden.
    "Das ist eine Sache zwischen euch. Ich hänge mich da nicht rein."
    - antworte ich und versuche einen möglichst neutralen Eindruck zu erwecken.
    "Ich glaube, sie ist da sehr sauer auf mich."
    "Sie ist kein nachtragender Mensch." - dieser Satz kommt mir deutlich schwerer von der Zunge, als alle vorher.

    Der größte Trick des Teufels ist die Menschheit glauben zu lassen, dass es ihn nicht gäbe.
    Wir wechseln noch ein paar Sätze, es herrscht keine Sympathie im klassischen Sinne, aber einen Dämon als Gesprächspartner kann ich neben mir nicht ausmachen. Kurzzeitig ist auch Anja mit dabei und lockert die kleine Runde mit ihrer fröhlichen und herzlichen Art ein wenig auf.
    Nachdem weitere Zeit von der Uhr verstrichen ist, kehrt auch Letizia zu uns zurück.

    "Ich habe deinem Freund gera..." - Lisa kommt nicht dazu, ihren Satz zu vollenden.
    "Hör mal zu, Schätzchen, was auch immer du denkst, was hier läuft, das läuft nicht. Denkst du, wir machen hier auf Best Friends oder was?"
    "Was meinst du denn?"
    "Denkst wir machen hier auf Versöhnung in deiner kleinen Polly Pocket - Welt du hintertriebene Zirkushure." - Letizia ist wie ausgewandelt.
    "Ich bin einfach besser als du." - nun kann auch Lisa nicht an sich halten, aber noch immer ist die Lautstärke in beinahe tantrischer Ruhe.
    "Du bist einfach eine widerliche Schleimerin und Vordränglerin, mehr nicht."
    "Mein Konzept ist grandios. Das wirst du auch noch einsehen. Das ist auch nicht mein Niveau hier." - gerade will sich Lisa abwenden.
    "Vielleicht hat ja dein tolles Konzept ein wenig gelitten und ist in sagen wir "leicht" veränderter Art verschickt worden."
    "Das hast du dich nicht getraut."
    "Schau auf dem Laptop nach." - entgegnet Letizia mit hasserfüllten Augen.
    "Das hast du nicht getan."
    "Ich würd mich beeilen, wenn du noch was retten willst."
    Lisa entfernt sich zügig zum Großraumbüro und lässt uns beide stehen. Ich habe mich in dem Dialog bewusst zurückgehalten, um die Lage nicht eskalieren zu lassen. Fragend schaue ich Letizia an.

    "Ich denk du willst nur die Daten..."
    "Ja, ich steh da drüber." - antwortet sie mir und wischt mir mit der Hand dabei einen Fussel vom Jacket.
    Ein wenig später kehrt Lisa lächelnd zu uns zurück.

    "Alles unangetastet. Deine Psychospiele kannste dir echt sparen, du bist doch krank." - Lisa trollt sich.
    "Was hast du gehofft? Das sie vor Angst und Schock und Schreck einen Herzinfarkt bekommt?" - frage ich meine Freundin.
    "Vielleicht. Lass uns verschwinden. Ich frage Anja, ob sie auch mitkommt."

    Ich trinke mein Glas Sekt aus, an dem ich mich die ganze Zeit über festgehalten hatte, als das Trio zu mir zurückkehrt.
    "Lass uns noch woanders was trinken gehen." - meint Tobi, was ich zustimmend benicke.
    Wir verabschiedeten uns noch alle von den Leuten, wo dies notwendig und angebracht erschien und fuhren mit 2 Autos in die Innenstadt in Dresden auf die Weiße Gasse und kehrten in einer kleinen, gemütlichen Bar ein.
    Der Abend war noch sehr angenehm, wir lachten viel und verbrachten noch zwei schnell-lebige gemeinsame Stunden.
    Irgendwann war der Zeitpunkt des Aufbruchs, Anja rauchte noch eine Zigarette am Auto und wir warteten anstandshalber, bis die Sucht befriedigt war.

    "Fängst du auch erst Mittag an?" - fragte Anja, gerichtet an Tiza, die sich etwas fröstelnd an mich drückte.
    "Ja, erst eins."
    "Super, dann bis morgen. Schönen Abend euch noch und danke für die schöne Gesellschaft."
    Auch wir steigen ins Auto ein und ich bejahe den Vorschlag, bei meiner Freundin zu übernachten.
    Fortuna ist mit uns, wir ergattern fast vor ihrem Haus zu dieser unchristlichen Stunde einen freien Stellplatz und eilen hinein in das erleuchtete Treppenhaus. Oben streifen wir unsere Klamotten ab und gehen gemeinsam duschen.
    Wir haben 2mal Sex in Wohn - und Schlafzimmer und betten uns schließlich gegen 2.30 Uhr zur Ruhe.

    Als ich den Tag kurz gedanklich Revue passieren lasse, muss ich doch feststellen, dass meine schlimmsten Befürchtungen nicht eingetroffen waren. Letztendlich ging alles bis auf ein paar verbale Entgleisungen recht friedlich aus und Letizia hatte ihren Willen bekommen.
    Ich sollte mich gewaltig täuschen...

    *******************************************************************************************************************************************************

    Epilog

    Der nächste Morgen, ca. 8 Uhr....

    Gedämpft vernehme ich ein leises Handyklingeln, bis mich schließlich 2 Hände mit voller Kraft wachrütteln.

    "Wach auf, die Show geht los!" - schreit mich Tiza im rosa Top und zersausten Haaren lautstark an.
    "Was?" - antworte ich schlaftrunken.
    "Sei leise, ich mach auf Lautsprecher. Hör einfach zu."

    Tiza geht ans Telefon.
    "Jaaaaa, bitte?"
    "Du durchgedrehtes Psychoweib, du hast mein Konzept an den Auftraggeber geschickt! Wie konntest du das machen?? Wie hast du das gemacht?? Es war doch NICHTS auf meinem Laptop!! Ich habe nachgeschaut!! Es wurde nichts von meinem Laptop verschickt!!"
    "Ich habe auch nie gesagt, schau auf DEINEN Laptop."
    "Weißt du, was das für mich bedeutet?"
    "Details langweilen mich, bis nachher im Büro Darling."
    Letizia legt auf.

    "Na, na, na? Ich bin genial oder?"
    "Du hast das doch verschickt?"
    "Na sicher, nehm die CD doch nicht zum Spass mit. Die soll richtig leiden."
    "Aber wenn dus nicht von ihr verschickt hast, die werden doch sofort bei deinem PC schauen."
    "Bei mir ist nichts zu finden, selbst wenn das FBI die Festplatte mitnimmt."
    "Von wo hast dus dann geschickt??"
    "Von Anjas Computer.^^"
    "Was??"
    "Die ist so beliebt, da kommt kein Mensch drauf."

    Einen Moment später springt sie auf, holt ihren Laptop aus dem Wohnzimmer und schmeisst mir den Stick mit einem gezielten Wurf auf die Brust.

    "Und nun schauen wir mal, was die Hexe noch so hat... [ ...] ... oh hier, der neue Auftrag, lies doch mal, ich mach uns etwas Frühstück. Wer das beste Konzept mit den besten Ideen bringt, kriegt den Auftrag."
    Sie entschwindet in die Küche, ich versuche mich zu sammeln und lese mich ein wenig in den schier ellenlangen Text ein.

    "Uuund... ?" - ruft eine hörbar zufriedene und gutgelaunte Stimme über den Flur.
    "Ist ganz nett."
    Letizia kehrt zurück.
    "Du bist tausendmal besser als sie Baby, du könntest sie lyrisch und rhetorisch beerdigen, wenn du wolltest." - schmeichelt sie mir.
    "Ja, aber ich will nicht. Ich habe selber genug zu tun."
    "Bitte schreib das für mich, ich will diesen Auftrag. Bitte Baby."
    "Na gut, aber dafür liest du mein ganzes Vertragszeugs von meinen Firmensachen nach und checkst, ob das okay ist. Deal?"
    "Deal!"
    Sie kommt zu mir und zieht ihr Top aus. Mein Schwanz ist immer noch halbsteif von der aufgekommenen Morgenlatte, meine Brust leicht stoppelig von der der letzten Rasur. Ich komme nicht mal zum Zähneputzen oder zum Toilettengab, als sich Letizia mein Glied rittlings einverleibt.

    Wie konnte ich so blöd sein, zu glauben, dass dies schon alles war? ... Natürlich konnte das reine Erschrecken nicht genug für sie sein.
    Wieder einmal hatte ein kleiner ihrer Pläne perfekt gegriffen. Gemessen an Kommendem, inclusive dem Besuch der Notfallambulanz des Universitätsklinikums in den frühen Morgenstunden zu einem anderen Zeitpunkt, war dies nur ein schmaler Pinselstrich auf der diabolischen Leinwand meiner rachsüchtigen Freundin. Es genügte ihr nicht, nur gewonnen zu haben. Es musste eine Demütigung sein.

    Eines fernen Tages sollte sich ihre geballte Wut auch gegen mich richten und stellte mich zur inneren Entscheidungsschlacht zwischen ihr und den Grenzen meines moralischen Gewissens....

    *****************************************************************************************************************************************************************
    Bald: Kapitel 3 mit viel, viel Pay6/Rotlicht incl. Besuch des CinCin, Angels, Terminwohnung in Pieschen und so weiter.
    Herzlichen Dank an alle fürs Lesen!
     
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  18. Rainman54

    Rainman54 Jungsachse

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    wow....
    spannend und Klasse
    :Klasse:
     
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  19. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Vielen herzlichen Dank!!
     
  20. Hausimausi

    Hausimausi Jungsachse

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    Wirklich sehr gut und interessant geschrieben!!!!
    Ich warte schon jeden Tag auf ein neues Kapitel.
    Weiter so!!

    Vielen Dank auch, dass du uns alle an deinen Erfahrungen Teil haben lässt.

    Lg
     
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  21. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Ganz lieben Dank fürs Lesen, Wertschätzen und natürlich die netten Worte Hausimausi!
    Nichts zu danken.
    Viele Grüße
     
  22. Ninja-Robert

    Ninja-Robert Sachsenlegende

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    Respekt, wirklich gut geschrieben. Es gab hier schon mal einen Forenkollegen, der seine Memoiren aufgeschrieben hat.
    Bei weitem aber nicht so lebendig und fesselnd.
    Habe schon überlegt, ob ich das auch könnte, an ein paar lustige Momente zurückgeschaut, die nächsten 20 Minuten mit einem dreckigen Grinsen rumgerannt und die Idee des Niederschreibens verworfen.
     
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  23. Kinvaras

    Kinvaras Sachse

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    Sehr geil geschrieben!!
    Ich freu mich schon auf Sonntag, wenn es das nächste Kapitel mit viel sSchmutzigem Kram gibt ;)

    Von mir wird in den Nächsten Monaten auch noch sowas Ähnliches wie hier Kommen ;)
     
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  24. daebennich

    daebennich Jungsachse

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    Lieber Quintus,
    Ich hab schon viele Deiner wirklich lesenswerten Berichte gelesen, aber das hier ist echt der Knaller.
    Vielen Dank dafür!
     
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  25. QuintusBatiatus

    QuintusBatiatus Lanista von Capua

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    Ich möchte mich ganz herzlich bei @Ninja-Robert, @Kinvaras und @daebennich für die netten Postings bedanken, auch wenn ich mich wiederhole, ich freue mich jedesmal aufs Neue über die freundlichen Worte und das mir angedachte Lob, selbstverständlich auch an die anderen Kollegen, die mich so fleissig lesen und "liken" wie @Rainman54, @nakedtiger, @Hausimausi, @rookie, @energie1969, @MAN3, @Wilder33, @overco03, @lonewolf, @rudikbg, @Posanostra, @Reiniger, @major_domus, @discho und viele Weitere. Auch vielen Dank an die Dame @Ina-totouch für die Sichtung. Bitte verzeiht, wenn ich nicht alle aufzählen konnte, gerade auch die Kollegen, die mir Nachrichten zukommen lassen. Ich bemerke euch alle, keine Sorge ;) Es ist ein Zeichen der Wertschätzung und es ist mir Ehre, euch weiter unterhalten zu dürfen und ich freue mich über jeden neuen Leser.

    Angetrieben dadurch, heute schon das neue Kapitel, nämlich Kapitel 3, welches 5 Teile mit jeweils eigenem Titel beinhaltet. Viel Vergnügen!
    __________________________________________________________________________________________________________________

    Kapitel 3 - Der größte Feind eines Mannes ist der Zweifel [ Teil 1 - Dezimation ]

    Dienstagmorgen, ca. 9 Uhr....

    Mit den sich in meinem Kopf pulsierenden Nachwirkungen des eben Erlebten verlasse ich Letizias Wohnung und steuere mein eigenes Zuhause an.
    Ich lasse mich in meinen Wagen sinken und umklammere mit beiden Händen das lederne Lenkrad und werde von der bereits strahlenden Frühjahrsonne mittig im Gesicht geblendet. Ich krame nach meiner Sonnenbrille in der Mittelkonsole des Mercedes, als es an mein Seitenfenster der Fahrertür klopft und ich in mich zusammenschrecke.

    Es ist Tiza, nur mit einer flüchtig übergeworfenen Jacke und Jogginghosen bekleidet, die ungestylten Haare hastig unter einer schwarz-weißen Baseball-Kappe von Adidas zusammengesteckt, die mich gestenreich durch das Glas zum Herunterlassen meiner Scheibe auffordert.

    "Gut, du bist noch da."
    "Du hast mich fast zu Tode erschreckt."
    "Ich wollte dir nochmal Danke sagen. Wir müssen jetzt zusammenhalten. Wir zwei gegen alle."
    "Komm erstmal rein, das sieht aus, als ob ich mit dir über den Preis verhandle."
    Ich öffne die Zentralverriegelung und lehne mich zur Beifahrerseite hinüber, um ihr die Autotür ein wenig entgegen zu stossen.
    "Ich lass dich nicht im Stich." - sage ich zu ihr, "Ruf mich an, wenn was ist."
    "Es gibt sicher nachher Ärger im Büro."
    "Nur weil du einer Kollegin ihren vielleicht wichtigsten Auftrag kaputt gemacht hast? Glaub ich nicht. Was erwartest du denn? Natürlich. Hättest du nur den Stick genommen, hätten wir alles bisschen taktieren können. Aber du musst ja immer mit der Tür ins Haus, du kennst einfach keine Grenzen."
    "Ich werde ihr nochmal klar machen, dass sie besser die Füße still hält."
    "Ich weiß zwar nicht, wie du das machen willst, aber ich wills ehrlich gesagt auch gar nicht so genau wissen."
    "Fährst du heim?"
    "Ja, ich hab ja keine Wechselklamotten, ich mach mich frisch und fahr ins Büro. Heute Abend geh ich mit Helmut was trinken."
    "Was trinken?"
    "Ja, was trinken, kommt bestimmt auch noch ein anderer Kollege mit."
    "Wir schreiben uns, tschüss Schatz."

    Wir geben einander einen schnellen Kuss, dann ist Letizia ausgestiegen und ich drehe den Schlüssel im Zündschloss. Ich schaue ihr hinterher, während sie wiesel-flinken Schrittes in ihrem Räuberzivil gen Haustür huscht. Ich löse die Handbremse und fahre Richtung Heimat, im Autoradio singt Britney Spears ihren relativ neuen Hit "Womanizer".

    ********************************************************************************************************************************************************************
    Zuhause dusche ich recht rasant und schrubbe mir die Ereignisse von Vergangenem vom Körper, obwohl ich eigentlich keinen richtigen Zeitstress habe. Ein Vorteil der Selbstständigkeit, vielleicht der Einzige, zu damaliger Zeit. Ich weiß, das Helmut im Büro auf mich wartet und wer weiß welchem Treiben da gerade nach geht. Ich werfe mich in neue Kleidungsstücke, lasse den 3-Tage-Bart unbeachtet stehen, trinke hastig einen Schluck Orangensaft aus einer Packung vom Vortag und kehre zurück zum Wagen, den ich nur wie bei einem Banküberall quer in der Einfahrt mehr Recht als Schlecht abgeparkt habe.
    Mein Weg führt mich wie immer in die Innenstadt von Dresden, an meinen Arbeitsplatz.

    Ich fahre die Hamburger Strasse entlang, vorbei am Stripclub "Cin Cin", den ich heute Abend noch besuchen sollte und vorbei am heutigen "Haus Hamburg" gerade entlag auf die Schäferstrasse, wo wie immer die Autos einen ellenlangen Stau bilden.
    Mein Handy vermeldet einen akustischen Signalton, ich greife danach, eine SMS von Helmut:

    [Findet sich der Herr heute hier noch ein??]

    Ich speise ihn mit einem "10Minuten" ab, wissend, dass diese Prognose recht optimistischer Natur ist.
    Fast pünktlich erreiche ich den Gebäudekomplex, da wir eigene Firmenplätze haben, benötigt es Gott sei Dank nie einer verheerenden Suche nach einer freien Abstellmöglichkeit. Unten grüßt mich schon der Hausmeister, mit dem mich eine herzliche Beziehung verbindet.

    "Klaus - wie gehts?" - werfe ich kurz zu ihm hinüber, während ich mich dem Fahrstuhl nähere.
    "Besser wär nich´ zu ertragen Cheffchen." - antwortet er mir, wie immer mit einem breiten Lächeln im Gesicht und dem Besen in den Händen.

    Im Fahrstuhl treffe ich auf Luisa, meine beziehungsweise unsere Sekretärin, die mit einem Bündel Akten gerade die Häuslichkeit verlassen will.
    "Guten Morgen."
    "Morgen Luisa, wo gehts denn hin?"
    "Papiere zur Post bringen. Dachte Sie äh du kommst gar nicht mehr."
    Ich hatte ihr vor Kurzem das "Du" angeboten, noch immer waren unsere Konversationen geprägt von witzigen Wechseln zwischen Distanz und - Höflichkeitspronomen.
    "Doch, doch - hatte nur noch ein bisschen was Privates auf der Agenda. Bis nachher." - danach fuhr ich in die oberen Etagen.

    Ich öffne meine Bürotür und bin gerade 5 Schritte in meinem Zimmer, als Helmut im Türrahmen steht.

    "Oh, rollet die roten Teppiche aus, El Präsidente beehrt uns mit seiner Anwesenheit."
    "Komm schon, nicht heute morgen." - antworte ich.
    "Wie wars denn gestern?" - er schnappt sich einen der Stühle, die eigentlich für Gäste oder Werbepartner gedacht sind, nimmt Platz und lauscht meinen Erzählungen vom Vorabend.
    "Lecko Mio, das ist schwerer Tobak. Zum Glück arbeitet deine schwarze Witwe nicht bei uns."
    "Ich helfe ihr, sie ist immerhin meine ... keine Ahnung was sie ist. Was erzähle ich dir das überhaupt, du bist solange Single, du könntest nen Whiskey sein."
    "Deine was? Affäre, Beziehung? Wieder mal der Versuch, irgendwie dein kaputtes Frauenbild zu verbessern? Da gibts Leichtere für.^^"
    "Sie ist einfach anders als die anderen."
    "Das haste aber schön ausgedrückt, andere würden ne einstweilige Verfügung beantragen."
    "Du kennst sie doch."
    "Ja, ist dir noch nicht aufgefallen, dass ich verdammt häufig zum Pinkeln gehe, wenn sie da ist? Mit meiner Prostata is´ eigentlich alles okay."
    "Was willst du denn jetzt von mir?"
    "Ich glaube, du musst dich das selbst mal fragen."
    "Bist du fertig mit deiner Therapeutennummer?"
    "Ja, wir müssen eh mal noch über was reden."
    "Was denn?"
    "Gehen wir heute Abend Titten anschauen?"
    "Solang es nicht deine sind. Ich habe Tiza heute schon gesagt, dass ich was vorhabe. Rick ( mein bester Freund ) kommt auch mit."
    "Lass uns heute Abend drüber quatschen, wir haben noch ne Menge zu tun."

    Der Arbeitstag gleitet dahin, zwischendrin schicke ich Rick noch eine SMS mit der Frage, ob wir uns 22 Uhr gegenüber dem "Cin Cin" auf der Seite des Autohauses an der Fahrbahnseite treffen wollen, was knapp bestätigt wird.
    Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich auf mein Mobiltelefon schiele, ob nicht doch eine Reaktion von Tiza meiner Gewahr wird. Es passiert wahrlich nichts, gar nichts, nicht eine kleine Kurzmitteilung oder ein beruhigender Anruf, dass alles in Ordnung wäre.
    Schließlich kann ich nicht an mich halten und tippe als Erster in die Tasten.

    [Alles in Ordnung bei dir? Meld dich doch mal.]

    Normalerweise braucht man das Telefon gar nicht aus der Hand zu legen, so schnell erfolgt eine Antwort. Dieses Mal nicht.
    Nicht weiter beunruhigt lege ich das Thema erstmal zu den Akten. Gut Ding will Weile haben, wie man so schön im Volksmund lapidar vor sich hinplappert.
    Es ist kurz nach 20 Uhr, als ich meine Bürozeit für beendet erkläre.
    Ich klopfe an die gläserne Wand, was das interne Zeichen für uns ist, dass wir für heute alle Aufgaben von uns werfden. Ich vernehme ein lautes
    "Halleluja, es ist Weihnachtsmorgen"
    von nebenan und einen Bürostuhl, der unter dem befreienden Gewicht von ca 100Kilogramm zurückfedernd nach oben schnellt.
    Kurz darauf ist Helmut in meiner Tür, auch ich bin feierabend - fertig.
    Wir beschließen noch bei unserem Stamm-Italiener zu Abend zu essen, es ist Pasta-Tag und wir erhalten unseren Stammtisch in einer Nische abseits des Treibens. Es mundet einfach vortrefflich, ich genieße Spaghetti mit Garnelen, Helmut wählt Lachs mit Zitronensauce als Beilage.

    Als es fast 21 Uhr ist, beschließen wir, langsam aber sicher, ins "Cin Cin" aufzubrechen, auch wenn die Fahrzeit weniger als 10 Minuten betragen würde.

    **************************************************************************************************************************************************************************

    Kurz darauf erreichten wir unser Wunschziel, das Tabledance-Etablissement "Cin Cin", was damals seinen Haupteingang noch auf der Hamburger Strasse hatte und nicht wie heute im Innenhof des "Eroscenters" als "Diamonds Tabledance" zu betreten war.
    Eine rot-beleuchtete, offene Tür neben einem großen Schild rechter Hand mit hübschen Damen auf diesem lud zum Betreten und Genießen ein.

    Ich erinnere mich, wie ich noch früher einen meiner Geburtstage in diesem Laden im Kreise meiner Freunde und Kollegen verbracht und wie sensationell dieser Abend war. Gerade in seiner Anfangszeit war das "Cin Cin" eine absolute Topadresse.
    Durchweg bildschöne, deutsche Damen tanzten gekonnt und lasziv zu absolut stimmungsvoller Musik vom Live-DJ, die Einrichtung war gehoben, die Servicekräfte aufmerksam und nett und das Publikum niveauvoll und ausgelassen.
    Damals durfte ich unter dem Jubel meiner Begleiter, mit Polizeimütze und Bikini auf den Schultern, Kerzenwachs auf dem makellosen Körper von der blonden Tänzerin Nine tröpfeln, mit der mich bis heute eine private Freundschaft verbindet.
    Auch die anderen Mädels, Maria, Jessy und Melina hatten einen künstlerischen Standart, den man so heute nur noch ganz selten vorfindet.


    Zurück auf den Seitenstreifen:
    Helmut und ich stehen draussen, als ein Auto vor uns einparkt und mein bester Kumpel Rick auf uns zusteuert.
    "Wartet ihr schon lang?"
    "Ne, du bist ja auch früher da." - sage ich mit einem Grinsen.
    "Konnts nicht erwarten."
    "Wollen wir schon?" - bringt sich Helmut mit ein.
    "Ja, Attacke."

    Wir wechseln die Straßenseite und halten auf den Eingang zu.
    Draussen steht ein dunkler gekleideter Türsteher und begrüsst uns einladend.
    "Einfach durchgehen Männer."
    Zwei Schritte weiter auf der rechten Seite noch im Eintrittsbereich quasi befand sich eine kleine Rezeption, wo man sein Erspartes gegen Stripdollars eintauschen konnte und wo man 10 Euro pro Person plus einem Freigetränk gegen eine kleine Marke und den Zulass zum Sündentempel tauschte.

    Das "Cin Cin" ist ein kleiner Laden, links ein einzelnes Sofa, gerade zu die Bar, auf welcher auch die Damen zu 95% ihre Performance ablieferten.
    Wir gingen nach rechts und ein paar kleine Stufen hoch zu den Emporen, wo jeweils 2 Separees mit bestem Blick auf den Dance-Walk mit zwei gegenüberstehenden, weißen Leder-Sofas, getrennt durch einen Glastisch, die besten Plätze im Laden boten.

    "Alter vor Schönheit." - sagte Helmut zu mir, einer seiner Stammsprüche.
    "Dann müsstest du wie immer ganz draussen bleiben." -antwortete ich.
    "Nun setzt euch doch erstmal." - stieß Rick von hinten an.

    Auf dem Tresen tanzte keine der Damen mehr von meinem Geburtstagsrückblick, diese Mädels waren inzwischen ins "Angels" gewechselt oder hatten einen biederen Job an der Kasse im Supermarkt oder als Modeberaterinnen in Klamottenläden gegen den Glanz der Bühne getauscht.
    Eine schmale, kurzbeinige, etwas proppere Ostblockdame versuchte sich an der Stange, hielt diese aber mehr fest, als das sie daran irgendeinen Augenschmaus veranstaltete.
    Kurz nachdem wir uns niedergelassen hatten kam auch schon die zugegebenermaßen hoch-attraktive Bafrau mit langem schwarzen Pferdeschwanz und einem dunkelfarbigen Top, was ihren trainierten, flachen Bauch freilegte.

    Helmut stieß ein Wiehern aus wie ein brünftiger Pferdehengst, als sie sich uns näherte.
    "Kann ich euch was Gutes tun?" - fragte Lilly, die wir inzwischen auch per Namen kannten.
    "Heirate mich." - so Helmuts kurze Antwort.
    "Ich würde aber einen Ehevertrag machen." - warf ich mit ein, gefolgt von einem "... und betrüge ihn bitte mit mir."
    Die üblichen Pay6-Gespräche, ich bin sicher, ein jeder von euch weiß, dass das dann eine gewisse Eigendynamik entwickelt.
    Rick schmunzelte nur amüsiert und schüttelte den Kopf, er war der ruhigste Vertreter in dieser Runde, der Ruhepol sozuagen, der uns noch etwas erden konnte.

    Lilly flirtete natürlich mit, nahm unsere Getränkemarken und wir erhielten 2 Cola und ein Bier, da Helmut ja nicht fahren musste. Wir prosteten uns gegenseitig zu und mündeten so genau in den Schluss-Sport der Tänzerin, die nun alle Hüllen abwarf und zu uns nach oben kam, um ihre Belohnung in Form eines Stripdollars abzuholen.
    Da fiel uns auf, dass wir diesen Punkt noch gar nicht bedacht hatten, auch wurden wir seltsamerweise gar nicht am Eingang danach gefragt.
    Dem konnte natürlich Abhilfe geschaffen werden, ich trat nach unten an die Bar, wo mich Lilly auf den Einlass verwies, da nur dort die Währung getauscht werden konnte.
    Für 10 Teuronen erhielt man 6 "Cin-Cin"- Stripdollar, das war gemessen der geringeren Damenanzahl gegenüber dem Angels auch durchaus fair.

    Aus der rechten Seite der Bar, wo sich auch die Toiletten befanden, traten nun 3 wunderschöne Mädels, welche sich wohl noch geschminkt hatten oder anderweitig beschäftigt waren.
    Dies waren Katrin, eine blonde deutsche Dame mit roter Corsage und einer geflochtenen Pferdeschwanz - Frisur, Cati, eine mega-skinny schwarzhaarige Dame aus dem Nachbarland im perfekten Deutsch und Sanni, ein roter Wuschelkopf, der den schüchternsten Eindruck machte.

    Ihr könnt es euch vielleicht denken, was nun nicht mehr aufzuhalten war:
    3 Damen, 3 Herren, zumal die anderen 4 Gäste sich an ihren Getränken an der Bar festhielten und einen recht leblosen Eindruck erweckten.
    Katrin setzte sich neben Helmut, Cati kam zu mir ans Eck und Sanni nahm neben Rick Platz, der bisher die ganze Couch für sich allein hatten.
    Wir stellten uns einander vor, die Chemie passte, allesamt waren freundlich und flirty unterwegs.
    Nach einem Weilchen kam auch die Getränkefrage, damals war das "Getränkeausgeben" noch viel "normaler" als heute in Zeiten von Flatrate-Getränken in den großen Saunaclubs und so weiter.

    So ließen auch wir uns nicht lumpen und nickten die Sektflasche ab.
    Rick reichte unserer Bar-Lilly einen 100er, ohne vorher gefragt zu haben, was denn überhaupt für ein Salär anfallen würde.
    Ich werde nie in meinem Leben seinen Gesichtsausdruck vergessen, als ihm Lilly ein paar Münzen Wechselgeld in die Hände plumsen lässt.

    "Nun ist das Taschengeld wohl alle?" - Helmut stupst Rick über den Tisch an die Schulter und lacht auf.
    "Ich zahl die nächste Runde."- ergänzt Helmut, während Lilly die Gläser für alle einfüllt.
    Die nächste Runde, ... aus den glänzenden Augen der Mädels ist förmlich zu lesen, dass sie für einen Dienstag, der ja eher als Pay6-schwacher Wochentag gilt, wohl den Jackpot geknackt haben.

    "Entschuldigt, ich muss tanzen." - sagt Sanni, nippt schnell einen Schluck und läuft zur Bar.
    So verbringen wir einige heitere Zeit, quatschen miteinander, trinken vergnügt und betreiben seelischen Müßiggang im Kreise unserer Damen.

    Cati, welche neben mir sitzt und die für mich auch die schönste Dame darstellt hat einen abartig scharfen Körper.
    Wenn ich gewollt hätte, hätte ich sie an der Hüfte knicken können wie einen Kit-Kat-Schokoriegel, ein Gramm Fett suchte man vergebens.
    Ihre Tanzshow war betörend und erotisch und überbot alle anderen um ein Vielfaches. Durch ihr geringes Gewicht war es ihr ohne große Anstrengung möglich, alle erdenklichen Posen an den Stangen einzunehmen, eine Darbietung, die sich im Vergleich zum russischen Akrobatik-Zirkus nicht zu schämen bräuchte.

    Helmut, wie er nun von seiner Natur aus ist, fragte auch recht schnell, ob denn auch mehr möglich wäre.
    "Ja." , meinte Katrin, die Blondine, die wohl auch ein wenig die Wortführerin der Gruppe war.
    "Privat-Tanz machen alle, Zimmer nicht alle. Ich mach auch Zimmer, 140 die Halbe, Privat-Tanz 50." - so ihre Auskunft.
    Bei 140 Euro waren wir alle geheilt, nicht des Geizes wegen, aber das war wahrlich ein stolzes Entgeld. Vermutlich der Geilheit geschuldet, die die Männer dann überfällt, wenn sie erst in einem Stripclub animiert werden und schließlich nicht mehr an sich halten können.

    Ich schaute Cati an, die näher zu mir kam und meinte.
    "Ich mache nur Private-Dance, aber deluxe. Und deluxe kostet mehr"
    "Was ist denn Deluxe?"
    "Das erfährste nur, wenn du es erlebst."
    "Gute Taktik. Was kriegste für dein Deluxe?"
    "Was ist es dir denn wert?"
    "Ich geb dir 70, für alles. Ich kauf ja die Katze im Sack."
    "Ich hätt auch für 60 für dich gemacht." - flirtete sie mich offensiv an.
    "Ich hätte dir auch 90 gegeben." - konterte ich zurück.
    "Verdammt." - meinte sie, mit einem absolut hinreißenden Lächeln.

    Die Private-Dance Räume, oder besser gesagt der Private-Dance-Raum lag links neben der Bar.
    Wir verschwanden hinter einem schwarzen, schweren Vorhang, der nochmals in eine Tür mündete.
    Dort muss wohl dann die Mattenaction passieren, wenn man diese buchen möchte.
    Ich nahm in einem finsteren Ledersessel Platz, direkt vor mir war eine kleine Bühne mit einer einzelnen Table-Dance-Stange.
    Cati begann ihre Show, die etwa 10 -12 Minuten dauerte.
    Überrascht war ich, wie schnell sie ihre kompletten Textilien abgelegt hatte, sie war faktisch schon nach ca. 3 Minuten gänzlich nackend.
    Ich weiß nicht, ob ich überall anfassen durfte, zumindest habe ich es getan und erhielt keine Proteste.
    Es wurde mit Creme und Wachs hantiert, ich sollte mich auf die Bühne legen und sie kam in 69-Manier über mich und packte mich in den Schritt und rieb meinen steifen Schwanz über den Anzugshosen-Stoff.

    Dabei hatte ich einen sagenhaften Ausblick in ihr Innerstes und umfasste ihre Brüste liegend von hinten. Es war die blanke Beherrschung, da nicht mit der Zunge einzutauchen oder anderweitig aktiv zu werden. Ich oute mich und gebe es ehrlich zu, ich hätte die 140 Euro für den Sex bezahlt.
    Es wäre mir in diesem Moment gleichgültig gewesen.
    Die Privat-Dance-Show überbot die Privat-Dance-Show im Angels um Welten, dies muss ich als Stammgast mit freundschaftlichen Bezug zu den Angestellten des Stripclubs am Hauptbahnhof zu der damalig herrschenden Zeit völlig neutral wiedergeben.
    Cati hatte sich ihren Obolus absolut verdient, es ist nur immer schade, wenn man dann in überreizter Geilheit wieder die Erdung für dich selbst finden muss, um nicht seinen niederen Gelüsten zu erliegen.

    Wir traten wieder in den Hauptraum und ich bestellte bei Lilly erstmal eine kühle Cola.
    "Mit Eiswürfeln bitte."
    "Dir ist wohl heiß geworden?"
    "Das kann man so sagen."
    Ich leerte sie in einem Zug.
    "Noch eine?" - fragte die Barlady.
    "Ja, bitte."
    "Mit Eiswürfeln?!"
    "Du kennst mich inzwischen."

    Diese trug ich aber nach oben zu meinen Kameraden, die immer noch fröhlich mit den Mädels quatschten und tranken. Helmut hatte inzwischen seine Aussage wahr gemacht und eine weitere Flasche springen lassen. Auch ich ließ mich nicht lumpen und bestellte für alle einen Cocktail, preislich kam das in etwa auf dasselbe hinaus wie das Puff-Wässerchen.

    Rick war nun auch weichgekocht und tat es mir mit seiner Sanni in Bezug auf den Privattanz gleich.
    Als Katrin auf Toilette war und Cati gerade tanzte, beugte sich Helmut zu mir rüber.

    "Quintus, ich muss dir was sagen."
    "Du liebst mich?"
    "Eher geh ich ins Kloster und greif Nonnen unter den Kittel."
    "Was los?"
    "Du weißt doch, Knut."
    "Was ist mit ihm?"
    "Er hat nun endlich seinen Deal mit der Fabrikhalle in Berlin durch. Er hat das Go zum Umbau erhalten."
    "Das doch super."
    "Er hat mich gefragt, ob ich mit an Bord komme."
    "Aber wir haben doch unser Projekt hier."
    "Du weißt, es ist mein Traum in dieser Richtung."
    "Was hast du geantwortet? Oder warte, ich wills gar nicht wissen."

    Ich stand auf und ging nach draussen. Ich brauchte einfach frische Luft. Den Türsteher, der irgend etwas zu mir sagte, nahm ich überhaupt nicht mehr wahr, seine Stimme verhallte in einem Nirgendwo.
    Ich hatte nur im Kopf, dass mich doch einer meiner besten Freunde und mein Geschäftspartner nicht einfach im Stich lassen konnte.
    Selbst wenn er vertraglich gezwungen wäre, bei mir zu bleiben, so würde das doch nichts bringen, wenn der Kopf und das Herzblut nicht mehr zu einhundert Prozent unserer gemeinsamen Sache dienten.
    Ich fühlte mich in diesem Moment in der Dresdner Nachtluft als einsamster Mensch auf dem Planeten.

    Auch wenn nur wenige Sekunden vergangen waren, so kam es mir doch vor wie eine Ewigkeit.
    Mich packte eine kräftige Hand auf die Schulter, ich drehte mich um und sah in das Gesicht von Helmut, dem Mann, mit dem ich schon so viel erlebt und durchgestanden hatte, der wie ein Bruder für mich im Laufe der Jahre geworden war.
    Meine Augen füllten sich mit Tränen, aber ich war zu stolz, um meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen.
    Auch wenn ich nichts mehr hören wollte, weil ich das Weitere doch schon wusste, sammelte ich mich und blickte ihm konzentriert in die Augen:

    "Was?" - bellte ich kurz.

    "Quintus, hör zu..."
    ********************************************************************************************************************************************************************

    Bald Kapitel 3 Teil 2 mit weiteren Geschehnissen aus dem "CinCin", "Angels" und "Wie geht es für mich privat weiter"...
     
    Wilder33, Kinvaras, overco03 und 4 anderen gefällt das.

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